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| ALIEN CONTACT 49 |
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Hugo Alien Contact |
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Die Verleihung fand
während der 14. World Science Fiction Convention (NewYorkCon) in New York statt.
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| Novel James Blish: A Case of Conscience (September 1953 in IF, Buchausgabe bei Ballantine; dt. Der Gewissensfall, H 3334 und HSFB 59) Die erste vernunftbegabte Spezies, auf die die Menschheit trifft, ist eine Echsenart, die auf dem fünfzig Lichtjahre von der Erde entfernten Planeten Lithia lebt. Die drei Meter großen Echsen haben trotz des fehlenden Metalls auf ihrer Welt eine hochentwickelte Technologie und planetenweite Kommunikation, sie kennen jedoch keine Künste. Auch Neid und Missgunst sind ihnen unbekannt. Vier Wissenschaftler von der Erde sollen beurteilen, inwieweit die Menschheit mit den Lithianern in Kontakt treten soll. Doch die Feinfühligkeit und Zurückhaltung der riesigen Echsen ist ihnen suspekt, und alle vier erklären den Planeten, aus sehr unterschiedlichen Gründen, als nicht für einen ausgedehnten Kontakt geeignet. Der Biologe und Jesuitenpriester Pater Ramon Ruiz-Sanchez glaubt in dem paradiesischen Planeten ein Werk des Teufels zu erkennen, während der Physiker Dr. Cleaver in Lithias Bodenschätzen ein fast unerschöpfliches Arsenal zum Bau von Atomwaffen sieht. Als die vier zur Erde zurückkehren, bringen sie ein Echsen-Embryo mit. Nachdem sich die Echse namens Egtverchi voll entwickelt und die Sprache der Menschen erlernt hat, durchschaut sie die Verlogenheit der Menschheit und ruft zur Anarchie auf. Das Chaos scheint vorprogrammiert. Blish hat in diesem sehr kurzen Roman ein großes Thema angepackt. Er stellt die ehrliche, paradiesische Gesellschaft der Echsen gegen die Dekadenz der Menschheit und beleuchtet die Thematik aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Allein die theologischen Gesichtspunkte sind die Lektüre wert. Die Hauptpersonen des Buches sind hervorragend porträtiert. Insbesondere Pater Ruiz-Sanchez, der in einen Konflikt zwischen seiner wissenschaftlichen und seiner theologischen Anschauung gerät, bis er schließlich einen ganzen Planeten exorzieren will. Faszinierend ist allerdings auch Egtverchi, das fremde Wesen, das klug taktiert, wie ein Harlekin den Menschen den Spiegel vorhält und schließlich sogar zum Medienstar wird. Das Buch ist kurz, schnell, klug geschrieben und bietet jede Menge Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Was kann man sich mehr wünschen? Unter den anderen für den Hugo nominierten Büchern dieses Jahres, die zweifellos auch ihre Qualitäten haben, war es mit Sicherheit die beste Wahl. |
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Weitere Nominierungen:
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| Novelette Clifford D. Simak: »The Big Front Yard« (Oktober 1958 in ASTOUNDING; dt. »Das Tor zur anderen Welt« in Simak: Das Tor zur anderen Welt, GZ 20 und GSF 015; als »Der große Vorgarten« in Bova/Jeschke [Hrsg.]: Titan 12, H 3669, in Asimov [Hrsg.]: Das Forschungsteam, HSFB 13 und in Alpers/Fuchs [Hrsg.]: Die Fünfziger Jahre II, Hohenheim und B 24074) Hiram Taine, Inhaber einer Reparaturwerkstatt und gleichzeitig Antiquitätenhändler in einem kleinen Dorf irgendwo in den USA, stellt fest, dass in seinem Haus seltsame Dinge vorgehen. Plötzlich funktionieren kaputte Geräte wieder, obwohl Taine sie gar nicht repariert hat, und manche davon sogar weitaus besser, als sie es sollten. Nach und nach kommt er zu der Erkenntnis, dass sich jemand während seiner Abwesenheit in seinem Haus zu schaffen macht. Sein Hund findet ein kleines, vergrabenes Raumschiff, das Taine in Augenschein nimmt, und als er wieder heimkehrt, hat sich sein Haus komplett verändert: Es ist irgendwie verbogen. Von vorn sieht es aus wie immer, doch wenn man es durch den Hinterausgang verlässt, befindet man sich in einer anderen Welt. Und schon bald darauf tauchen fremde Wesen auf, um mit Taine zu verhandeln. Es ist faszinierend, wie Simak den »sense of wonder« beschwört und seinen sympathischen Protagonisten, einen einfachen Mann vom Lande, die Größe des Universums spüren lässt, ohne dafür pseudowissenschaftliches Vokabular bemühen zu müssen. Und die Idee des kosmischen Planetenverbundes ist denkbar einfach: Kleine Außerirdische fliegen durch