Niederschlesisch - Märkische Eisenbahn

Chronik

[Gründung der Niederschlesischen Eisenbahn] [Die Bahn wird zum Kauf angeboten] [Nutzung des Niederschlesisch - Märkischen Bahnhofs] [Abschluß der Arbeiten am Schlesischen Bahnhof

Frankfurter Bahn

Gründung der Niederschlesischen Eisenbahn

Ende 1841
Gründung der Niederschlesischen Eisenbahn-Gesellschaft mit dem Ziel, eine Bahn von Frankfurt (Oder) nach Breslau zu bauen.
5. August 1843
Bei einer Generalversammlung der Aktionäre werden die Statuten der Gesellschaft verabschiedet.
27. November 1843
König Friedrich Wilhelm IV unterzeichnet die Konzessions- und Bestätigungsurkunde für die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft. Der Staat Preußen beteiligt sich mit einem Siebentel an der Bahn.
19. Oktober 1844
Der Neubauabschnitt Breslau-Liegnitz wird für den Personenverkehr freigegeben.
12. Dezember 1844
Die Berlin-Frankfurter Eisenbahn und die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn schließen einen Vereinigungsvertrag ab. Die Berlin-Frankfurter Bahn sollte demnach am 1. Januar 1845 erlöschen.
27. Juli 1845
Der Übergang der Berlin - Frankfurter Eisenbahn an die Niederschlesisch - Märkische Eisenbahn wird genehmigt.
1. August 1845
Übernahme der Berlin-Frankfurter Eisenbahn durch die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn. Die Züge verkehren von Berlin in Richtung Schlesien.
1. Oktober 1845
Eröffnung der Teilstrecke Liegnitz-Bunzlau
15. August 1846
Es finden erste Probefahrten auf der Strecke Guben-Frankfurt und Bunzlau-Guben statt.
1. September 1846
Das letzte Teilstück Frankfurt-Guben-Bunzlau wird eröffnet; damit ist die Strecke Berlin - Frankfurt (Oder) - Breslau durchgehend befahrbar. In Frankfurt wurde anstatt des alten Kopfbahnhofs ein neuer Durchgangsbahnhof eröffnet.
Mitte 1849
Der Preußische Handelminister v.d. Heydt setzt, trotz Widerstand der Bahn, eine königliche Verwaltung für die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn ein.
1. Januar 1850
Trotz der Prioritätsaktien in den davorliegenden Jahren, mußte die Bahn einen ständigen Verlust hinnehmen, sodaß sich der Preußische Staat veranlaßt sah, die Bahn zu erwerben.
15. Oktober 1851
Eröffnung einer vom preußischen Staat gebauten eingleisigen Verbindungsgüterbahn. Diese Bahn verlief parallel zur Berliner Stadtmauer vom Stettiner Bahnhof über Hamburger-, Potsdamer-, Anhalter- zum Niederschlesisch-Märkischen Bahnhof. Die Betriebsführung der Güterbahn übernahm die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn.

