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Gerhard Capelle (1938)Hundert Jahre Eisenbahn Berlin-Potsdam |
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| Potsdamer Bahn | . | |||||
| Der heutige Potsdamer Bahnhof in Berlin wird in wenigen
Jahren verschwunden sein. Seine Verkehrsaufgaben werden auf neue Bahnhöfe der Berliner
Großplanung übergehen, und zwar der Fernreiseverkehr auf den Zentralpunkt des
Südverkehrs, den Personenbahnhof Süd, und der Güterverkehr auf den neuen
Ortsgüterbahnhof Süd. Die S-Züge endlich, von denen heute die beschleunigten Züge
(»Bankierzüge«) von Wannsee-Zehlendorf Mitte und die Werderzüge in den Potsdamer
Fernbahnhof, die eigentlichen Wannsee- und die Ringzüge in die beiderseitigen die Wannseezüge über
den Askanischen Platz - zum Potsdamer Untergrundbahnhof fahren.
Eine Abbildung des legendären »Adler« auf der ersten preußischen Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und Potsdam, die 1838 eröffnet wurde. 1835 fuhr die erste Lokomotive dieses Typs von Stephenson aus Newcastle in England auf der nur 6 Kilometer kurzen Strecke von Nürnberg nach Fürth, der ersten Eisenbahnstrecke Deutschlands. Da leider nicht ein Exemplar dieser Gattung erhalten war, mußte im September 1938 zur Hundertjahrfeier der Stammbahn am zweiten Potsdamer Bahnhof ein Nachbau des »Adler« eingesetzt werden. In den Namen dieses Bahnhofs - der auch wieder die Vorortszüge der Südstrecken
aufnehmen wird - wird allein die Erinnerung fortleben an den Bahnhof in Berlin, vom dem
aus vor 100 Jahren die erste preußische Eisenbahn, die zur Nachbarstadt Potsdam, gebaut
wurde.
Damals war die Strecke allerdings schon zweigleisig ausgebaut. Heute verkehren elektrische S-Züge von Potsdam nach Westkreuz-Stadtbahn tagsüber in 10 Minuten Folge, während die alte Stammstrecke zum Potsdamer Bahnhof in Berlin noch von Dampfzügen und außerhalb des Berufsverkehrs nur in einstündigem Abstand befahren wird. Infolgedessen ist der Verkehr aus der Gegend Werder-Potsdam-Ufastadt zur Stadtbahn und den Ringstrecken über Westkreuz heute viermal so groß wie der zum Potsdamer Bahnhof in Berlin. Wenn später aber auch die Stammbahn elektrisch betrieben wird, so wird ihr Verkehrsanteil sich zweifellos wieder erhöhen. Es wird dann vom Fahrplan abhängen, ob man von Potsdam nach Friedrichstraße besser über Westkreuz oder Schöneberg fährt.
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