![]() |
| Berlin
> Eisenbahn > Werk- und Privatbahnen |
|
Der privaten Investition des Bankiers Carl Neuburger ist die Entstehung dieser
Eisenbahn zu verdanken.
Der Bau des Teltowkanals in den Jahren
1904-1906 war der Anlaß, daß Carl Neuburger, der den Großteil der anliegenden
Gewerbegrundstücke am Kanal in Berlin-Zehlendorf besaß, den künftigen wirtschaftlichen
Nutzen der Region erkannte, worauf am 2. August 1904 die Zehlendorfer Eisenbahn- und Hafen
A.G. (Zeuhag) gegründet wurde. Ein Grundstück an der Wannseebahn
wurde der Zehlendorfer Eisenbahn zum Erwerb und Bau einer Eisenbahn von Carl Neuburger
angeboten. Am 13. April 1905 erhielt man die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer
Privatbahn zwischen Groß-Lichterfelde West, Potsdam und dem Industriegelände in
Schönow.
Nach der Erteilung der Betriebserlaubnis am 22. Oktober 1905 nahm die Bahn den Betrieb, mit Waggons die durch Pferde gezogen wurden, auf. Ab dem 9. Januar 1908 durften auch feuerlose Lokomotiven eingesetzt werden.
Die seit dem Jahre 1914 auf dem Gelände ansässige Firma Optische Anstalt C.P. Goerz fuhr im Ersten Weltkrieg zur Sicherstellung von Kriegslieferungen vorübergehend mit einer Dampflokomotive. Ein Dreivierteljahr später (Mitte 1916) wurde gemäß den Auflagen eine Benzollokomotive angeschafft. Am 25. September 1917 erwarb die Firma C.P. Goerz alle Aktien der Bahn und führte im Jahr 1918 den Personenverkehr auf der Strecke ein. Der gestiegene Personenverkehr führte um 1922 zu einer Erweiterung der Bahnanlagen, der Name »Goerzbahn« hatte sich zu dieser Zeit bereits eingebürgert. Im Dezember 1927 wurde die Firma Zeiss Ikon AG (Mitnutzer des Geländes) Inhaber der Goerzbahn, wobei die Betriebsführung weiterhin bei der Zehlendorfer Eisenbahn- und Hafen AG. lag.
Vor dem Zweiten Weltkrieg sollte ein Beschluß des Magistrats von Berlin den Personenverkehr, durch den Bau einer Straßenbahn, zum Erliegen bringen.
Nachdem die Goerzbahn als reine Güterbahn den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatte, fielen am 24. April 1945 viele Teile der Bahn der russischen Demontage zum Opfer. Als 1946 die Amerikaner große Teile ihrer Einheiten auf dem Gelände kasernierten, steigerte sich das Lieferaufkommen der größtenteils wiederaufgebauten Goerzbahn auf dem Gelände in Zehlendorf. Nach der Berliner Blockade in den Jahren 1948-49 wurden große Teile des Bahngeländes eingeebnet und zur Lagerung von Versorgungsgütern wie z.B. Kohle genutzt. Da die Amerikaner und die anderen Firmen des Geländes in den 50er Jahren die Heizkraftanlagen von Kohle auf Öl umstellten, sank das Lieferaufkommen der Bahn rapide.
Die Zehlendorfer Eisenbahn ist heute eine reine Industriebahn zur Belieferung der Anschließer auf dem Gelände in Zehlendorf.