Bericht über die Untersuchung einer Verspätung(April 1839) |
||||
| Potsdamer Bahn | ||||
Aus der angestellten genauen Untersuchung, woher es gekommen,
daß der am vorigen Sonnabend, Abends 6 Uhr, von hier nach Potsdam abgesandte
Dampfwagenzug, erst um 9 Uhr 20 Minuten dort ankam, hat sich ergeben, daß während der
Fahrt eine Röhre in dem Dampfwagen leck geworden, und das durchdringende Wasser das Feuer
erlöschte, wodurch der Wagen in Stillstand gerieth. Ein Ereigniß, das zuweilen vorkommt
und nicht zu vermeiden ist. Durch Vernachlässigung eines Bahnwärters, der das Signal zum
Herankommen eines Reserve-Dampfwagens nicht bemerkte und nicht gleich weiter gab, kam
dieser erst nach wiederholtem Signalisiren herbei. Der Maschinenführer hatte aber
verfehlt die volle Dampfkraft zu erzeugen, daher die Maschine nur langsam ging und der Zug
durch eine dritte Maschine nach dem Bestimmungsort geschafft werden mußte. Die Schuldigen
sind exemplarisch bestraft worden, und so steht zu hoffen, daß dergleichen
Vernachlässigungen nicht wieder vorkommen werden. Untersuchung einer VerspätungBerlin, den 24ten April. Bei der Dampfwagen-Fahrt am 23ten April, welche um 4 Uhr 31 Minuten von Potsdam abging, ist eine Röhre an der den Zug führenden Locomotive »Iris« in der Machenower Heide leck geworden, wodurch das Wasser auslief und das Feuer erlöschte. Nach 19 Minuten war das Signal, wodurch eine andere Maschine zur Hülfe gerufen wurde, in Potsdam angelangt. Der »Mercur«, hierzu in 10 Minuten in Bereitschaft gesetzt, kam in 16 Minuten bei dem stehen gebliebenen Zuge an, so daß also der ganze Aufenthalt 45 Minuten betragen hat. Der »Mercur« schob sodann den Zug nebst der außer Thätigkeit sich befindenden »Iris« bis zum Lichterfelder Berge, woselbst der von Berlin abgesendete Dampfwagen »Adler« sich vorspannte und mit dem ganzen Wagenzuge um 6 Uhr 5 Minuten zu Berlin ankam. Die Dauer der ganzen Fahrt, mit dem Aufenthalte, hat hiernach 1 Stunde 34 Minuten betragen. Der Spezial-Direktor Blanckenborn.
|
||||
|
Anzeige |
||||
| . | [IdxGeT] |