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Betriebsübergabe der Strecke»Eisenbahn-Zeitung«
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| Frankfurter Bahn | ||||
| Berlin, 1. Sept. [1846] Heute ward die Gesammtstrecke der
Eisenbahn, welche die beiden volkreichsten Städte Preußens, Berlin und Breslau, und
demnächst auch mit Benützung der oberschlesischen, der Wilhelms- und der Nordbahn die
beiden größten deutschen Staaten, Oesterreich und Preußen, in direkte und rasche
Verbindung mit einander setzt, dem Betrieb übergeben, nachdem die Strecken derselben
zwischen Berlin und Frankfurt a.d.O., so wie zwischen Breslau, Liegnitz und Bunzlau
bereits vor resp. vier, zwei und einem Jahre eröffnet worden. Es ist diese Linie die
größte, die bis jetzt im nördlichen Deutschland unter einer und derselben Verwaltung
steht und ihre Bedeutung sowohl für den innern Verkehr als für die Verbindung
Deutschlands mit den östlichen Ländern (einerseits über Wien und andererseits über
Krakau, Warschau ec.) kann sehr groß werden. Die Direkzion der Bahn hatte eine Anzahl von
Freunden des Unternehmens zu einer Probe- und Eröffnungsfahrt von hier nach Breslau
eingeladen, und diese hat am 29. August in fünf Wagen erster und zweiter Klasse
stattgefunden, und zwar zur Zufriedenheit aller, die daran theilgenommen, und die, nachdem
sie den folgenden Tag in Breslau und in dem durch die Freiburger Eisenbahn mit dieser
Hauptstadt verbundenen Badeort Salzbrunn zugebracht hatten, am dritten Tage in etwa 13
Stunden nach Berlin zurückkehrten. Die beiden Hauptstädte sind auf der Eisenbahn 47 7/12 (auf der Chaussee 43¾) Meilen von einander entfernt, und zwar ist die Linie, abweichend sowohl von der bisherigen Landstraße als von der Wasserstraße der Oder, durch Landestheile geführt, die bisher fast aller den Verkehr erleichternden Kommunikazionswege entbehrten. Nur der erste und der letzte Theil der Linie macht hiervon eine Ausnahme, indem jener von Berlin bis Frankfurt dem Laufe der Spree und der Oder folgt und dieser von Bunzlau über Liegnitz nach Breslau parallel mit der Kunststraße und der Oder läuft. Die 22 5/12 Meilen lange Strecke von Frankfurt a.d.O. nach Bunzlau führt dagegen durch die Nieder- und Oberlausitz, zwar an einigen gewerbreichen Städtchen vorüber, jedoch durch Gegenden, die man bisher noch als außer dem Bereiche des Weltverkehrs liegend angesehen hatte. Die ganze Bahn zählt mit Einschluß der beiden Endpunkte zwanzig Stazionsorte, von denen sechs auf die Mark Brandenburg, drei auf die Niederlausitz, drei auf die Oberlausitz und acht auf Schlesien kommen... |
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