Eisenbahnstadt BerlinAnhang

Der Verkehr der Berliner Fernbahnhöfe im Jahre 1934

Zeitung des Vereins Mitteleuropäischer Eisenbahnverwaltungen (1935)

Eisenbahnstadt Berlin
Nach den jetzt vorliegenden Zusammenstellungen der Reichsbahndirektion Berlin erreicht die Zahl der Reisenden, die im Laufe des Jahres 1934 allein von den Berliner Fernbahnhöfen abfuhren, die stattliche Höhe von 5 469 000 Fahrgästen. Gegenüber 5 155 000 Reisenden, die von Berlin 1933 nach allen Teilen des deutschen Reiches abreisten, ergibt sich ein Zuwachs von 314 000 Fahrgästen oder 6 Prozent. In diesen Zahlen sind jedoch nur die Reisenden enthalten, die sich ihre Fahrausweise auf den Berliner Fernbahnhöfen selbst kauften, während die beträchtliche Zahl der durch Berlin hindurchreisenden Personen ebenso unberücksichtigt blieb wie die in den Ausgabestellen des »Mitteleuropäischen Reisebüros (MER)« verkauften Fahrkarten.

Den stärksten Verkehr hatte der Stettiner Bahnhof zu bewältigen, von dem allein 1 251 000 Personen abreisten oder 22,8 Prozent der Gesamtzahl der Personen, die 1934 überhaupt von Berliner Fernbahnhöfen abfuhren. An zweiter Stelle steht der Anhalter Bahnhof mit 1 156 000 oder 21,1 Prozent der Reisenden. Unter den übrigen Fernbahnhöfen hatten den stärksten Verkehr: Bahnhof Friedrichstraße mit 518 000 und Schlesischer Bahnhof mit 470 900 abfahrenden Personen. Ihnen folgen der Lehrter Bahnhof mit 433 000, Potsdamer Bahnhof mit 420 000, Bahnhof Zoo mit 332 200, Alexanderplatz mit 316 100, Görlitzer Bahnhof mit 298 200 und Bahnhof Charlottenburg mit 272 800 abreisenden Fahrgästen.


Empfangsgebäude des Stettiner Bahnhofs
Aus südlicher Richtung blickt man auf dieser Aufnahme aus dem Jahre 1938 auf das Empfangsgebäude des zweiten Stettiner Bahnhofs. Erbaut nach Entwürfen des Architekten Theodor August Stein wurde der Bahnhof 1876 eröffnet. Über diesen Kopfbahnhof der Berlin-Stettiner Eisenbahn wurde der Verkehr an die Ostsee abgewickelt. Zielorte waren Rostock, Stargard-Danzig und seit 1843 Stettin. Um den Straßenverkehr nicht mehr durch Schranken zu behindern, legte man die Gleise und Perrons um etwa 3 Meter höher, 1896 wurde für die Bewältigung des Vorortverkehrs ein eigenständiger Bau errichtet, dem ein Anbau auf dessen östlicher Seite im Jahre 1903 folgte. Auch dieser Bahnhof blieb von den Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg nicht verschont. Eine Namensänderung erfuhr er 1950. Fortan als Nordbahnhof, wurde über den Bahnhof noch 2 Jahre der Personenverkehr abgefertigt. 1961 erfolgte dann schließlich auch die Einstellung des Güterverkehrs. Durch den Abriß 1965 verschwand er dann ganz aus dem Stadtbild.

Der Verkehr auf der Berliner Stadt -, Ring- und Vorortbahn hat 1934, im Zeichen der allgemeinen Wirtschaftsbelebung, eine beachtliche Zunahme erfahren. Die Gesamtzahl der beförderten Personen stieg von 345 212 000 im Jahre 1933 auf 395 966 400, d.h. um fast 15 Prozent. Im einzelnen entfielen auf den Vorortverkehr 176 870 000 Personen. Die gewaltigste Verkehrsleistung bewältigte der Bahnhof Friedrichstraße, von dem 16 213 300 Personen abfuhren (1933 nur 14 890 000). Ihm folgten der Bahnhof Alexanderplatz mit 14 978 700 (13 050 000), der Potsdamer Ringbahnhof mit 11 854 100 (10 470 000), der Bahnhof Zoo mit 9 507 700 (8 998 000) und der Bahnhof Charlottenburg mit 9 310 400 (8 828 000) Personen.

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Siehe auch:
Eisenbahnstadt Berlin
Anhang Eisenbahnstadt Berlin
Lieferbare Titel:
mit dem Stichwort Eisenbahn in Berlin
mit dem Stichwort Eisenbahn
mit dem Stichwort Berlin
mit dem Stichwort Technikgeschichte
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