| 1912 wurde in Kassel ein
Unternehmen gegründet, das als Gegenstand die Herstellung von Motoren, Transformatoren
und Schaltanlagen hatte - die Volta Werke. Eine Niederlassung in Berlin errichtete man
1912. Infolge des stetig gestiegenen Produktionsvolumens nach dem Krieg und der Tatsache,
daß man die großen und damit sehr schweren Transformatoren zum Güterbahnhof Tegel
bringen mußte, sah sich die Führung der Volta Werke Anfang der sechziger Jahre
veranlaßt die Deutsche Reichsbahn um einen eigenen Anschluß an deren Netz zu bitten. Da
sich die Reichsbahn in den Sechzigern mit einem chronischen Lokomotivmangel konfrontiert
sah, folgte sie der Bitte nur mit der Auflage, daß sich die Volta Werke um eine eigene
Lok bemühten. Diese Bedingung erfüllten sie dann auch und bestellten 1962 bei der
Schalker Eisenhütte eine 22 t schwere Akkulok mit zwei 440 Volt Gleichstrommotoren mit
einer Gesamtleistung von 90 kW (122 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Die
Lokomotive wurde am 24. Januar 1964 ausgeliefert und hatte seitdem mal mehr und mal
weniger Arbeit zu verrichten. Da sie fest zum Bild der Firma gehörte, wurde sie von den
Angestellten liebevoll »Tante Molly« genannt. Die Betriebsbahn hatte eine Länge von
300 m und fand ihren Anschluß am Güterbahnhof Hermsdorf. Bedingt durch einen Streik der
Reichsbahner im Jahr 1981 und den damit einhergehenden Einschränkungen im Güterverkehr
in Berlin (West) war die Bahn zeitweilig auch gezwungen bis zum Bahnhof Schönholz zu
fahren und die Güterwagen dort zu übergeben. Im Laufe der Zeit ging der Güterverkehr
der Volta Werke immer weiter zurück, da der Bau der großen Transformatoren nach
Westdeutschland verlagert wurde. 1987 schloß man die Niederlassung ganz, baute die
Eisenbahnanlage ab und übereignete die Lokomotive dem Deutschen Technikmuseum Berlin.
Dort verrichtet sie heute noch kleine Rangierarbeiten. |