Die Flutung des Berliner S-Bahn-Tunnels

Nord-Süd-S-Bahn
Die Umstände der Sprengung des Tunnels der Nord-Süd-S-Bahn am Landwehrkanal sind nach wie vor im Dunkeln. Der bisher umfangreichste Versuch einer Bestandsaufnahme ist das Buch »Die Flutung des Berliner S-Bahn-Tunnels« von Karen Meyer. Bei den Recherchen für ein Denkmal zum Gedenken an die Opfer der Flutung wurden immer neue Ungereimtheiten in den Überlieferungen gefunden. So konnten weder die Umstände, die zur Sprengung führten, die Täter und nicht einmal der genaue Zeitpunkt ermittelt werden. Karen Meyer schließt Ihr Buch mit folgendem Resümee:

Nachdem wir über 50 Quellen und Berichte zum Endkampf in Berlin und zur Flutung des S-Bahn-Tunnels auf ihre Stichhaltigkeit und Schlüssigkeit hin überprüft und Gespräche mit mehr als zwei Dutzend Augenzeugen und Zeuginnen aus jener Zeit geführt haben, lassen sich Teile des Ereignisses rekonstruieren und Legenden widerlegen. So kann jeder Zweifel daran, ob es überhaupt eine Sprengung der Tunneldecke unter dem Landwehrkanal gegeben hat und die S- und U-Bahn-Schächte geflutet wurden, ausgeräumt werden. Ebenso ist es offensichtlich, daß diese Sprengung professionell durchgeführt wurde und es sich nicht um einen Unfall oder einen Bombentreffer gehandelt hat. Obgleich eine ganz genaue Zahl der Opfer der Tunnelflutung nicht mehr rekonstruierbar ist, läßt sich doch ihre ungefähre Anzahl mit ein- bis zweihundert realistisch umgrenzen. Eindeutig ist auch, daß die Flutung nicht vor dem Morgen des 2. Mai stattgefunden haben kann. Mit letzter Sicherheit läßt sich der genaue Zeitpunkt der Sprengung nicht bestimmen - es könnte auch später gewesen sein.


Die Folgen der Sprengung waren lange sichtbar. Erst mit der Rekonstruktion des Nord-Süd-Tunnels 1991/92 wurden die letzten Schäden beseitigt.
[Foto: Deutsche Bahn AG]

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Siehe auch:
Eisenbahnstadt Berlin
Nord-Süd-S-Bahn
Lieferbare Titel:
mit dem Stichwort Eisenbahn in Berlin
mit dem Stichwort Eisenbahn
mit dem Stichwort Berlin
mit dem Stichwort Technikgeschichte
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