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| Berlin > Transmediale |
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| Es dürfte kein gutes Zeichen
sein, wenn ein bislang zukunftsweisendes Berliner Medienkunstfestival im neuen Jahrtausend
den Bach runtergeht. Nachdem der Berliner Senat die Föderung radikal zusammengestrichen
hatte, traten die Finanzierungslücken der »transmediale 01« offen zutage. So wurde das
Programm auf eine Woche gekürzt und auf die geplante Ausstellung interaktiver Medienkunst
völlig verzichtet. Und es war die erste transmediale ohne Micky Kwella, der die
Veranstaltung 1988 als Videofest ins Leben gerufen und ihr zu internationalem Ansehen
verholfen hatte. Für Dr. Andreas Broeckmann waren die Voraussetzungen somit denkbar
schlecht, sich als neuer künstlerischer Leiter der transmediale
zu profilieren. Man kann nur hoffen, daß das dürftige Programm der transmediale 01 und der Verzicht auf publikumsträchtige Themen ihre Ursachen im Geldmangel und nicht in einer neuen künstlerischen Konzeption der Veranstalter haben. Passend zum schwachen Angebot stand das Festival diesmal unter dem Motto »DIY [do it yourself!]«. Christoph Kummerer demonstrierte, wie sich der Gameboy als Musikinstrument nutzen läßt, während die Macher der vorgestellten Machinima-Filme gehackte Spielesoftware als Rohmaterial für ihre Werke benutzen. Auch Themen wie »Social Software« und neue Distributionsformen im Internet vermittelten eher den Eindruck des verzweifelten Bestrebens um eine inhaltliche Aufwertung des Programms. Immerhin konnte der Science-Fiction-Autor Bruce Sterling als Diskussionsgast zum Thema »Long Live Dead Media« gewonnen werden. Nichts Neues, aber doch Interessantes bot die Retrospektive der Berliner Produktionsgruppe dogfilm, die bis zur Auflösung im Jahr 2000 unter anderem das ZDF-Fernsehspiel killer.berlin.doc (D 1999) inszenierte. An den Rechnern in der media lounge wurden Projekte unter dem Motto Interactive und
Artistic Software vorgestellt. Darunter fand sich auch die witzige Seite der Landessexklinik
Baden-Würtemberg ( |
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PreiseDie mit 10.000 DM dotierten, von verschiedenen Firmen gesponserten transmediale awards wurden am Sonnabend - im Beisein des Staatsministers für Kultur und Medien Prof. Julian Nida-Rümelin - in den Kategorien Interactive, Video und Artistic Software vergeben. Sie gingen an das eigenwillige Grafikprogramm Auto-Illustrator von Adrian Ward, den kreativen Browser Nebula.M81 - Autonomous von Netochka Nezvanova, die interaktive Installation zgodlocator von Herwig Weiser und Albert Bleckmann sowie an die Videos BROADCAST (Kanada 2000) von Istvan Kantor und LOutil nest pas toujours un marteau (Kanada 1999) von Sylvie Laliberté. Die Abschlußparty der transmediale 01 dümpelte müde im Salon des Podewil vor sich hin und weckte bestenfalls wehmütige Erinnerungen an den legendären club transmediale der vergangenen zwei Jahre. |