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| Einer der größten
Militärstandorte im 19. Jahrhundert war die Stadt Spandau mit ihren Rüstungsfabriken.
Die Insel Eiswerder beherbergte eine Pulverfabrik, eine Geschützgießerei, eine
Artilleriewerkstatt, eine Patronenfabrik sowie eine Munitionsfabrik, die ihr den Namen
»Waffenschmiede des Deutschen Reiches« einbrachte. Im Jahre 1890 siedelte sich am
Salzhof, nordöstlich von Eiswerder, eine Chemische Fabrik an, die die Säuren für die
Munitionsherstellung produzierte. Obwohl seit 1846 die Berlin-Hamburger Eisenbahn und ab
1871 die Berlin-Lehrter Eisenbahn in Spandau eine Station hatten, fehlte es an direkten
Anschlüssen zu den jeweiligen Fabriken. Am 9. Februar 1892 wurde deshalb vom heutigen
Spandauer Hauptbahnhof die Strecke über eine 55 m lange Brücke zur Insel Eiswerder und
über ein Nebengleis zum Salzhof in Betrieb genommen. Innerhalb der einzelnen Fabriken
fuhren feuerlose 600 mm Schmalspur-Dampfspeicherlokomotiven, um die Explosionsgefahr zu
mindern.
Der Anschluß der in der Nähe gelegenen Firma Siemens und deren neu gebauter Güterbahn erfolgte im Jahre 1908 an der Einmündung der Gartenfelder Straße in die Berliner Chaussee. Eine Erweiterung der, durch den Ersten Weltkrieg und dem Transport der Rüstungsgüter, ständig überlasteten Bahnstrecke wurde bereits 1915 in Angriff genommen. Als erstes wurde ein Gleis zum Spreeufer verlegt um dort mit Trajekt-Schiffen überzusetzen und zwei Jahre später ein zweites Gleis vom Bahnhof Ruhleben zur neuen Geschützgießerei Ost. Nach Kriegsende sank das Verkehrsaufkommen, weshalb Planungen für den Ausbau nicht realisiert wurden. Aufgrund des Versailler Vertrages mußten die Rüstungsbetriebe in Spandau abgebaut werden, worauf viele private Betriebe die Nutzung der Fläche übernahmen. Die Kontrolle der wirtschaftlichen Nutzung erfolgte durch die neu gegründete Firma »Deutsche Industrie Werke DIWAG«, die am 1. Mai 1920 Betriebsführer der Gleisanlagen wurde. 1926 gelangten die Anlagen nördlich der Spree an die Firma Industrieanlagen GmbH (Inag), die Betriebsführung blieb aber bei der DIWAG. Durch den Ausbau der Siemens-Güterbahn zum neu errichteten Bewag-Kraftwerk West und dem Bahnhof Ruhleben wurden die nicht mehr benötigten Verbindungsgleise der Inak getrennt. Aus Sicherheitsgründen wurde diese Trennung aber im Zweiten Weltkrieg wieder aufgehoben, um mindestens eine der Eisenbahnbrücken über die Spree im Zerstörungfall noch befahren zu können. So wurden von hier Treibstoffe, Flugzeugmotore und KFZ-Teile für das Militär transportiert. Aufgrund der starken Zerstörung der Gleisanlagen im Zweiten Weltkrieg wurde die Inak Nebenanschließer der noch fast funktionstüchtigen Siemens-Güterbahn. Die Fläche auf Eiswerder diente nach dem Krieg als Lagerungs- und Umschlagplatz für Getreide, auf dem Salzhof hingegen wurden Tanklager errichtet. Auf Eiswerder errichtete man einen Lokschuppen und eine Grube, um Reparaturen durchführen zu können. Die Rhenus AG, selbst Anschließer der Bahn, übernahm die Betriebsführung sowie im Jahr 1988 die Führung der Siemens-Güterbahn.
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