Die Bahn wird zum Kauf angeboten

16. Oktober 1851
Die Aktionäre der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn bieten dem Staat die Eisenbahn zum Kauf an.
1. Januar 1852
Die Berlin - Frankfurter Eisenbahn wird als »Königliche Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn« vom Preußischen Staat übernommen. Sie war die einzige der fünf in Berlin mündenden Fernbahnen, deren Bahnhof innerhalb der Stadtmauer lag.
21. August 1852
Der König stimmt dem Kauf der Eisenbahn rückwirkend zum 1. Januar 1852 zu. Zur Verwaltung wird die »Königliche Direktion der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn« eingesetzt.
1857
Auf dem Gelände in Frankfurt werden eine neue Hauptwerkstatt, eine Schmiede und Messinggießerei eröffnet.
9. Oktober 1857
Der Verkehr auf der Strecke Berlin-Frankfurt wird zweigleisig aufgenommen.
12. Oktober 1857
Die Neubaustrecke von Frankfurt nach Kreuz wird dem Verkehr übergeben.
18. Oktober 1860
Aufnahme des zweigleisigen Betriebes zwischen Frankfurt und Breslau. Damit ist die Strecke Berlin-Breslau durchgehend auf zwei Gleisen befahrbar.
1864
Erweiterung des Bahnhofs Köpenick um eine Viehrampe, einen Güterschuppen und mehrere Ladegleise. Gleichzeitig strebte man einen Umbau des Bahnhofs in Berlin an.
Januar 1865
Die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn legt einen Entwurf für den neuen Bahnhof in Berlin vor.
Juni 1865
Eine landespolizeiliche Prüfung ergab, daß sich der neue Güterbahnhof außerhalb der Stadtmauer befinden sollte. Innerhalb der Stadt sollte nur der Personenbahnhof gebaut werden, allerdings mit der Auflage, daß der Bahnhof und die dazugehörenden Anlagen so hoch gebaut werden, daß die vorhandenen Straßen in ihrer bisherigen Lage darunter hindurchgeführt werden konnten. Da diese Auflage nicht erfüllbar war, wurde eine Parallelstraße in Ost-West-Richtung geplant.
19. Februar 1866
Der König genehmigt diese Änderung zum Bau.
1. Juni 1867
Die Viehstation Rummelsburg wird eröffnet.
1. April 1868
Da sich der neue Bahnhof in Berlin auf der selben Stelle befinden sollte wie der alte, wurden die Züge zum nahegelegenen Bahnhof der Ostbahn umgeleitet.
16. August 1869
Das neue Empfangsgebäude der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn in Berlin (später Schlesischer Bahnhof, Frankfurter Bahnhof, Ostbahnhof, bzw. Hauptbahnhof) wird eröffnet. Die Reisezüge werden wieder vom Ostbahnhof zurückgezogen.
17. Juli 1871
Südlich des Niederschlesisch-Märkischen Bahnhofs wird die mit staatlichen Mitteln erbaute »Neue Verbindungsbahn« für den Güterverkehr in Betrieb genommen. Diese zweigleisige Bahn (die östliche Teil-Strecke wurde später die Ringbahn) führte von Moabit über Weißensee, Stralau nach Rixdorf; der Bau und die Betriebsführung lag in den Händen der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn.
1. Januar 1872
Die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn nimmt zur »Neuen Verbindungbahn« (später Ringbahn) den Personenpendelverkehr auf. Der Haltepunkt hat die Bezeichnung »Niederschlesisch-Märkischer Anschluß«.
April 1872
An der Kreuzung der Niederschlesisch-Märkischen Bahn zur »Neuen Verbindungsbahn« wird der Haltepunkt in »Stralau« umbenannt.
1. Juli 1874
Der Anhalteplatz Friedrichshagen wird nach seinem Ausbau eröffnet.
Herbst 1874
Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nach Stralau zur Verbindungsbahn wird auf dem Bahnhof in Berlin ein zusätzlicher Mittelbahnsteig gebaut.
15. Mai 1875
Eine 92,6 km lange zweigleisige Neubaustrecke von Gassen über Sagan nach Arnsdorf wird eröffnet, wodurch der rund 30 km lange Umweg über Kohlfurt vermieden wird.
1. September 1876
Der neue Bahnhof Jacobsdorf wird eröffnet.

Nutzung des Niederschlesisch - Märkischen Bahnhofs

10. Juli 1877
Die im Jahre 1876 von der, in Konkurs stehenden, Berliner Nordbahn übernommene Strecke von Neubrandenburg nach Berlin-Gesundbrunnen wird in Betrieb genommen. Zeitweise wird der Niederschlesisch-Märkische Bahnhof mitbenutzt, da ein eigener Bahnhof der Nordbahn noch nicht existiert.
1. Oktober 1877
Die Nordbahn erhält einen eigenen Bahnhof, den »Nordbahnhof« (heute Eberswalder Straße).
Winter 1877/78
Eröffnung des neuen Haltepunktes Sadowa (heute Wuhlheide).
15. Juni 1878
Eine im Jahre 1875 eingesetzte Gesellschaft zur Bildung einer Stadtbahn, die zwischen dem Ostbahnhof zum Niederschlesisch-Märkischen Bahnhof und in Ost-West-Richtung durch die Stadt Berlin nach Charlottenburg führen soll, setzt unter staatlicher Leitung (Königliche Direktion der Berliner Stadteisenbahn DEBG) die Arbeiten fort
15. Mai 1879
Die Haltepunkte Fangschleuse und Rahnsdorf werden dem Verkehr übergeben.
1. September 1879
Aufgrund des hohen Güteraufkommens wird (nach einem Entwurf aus dem Jahre 1875) ein Rangierbahnhof in Rummelsburg eröffnet. Der Niederschlesische Personenbahnhof muß wegen der 6 m höherliegenden Stadtbahngleise umgebaut werden, dadurch werden die Züge wieder zum nahegelegenen Ostbahnhof umgeleitet. Die Umbauarbeiten beginnen mit der Hochlegung der Gleise, dem Anschluß an das Niveau der übrigen Gleisanlagen sowie dem Bau einer neuen Bahnsteighalle nördlich. Die alte Bahnhofshalle erhält dadurch einen langen Personen-(Bahnsteig A) und einen kurzen Postbahnsteig, in der neuen Halle sind drei Mittelbahnsteige vorhanden. Bahnsteig B dient dem Verkehr der Fern- und Vorortzügen, die Bahnsteige C und D sind dem Stadtbahnverkehr vorbehalten.
21. Februar 1880
Aus der »Königlichen Direktion der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn« wird per Erlaß die »Königliche Eisenbahn-Direktion zu Berlin (KED)«.
Frühjahr 1880
Die Reisezüge werden vom Ostbahnhof wieder in den Niederschlesisch-Märkischen Bahnhof geleitet, die Bahnhofsbezeichnung heißt jetzt allerdings »Frankfurter Bahnhof«.
15. Oktober 1881
Der Frankfurter Bahnhof der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn wird offiziell in Schlesischer Bahnhof umbenannt.
7. Februar 1882
Die Stadtbahn zwischen Schlesischem Bahnhof und Charlottenburg wird für den Lokalverkehr eröffnet, damit wird der Schlesische Bahnhof Durchgangsbahnhof. Ein Baukilometer kostet 6 Millionen Mark.
15. Mai 1882
Neben den schon bestehenden zwei Stadtbahngleisen werden zwei Fernbahngleise auf der Stadtbahn eröffnet.
19. Mai 1882
Der Bahnhof Friedrichstraße mit den Teilstrecken Charlottenburg-Schlesischer Bahnhof (heute Hauptbahnhof) wird eröffnet.
1. Juli 1882
Alle Züge der Lehrter-, Wetzlaer- und Berlin-Potsdam-Magdeburger-, Ost- und Schlesischen Bahn fahren auf den Fernbahngleisen der Stadtbahn über die Bahnhöfe Alexanderplatz und Friedrichstraße in den Schlesischen Bahnhof ein.
15. Oktober 1884
Der Stadtbahn-Bahnhof Zoologischer Garten wird eröffnet.

