Eisenbahnstadt Berlin

Berliner Hafen- und Lagerhausbetriebe

(BEHALA)

Westhafen | Spandauer Südhafen | Karte

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Aufgrund der Vielzahl von Berliner Wasserstraßen und deren kleiner Häfen wurde am 26. Februar 1923 zur einheitlichen Bewirtschaftung die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (BEHALA) gegründet. Durch die 1925 gegründete Tochterfirma »Güterverkehrs GmbH« sollte der Güterverkehr nachts über die Berliner Straßenbahngleise transportiert werden, was sich aber nicht in die Realität umsetzen ließ. Im Jahre 1937 wurde die BEHALA in einen Eigenbetrieb der Stadt Berlin umgewandelt und erhielt damit eine neue Namensdeutung »Berliner Hafen- und Lagerhausbetriebe«. Zu den Betriebsstätten der BEHALA zählen heute die Bauschuttumschlaganlage an der Nonnendammallee, der Spandauer Südhafen, der Westhafen, der Viktoriaspeicher und der Hafen in Neukölln.

Westhafen

In unmittelbarer Nähe des Hamburg-Lehrter Güterbahnhofs entstand im Jahre 1923 der 380.000 m² große Westhafen. Auf dem fächerförmig angelegten Areal des Hafens wurden rund 16 km Gleise für den Abtransport der von Schiffen gelieferten Güter angelegt. Die Hafenbahn verfügte über einen Hafenbahnhof, eine Werkstatt, eine Drehscheibe, einen Kohlebansen, einen Wasserspeicher und einen vierständigen Lokschuppen. Im ständigen Einsatz waren seinerzeit zwei Dampflokomotiven, durch den Kauf von 3 Diesellokomotiven in den 50er und 60er Jahren wurde der Fuhrpark modernisiert. Der direkte Anschluß an die DR-Gütergleise erfolgt im Hamburg-Lehrter Güterbahnhof an der Heidestraße.

Spandauer Südhafen

In den Jahren 1906 bis 1911 wurde in Spandau nördlich und südlich der Schulenburgbrücke auf einem 160.000 m² großen Gelände der Spandauer Südhafen erbaut. Aufgrund der bereits in der Nähe existierenden Berlin-Lehrter Güterbahn entstand eine Anschlußbahn mit provisorischem Übergabebahnhof, die 1913 durch einen direkten Anschluß an den Güterbahnhof Ruhleben ersetzt wurde. Durch die zu erwartende starke Rauchbelastung in den angrenzenden Wohngebieten und auf den Straßen wurde eine Elektrifizierung der Hafenbahn in Betracht gezogen. Der Aufbau von 180 Oberleitungsmasten und die Anschaffung einer E-Lok waren auf Dauer gesehen unrentabel, da durch den Ersten Weltkrieg ein Einsatz aus finanziellen Mitteln nicht möglich war, so daß die Lokomotive im Jahr 1922 unbenutzt an die Deutsche Reichsbahn verkauft wurde. Der Hafen entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem reinen Mineralöl-Hafen. Im Jahre 1967 übernahm die BEHALA die Betriebsführung der heutigen Spandau-Ruhlebener Industriebahn.


E-Lok der Spandauer Hafenbahn
Da die Elektrifizierung der Spandauer Hafenbahn infolge des Ersten Weltkrieges nie fertiggestellt wurde, kam die dafür vorgesehene E-Lok dort nie zum Einsatz. Der Hintergrund des Fotos läßt vermuten, daß es auf dem Borsig - Gelände kurz vor Auslieferung der Lok entstand.

Siehe auch:
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