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Eisenbahnstadt Berlin AnhangFernbahnhof BerlinRegierungs- und Baurat O. Roudolf (1920) |
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| Eisenbahnstadt Berlin | ||||
| Es ist an der Zeit, da nun einmal doch Berlin der Mittelpunkt
von Deutschland bleibt, an einen »Fernbahnhof« für den gesamten Fernverkehr zu denken,
der es ermöglicht, ohne Wechsel des Bahnhofes nach allen Richtungen zu reisen. Der Bau
dieses Bahnhofes ist jetzt zu erwägen, da das Tempelhofer Feld, - der einzige größere
freie Fleck, der seiner früheren Bestimmung als Paradefeld und Exerzierplatz wohl jetzt
entzogen wird, in der Nähe der inneren Stadt - noch Platz bietet für eine Anlage eines
neuzeitlichen Personenbahnhofs. Die Berliner Personenbahnhöfe entsprechen alle nicht mehr den an sie zu stellenden Anforderungen. Die Kopfbahnhöfe Anhalter, Stettiner, Potsdamer, Lehrter und Görlitzer Bahnhof sind zu klein und können den Verkehr nicht mehr bewältigen, zumal im Sommer bei dem Ferienverkehr. Die Bahnsteige sind zu kurz. Die einfahrenden Züge müssen zu lange warten vor den Bahnhöfen bei Unregelmäßigkeiten, da die ausfahrenden Züge einschl. der Leerzüge die Einfahrt kreuzen. Am hinderlichsten sind die Vorortzüge, die noch im Lehrter, Görlitzer und Potsdamer Bahnhof einlaufen. Alle diese Gründe drängen dazu, in Berlin einen Fernbahnhof anzulegen, der es ermöglicht, nach allen Richtungen hinkommen zu können, ohne den Bahnhof verlassen zu müssen. Dieser Fernbahnhof muß mit allem versehen sein, was der Betrieb erfordert und muß die Möglichkeit geben, Speise- und Schlafwagen für die durchgehenden Züge schnell und in genügender Zahl an die Züge heranzubringen und aus denselben auszusetzen. Allen diesen Anforderungen genügt der neue, auf dem Tempelhofer Feld an der Tempelhofer Chaussee anzulegende Fernbahnhof. Er ist so nah wie möglich an das Stadtinnere herangeschoben und hat bequeme Verbindungen nach allen Seiten der Stadt, einmal durch die Untergrundbahn und dann durch den neuen Stadtbahnhof, der im neuen Fernbahnhof liegt und doppelseitigen Anschluß an die Ringbahn hat, durch die alle Stationen der Stadt zu erreichen sind. Bei der Anlage des Fernbahnhofs und bei der Einführung der Gleise in diesen Bahnhof ist eine vollständige Trennung der Fernzüge von den Nah- bzw. Vorortzügen und Güterzügen herbeigeführt worden. Im Bahnhof selbst ist nur Richtungsbetrieb vorhanden. Es ist eine vollständige Trennung des Ankunfts- und des Abfahrverkehrs vorgesehen, so daß jeder Gegenstrom vermieden wird. Es laufen nur Fernzüge, als L-, D- und durchgehende Personenzüge in den neuen Bahnhof ein. Neue Linien führen die Fernzüge um Berlin herum und von Süden her in den Fernbahnhof. |
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