Eisenbahnstadt Berlin

Monopolverwaltung für Branntwein

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Aufgrund des Branntweinmonopolgesetzes aus dem Jahre 1919 wurde an der Provinzstraße im Bezirk Reinickendorf die Monopolverwaltung für Branntwein errichtet. Das Gesetz stellte den Abschluß einer Entwicklung dar, die sich schon in der Mitte des vorigen Jahrhunderts abzeichnete. Da dieses Monopol auch heute noch besteht, überwacht die Verwaltung weiterhin Erzeugung und Vertrieb von Branntwein, seit 1971 als Mittelbehörde. Da über den Betrieb riesige Mengen von Alkohol umgeschlagen wurden, mußte eine effiziente Transportmöglichkeit her. So wurde eine 1.727,7 m lange Betriebsbahn mit Anschluß an die Nordbahn gebaut. Leider liegen über die Entwicklung der Bahn bis zum Zweiten Weltkrieg kaum Informationen vor. Vermutlich entstand die Anlage um die Jahrhundertwende. Bedingt durch starke Kriegszerstörungen konnte die Bahn erst am 20. Januar 1950 wieder ihre Arbeit aufnehmen. Der Betrieb bot nun eine breit gefächerte Produktpalette an, die vom Brennspiritus über Fuselöle bis hin zum 97prozentigen Primasprit reichte. Innerhalb Berlins wurde der Alkohol von dort aus mittels eines LKW-Tankzuges ausgeliefert. Nach außerhalb transportierte man den Sprit über die Gleise der Eisenbahnanlage, die an den Güterbahnhof Schönholz und damit an das Netz der Deutschen Reichsbahn angeschlossen waren. Vom Bahnhof Schönholz aus verliefen die Schienen parallel zu den Reichsbahngleisen und wurden nach einer Spitzkehre dreigeteilt. Am Ende der drei Gleise lag, mit einem Durchmesser von 14 Metern, eine Drehscheibe. Über diese wurde dann jeweils ein Waggon um 90° gedreht und auf das Gelände der Monopolverwaltung gezogen. Dort befindlich ist außer den Gleisanlagen mit sechs Weichen auch ein Lokschuppen. Bei Ausfällen der Lokomotive bedient man sich einer Seilrangieranlage. Die Umschlagmengen liegen an den Werktagen bei ca. drei bis vier Waggons pro Tag. Für die Rangierarbeiten steht eine Diesellokomotive des Typs 150 DCL-R aus der Diepholzer Maschinenfabrik Christoph Schöttler (Schöna) zur Verfügung. Die 24 Tonnen schwere und fast 7 Meter lange Lokomotive besitzt eine Dieselmaschine mit einer Leistung von 167 PS. Sie stellt in Berlin ein Unikat dar. Im Winter und in Spitzenzeiten setzt man außerdem noch ein Zweiwegefahrzeug, einen Unimog, ein. An diesen kann man auch einen Schneepflug montieren, der im Winter die Schneeräumarbeiten übernimmt. Über vor dem Zweiten Weltkrieg eingesetzte Loks gibt es leider kaum Angaben. Als sicher gilt aber zumindest eine 1925 gebaute B - gekuppelte Dampfspeicherlok, hergestellt von der Firma Jung und eine 1929 gekaufte Windhoff LW 110, die aber bereits ein Jahr später an die Monopolverwaltung Neu - Isenburg abgegeben wurde. 1950 bekam die Monopolverwaltung dann eine Jung DN 233 geliefert und 1957 eine Jung RK 12 B mit einer Leistung von 120 PS. Beide Loks wurden jedoch an Jung zurückgegeben und anschließend weiterverkauft. Die erste Mitte der siebziger Jahre und die zweite 1984 nach Ankunft der neuen Lok.
Siehe auch:
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