| Die 1896 gegründete und seit
1906 in Berlin - Wittenau ansässige Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik (DWM)
produzierte anfangs ausschließlich Kriegsgüter. Unterschiedlich sind die Aussagen der
Gleisanschlüsse zur Staatsbahn. Eine Version bezieht sich auf den Anschluß an die
Bahnbetriebsgesellschaft Borsigwalde, die andere auf eine Trasse zur 1916 gegründeten Reinickendorfer Industriebahn, die als
wahrscheinlicher gilt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden im Werk Waffen und
Munition hergestellt, danach - aufgrund einer Initiative der Mitarbeiter - Friedensgüter
wie z.B. Feuerzeuge, Kochtöpfe und Küchenwaagen. Seit dem Jahr 1952 bedeutet DWM
»Deutsche Waggon- und Maschinenfabrik GmbH« und man befaßte sich wieder mit dem Bau und
der Reparatur von Bahnfahrzeugen. 1971 fusionierten die Firmen DWM Berlin, SEAG Waggonbau,
Dreis - Tiefenbach - Siegen und Rheinstahl Transporttechnik zur »Waggon Union GmbH Berlin
und Siegen«. In den Jahren 1984 - 1987 wurden Hauptuntersuchungen für die West-Berliner
S-Bahn durchgeführt, danach wurden Reisezugwagen, Straßenbahnen, Triebwagen und
U-Bahnwagen produziert. Zu den Forschungsprojekten gehörte auch der Bau der
Fahrgastkabinen für die Berliner Magnetbahn. Der größte Auftraggeber war jedoch das
Land Berlin, es wurden für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Doppeldeckerbusse und
U-Bahnwagen hergestellt. Ein für die Erprobung von S-Bahnzügen zum Bahnhof Wittenau
(ehem. Kremmener Bahn) liegendes Gleis wurde 1984 elektrifiziert. Seit 1996 gehört die
Waggon Union zu ABB Daimler-Benz (Deutschland) GmbH kurz Adtranz. Im Jahre 1997 wurde die
Produktion von Reinickendorf nach Pankow verlegt. Auf dem Gelände in Reinickendorf werden
seit diesem Zeitpunkt keine Eisenbahnen mehr produziert. |