»Reichsbahn-Kalender« (1935)

Die Reichsbahn in der Arbeitsschlacht:
Die Berliner Nord-Süd-S-Bahn

Nord-Süd-S-Bahn
Durch den Bau einer unterirdischen Eisenbahnverbindung zwischen dem Stettiner Vorortbahnhof und dem Anhalter Bahnhof werden die nördlichen und südlichen Berliner Vorortstrecken miteinander verbunden.


Empfangsgebäude des Stettiner Bahnhofs
Aus südlicher Richtung blickt man auf dieser Aufnahme aus dem Jahre 1938 auf das Empfangsgebäude des zweiten Stettiner Bahnhofs. Erbaut nach Entwürfen des Architekten Theodor August Stein wurde der Bahnhof 1876 eröffnet. Über diesen Kopfbahnhof der Berlin-Stettiner Eisenbahn wurde der Verkehr an die Ostsee abgewickelt. Zielorte waren Rostock, Stargard-Danzig und seit 1843 Stettin. Um den Straßenverkehr nicht mehr durch Schranken zu behindern, legte man die Gleise und Perrons um etwa 3 Meter höher, 1896 wurde für die Bewältigung des Vorortverkehrs ein eigenständiger Bau errichtet, dem ein Anbau auf dessen östlicher Seite im Jahre 1903 folgte. Auch dieser Bahnhof blieb von den Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg nicht verschont. Eine Namensänderung erfuhr er 1950. Fortan als Nordbahnhof, wurde über den Bahnhof noch 2 Jahre der Personenverkehr abgefertigt. 1961 erfolgte dann schließlich auch die Einstellung des Güterverkehrs. Durch den Abriß 1965 verschwand er dann ganz aus dem Stadtbild.

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Die Reichsbahn hat mit diesem Bau vor allem auch den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in der Reichshauptstadt selbst aufgenommen. Insgesamt sind 140 Millionen RM für dieses Bauvorhaben vorgesehen. 1 800 000 cbm Erdmassen sind im Verlauf der Arbeiten zu bewegen, 440 000 cbm Beton, 40 000 t Eisen werden eingebaut, 60 000 cbm Holz und zum Schutze der Bauwerke gegen Wassereinbruch 335 000 qm Dichtungsmaterial wird der Bau erfordern.


Unglück beim Bau des Nord-Süd-Tunnels
Am 20. August 1935 geschah beim Bau der die Stadtmitte unterquerenden Nord-Südbahn ein schweres Unglück. In der Nähe des Brandenburger Tores führten unzureichende Sicherheitsmaßnahmen dazu, daß die Aussteifungen für den Tunnel zusammenbrachen. Neunzehn Arbeiter wurden bei dem Unglück an der Hermann-Göring-Straße, heute Friedrich-Ebert-Straße, getötet.

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Siehe auch:
Eisenbahnstadt Berlin
Nord-Süd-S-Bahn
Lieferbare Titel:
mit dem Stichwort Eisenbahn in Berlin
mit dem Stichwort Eisenbahn
mit dem Stichwort Berlin
mit dem Stichwort Technikgeschichte
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