 |
|
- Zusammenfassend läßt sich also feststellen, daß
- 1. der Kaiju Eiga kein politisches Kino ist (wie
von vielen Schlaumeiern gerne angenommen), er
- 2. wohl aber - jedoch nur unterschwellig und ganz zu Beginn - spezifisch japanische
Probleme verarbeitet hat (Hiroshima, Niederlage im Zweiten Weltkrieg u. ä.);
- 3. der Kaiju Eiga schon von seiner Herkunft (nämlich Panik in New York) auf pure
Unterhaltung aus war;
- 4. der japanische Monsterfilm bestrebt war, den Weltmarkt zu erschließen und das
japanische Kino konkurrenzfähig zu machen (was ebenfalls These 1 bestätigt - mit
Unterhaltung läßt sich das Publikum am besten anlocken).
In den
späteren Jahren wurde dies durch eine Kooperation versucht, während man aktuelle Themen
(Bedrohung durch den Kommunismus, Umweltzerstörung) nur aufgriff, um den Ungetümen eine
Existenzberechtigung zu verschaffen. Denn die Herren der Toho
hatten spätestens nach Rodan erkannt, daß der Kaiju Eiga am besten funktioniert, wenn er keinen
geistigen Tiefgang aufweist. Daher war der Kaiju Eiga seit Beginn der siebziger Jahre zum
Scheitern verurteilt, weil man thematisch alles ausgereizt hatte und die Filme sich in
einem Fahrwasser befanden, aus dem es kein Ausbrechen mehr gab. Damit weisen auch die
asiatischen Monsterfilme die klassische Entwicklung in der Unterhaltungsindustrie auf, die
über Distanz, geistigen Tiefgang, veränderte Sehgewohnheiten zum puren Konsumieren
führt.
Die Ungeheuer traten als allumfassende Bedrohung auf, nie jedoch als Bedrohung des
Individuums. Mythologische Ansätze waren praktisch nicht vorhanden; die Ungeheuer waren
einzig und allein dazu da, sich gegenseitig zu bekämpfen oder Städte zu zerstören.
Daher bedurfte ihre Rechtfertigung keiner »Lost-World«- oder
»Monster-on-the-Loose«-Thematik. Gleichzeitig war die Rahmenhandlung Nebensache, weil
sich alles nur um die Monster drehte. Schließlich war der Kaiju Eiga aufgrund seiner
Spielzeugbauten und durchsichtigen Tricktechnik einmalig. Der Kaiju Eiga war ein einziger
großer Spaß - nicht mehr und nicht weniger. [td]
1. Einleitung
[Einleitung] [Die Urmonster] [Monster gegen Monster] [Mensch und Monster] [Weltraum und Umwelt] [Abgang der Monster] [Resümee]
|