Abschluß der Arbeiten am Schlesischen Bahnhof

Frühjahr 1904
Abschluß der Erweiterungsarbeiten am Schlesischen Bahnhof, diese Arbeiten waren erforderlich durch das hohe Verkehrsaufkommen der letzten Jahre auf der Stadtbahn.
1. Juli 1909
Ein neuer Seitenbahnsteig für Vorortzüge in der alten Bahnhofshalle des Schlesischen Bahnhofs wird in Betrieb genommen.
Juli 1926
Erste Planungen zur Elektrifizierung der Stadt- und Ringbahn für den Schlesischen Bahnhof werden vorgelegt.
Sommer 1928
Die Elektrifizierung der Stadtbahn im Schlesischen Bahnhof ist abgeschlossen.
15. Mai 1936
Die Schlesische Bahn wird in das Schnelltriebwagennetz der Reichsbahn einbezogen.
März 1945
Das Eingangsgebäude des Schlesischen Bahnhofs wird schwer beschädigt.
Juni 1945
Drei Gleise des Schlesischen Bahnhofs werden von der Roten Armee auf die russische Breitspur (1525mm) umgespurt.
September 1945
Aufgrund des Potsdamer Abkommens wird im Schlesischen Bahnhof wieder von russischer Breitspur auf Normalspur (1435mm) umgespurt.
1. Dezember 1950
Der Schlesische Bahnhof wird aus politischen Gründen in Ostbahnhof umbenannt.
Sommer 1985
Das Empfangsgebäude des Ostbahnhofs wird abgerissen und an selber Stelle ein neues erbaut.
31. Mai 1987
Der elektrische Fahrdraht erreicht den Ostbahnhof (Schlesischen Bahnhof), scheut sich aber vor der Bahnhofshalle.
15. Dezember 1987
Mit Eröffnung der neuen Empfangshalle wird der Ostbahnhof (früher Schlesischer Bahnhof) in »Hauptbahnhof« umbenannt.
2. Juli 1990
Der durchgehende S-Bahn-Verkehr im Hauptbahnhof wird wieder aufgenommen.
31. Mai 1992
Die ersten EuroCity-Züge laufen in den Hauptbahnhof ein.
24. Mai 1998
Berliner Hauptbahnhof wird wieder »Ostbahnhof«
15. Oktober 1999
Nach einer Sanierung des Ostbahnhofs wird gefeiert
29. Juni 2000
Der umfassend modernisierte Ostbahnhof wir eröffnet

Siehe auch:
Eisenbahnstadt Berlin
Berlin - Frankfurt (O) Eisenbahn / Niederschlesisch - Märkische Eisenbahn
Lieferbare Titel:
mit dem Stichwort Eisenbahn in Berlin
mit dem Stichwort Eisenbahn
mit dem Stichwort Berlin
mit dem Stichwort Technikgeschichte

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