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Berlinale 2001 • 51. Internationale Filmfestspiele Berlin

Fritz Lang - Retrospektive mit Uraufführung des neu rekonstruierten Filmklassikers Metropolis

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»Er war ein wahrer Meister. Gefürchtet für sein Temperament und seine völlige Hingabe beim Regieführen, die ihn und sein Team in ständiger Aufruhr hielt. Er war die Inkarnation des Perfektionisten.« So der Regisseur Robert Siodmak einmal über seinen Regiekollegen Fritz Lang, dem die Internationalen Filmfestspiele die Retrospektive der 51. Berlinale widmen.

Spektakuläres Hauptereignis der Retrospektive wird die Uraufführung einer von Murnau-Stiftung und Bundesarchiv initiierten neuen Rekonstruktion des Klassikers Metropolis im Berlinale-Palast sein. ZDF/Arte beteiligt sich an dem Ereignis als Auftraggeber einer neuen Musik zum Film, komponiert von Bernd Schultheis, der schon mit anderen Stummfilmkompositionen international hervorgetreten ist und auch als Komponist elektronischer Musik große Reputation genießt. Für die Aufführung konnte das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Frank Strobel gewonnen werden. »Mit diesem Highlight setzt die Retrospektive einen hochkarätigen filmhistorischen Akzent im Programm der 51.Berlinale«, meinte Festivaldirektor Moritz de Hadeln, »und ehrt einen Regisseur, dessen Erfolgsgeschichte in Berlin begann.«

Fritz Lang, 1890 in Wien geboren, 1976 in Los Angeles gestorben, war mehr als nur ein großer deutscher und amerikanischer Regisseur. Er war auch ein Mann, der sich und sein Leben selbst inszeniert hat, der Legenden um seine Person beförderte, der privat unsichtbar bleiben wollte, um desto nachdrücklicher sein eigenes öffentliches (Wunsch-) Bild zu lancieren.

In der Weimarer Republik feierte Fritz Lang seine ersten großen Erfolge, stets seismographisch auf politische und gesellschaftliche Veränderungen reagierend und sie in sein filmisches Universum übersetzend. 1933 verließ er das nationalsozialistische Deutschland und emigrierte über Frankreich 1934 in die USA. Auch seine amerikanischen Filme speisen sich oft aus einem politischen Impetus, kreisen um Verstrickung und Schuld, sind geprägt von einem »utopiefeindlichen Fatalismus« und stellen sich der Gegenwart von Nationalsozialismus und Krieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte Fritz Lang ein Comeback in der Bundesrepublik. Vor allem in Frankreich galt er schon früh als einer der prägendsten Schöpfer des Autorenkinos.

Die Retrospektive der Berlinale 2001, konzipiert und organisiert vom Filmmuseum Berlin - Deutsche Kinemathek, zeigt alle erhaltenen Filme von Fritz Lang, die meisten von ihnen in neu gezogenen Kopien, darunter zahlreiche Restaurierungen und Rekonstruktionen. Den Internationalen Filmfestspielen Berlin und dem Filmmuseum Berlin ist es erneut gelungen, internationale Archive für einen gemeinsamen Auftritt auf der Berlinale zu gewinnen und so einen Schwerpunkt auf Restaurierung und Rekonstruktion von Filmen Fritz Langs zu legen. In der Vorbereitungszeit konnten bislang unbekannte Materialien gefunden werden, darunter zu zahlreichen deutschen Filmen die Originalnegative, die es ermöglichen, viele Filme aus Langs Oeuvre in herausragender, bislang nicht bekannter Bildqualität zu zeigen. Der Perfektionist Lang ist mit diesen Bildern nun noch besser zu erkennen.

Besonders die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, das Bundesarchiv-Filmarchiv, das Filmmuseum München, das Deutsche Filminstitut und KirchMedia beteiligen sich auf deutscher Seite an dem Projekt. Für die amerikanischen Filme engagieren sich stark das Academy Film Archive, Twentieth Century-Fox, Sony und Warner Bros.

Zur Retrospektive erscheint im Berliner Jovis Verlag eine opulente dreisprachige Monografie Bestellen über den Regisseur: Leben und Werk in Bildern und Dokumenten. Durch glückliche Umstände sind in den letzten zwei Jahren und im Zuge der Arbeiten an der Retrospektive zahlreiche verschollen geglaubte Dokumente aus dem Nachlaß gefunden worden, die nun erstmals erschlossen werden und neue, überraschende Schlaglichter auf Leben und Werk Fritz Langs werfen. Eine Neubewertung dieser hervorragenden Persönlichkeit der Filmgeschichte steht an.

Das Filmmuseum Berlin bereitet eine Fritz Lang-Ausstellung vor, die zur Retrospektive im Februar zu sehen sein wird und die danach - wie die Retrospektive auch - nach Wien, Los Angeles und Paris geht.

Programm der Retrospektive

• Pressemitteilung der Berlinale • 3.11.2000

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01.01.07 • 11.01.07