das Universum zu besiedelten Planeten, errichten in Häusern der Planetenbewohner Weltenportale und lassen ihr Raumschiff zurück, da sie durch die Portale in ihre Heimat zurückkehren können. Die wahre Motivation der Außerirdischen wird nicht offen gelegt, sie sind jedoch keineswegs aggressiv, sie wollen anscheinend nur Handel treiben. Auf einfache Art und Weise werden die Menschen Mitglieder einer kosmischen Gemeinschaft. Ein ähnliches Prinzip des Weltenverbundes durch etwas anders geartete Weltentore verwendete Dan Simmons über dreißig Jahre später in seinen Hyperion-Romanen, allerdings nennt er sie »Farcaster-Portale«. Dies war der erste Hugo für Clifford Simak, obendrein für eine seiner besten Geschichten, die repräsentativ für sein gesamtes Erzählwerk steht. |
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Weitere Nominierungen:
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| Short
Story Robert Bloch: »That Hell-Bound Train« (September 1958 in F&SF; dt. als »Der Zug zur Hölle« in Bloch: Die besten SF-Stories von Robert Bloch, Moewig, in Carr/Greenberg [Hrsg.]: Traumreich der Magie, H 4254, in Asimov [Hrsg.]: Das Forschungsteam, HSFB 13, und weitere) Martin ist ein Streuner, der sich ohne Eltern durchs Leben schlagen muss. Von seinem Vater, der bei der Eisenbahn beschäftigt war und früh starb, lernte er das Lied vom »Zug zur Hölle«. Als Martin auf die schiefe Bahn gerät, erscheint tatsächlich dieser Zug, und der teuflische Zugführer gewährt Martin einen Wunsch, falls er später, wenn seine Zeit gekommen ist, in den Zug zur Hölle steigt. Martin wünscht sich, die Zeit anhalten zu können, falls er einmal in seinem Leben glücklich sein sollte. Und tatsächlich wendet sich alles zum Guten, doch wann ist der richtige Augenblick im Leben? Wann ist man am glücklichsten? Bei dieser für Bloch sehr charakteristischen Kurzgeschichte handelt es sich nicht um Science Fiction, sondern eher um unheimliche Phantastik. Und wie von Bloch nicht anders zu erwarten, gibt es eine überraschende Pointe. Der Autor thematisiert in diesem recht kurzen Text Moral und persönliches Glücksempfinden und erzählt seine Geschichte meisterhaft. Dennoch war die Konkurrenz um den Hugo in diesem Jahr sehr stark, und vielleicht hätte Alfred Bester für »The Men Who Murdered Mohammed« den Preis eher verdient. |
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| SF or
Fantasy Movie Kein Preis Zuweilen wurden Hugo-Rubriken geschaffen, in denen schlussendlich kein Preis vergeben wurde, weil die Wählenden keines der erschienenen Werke für preiswürdig befanden. |
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Nominierungen:
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| Professional
Magazine MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION Inzwischen hatte sich das MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION als führend auf dem amerikanischen Markt durchgesetzt. Die meisten wichtigen Autoren publizierten hier, und im betreffenden Zeitraum erschienen wichtige Texte wie Robert Heinleins Have Space Suit - Will Travel (3 Teile, August bis Oktober 1958; dt. Die Invasion der Wurmgesichter), Robert Blochs »That Hell-Bound Train« (September 1958; dt. »Der Zug zur Hölle«), Alfred Besters »The Men Who Murdered Mohammed« (Oktober 1958; dt. »Die Mörder Mohammeds«), Philip K. Dicks »Explorers We« (Januar 1959; dt. »Entdecker sind wir« bzw. »Rückkehr vom Mars«), Robert Heinleins »All You Zombies-« (März 1959; dt. »Entführung in die Zukunft«), Daniel Keyes' »Flowers for Algernon« (April 1959; dt. »Blumen für Algernon«) oder Philip José Farmers »The Alley Man« (Juni 1959; dt. »Der Müllkutscher«). Außerdem erschienen in F&SF Texte von Richard Matheson, John Collier, William Tenn, Arthur C. Clarke, Fredric Brown, Poul Anderson, Damon Knight, Isaac Asimov, A. Bertram Chandler, Jack Williamson, Algis Budrys, Anthony Boucher, Fritz Leiber, Judith Merril, Gordon R. Dickson, Ray Bradbury, Zenna Henderson, Anne McCaffrey, Frederik Pohl, James Blish und vielen anderen. |
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| Professional
Artist Frank Kelly Freas Freas erhielt in diesem Jahr bereits den dritten seiner insgesamt zehn Hugos. Gemeinsam mit Ed Emshwiller hatte er die grafische Ausdrucksweise der SF in den fünfziger Jahren bestimmt. Übrigens arbeitete Freas später auch für das Magazin MAD und entwarf die Schulterstücke der NASA-Astronauten für die Skylab-1-Mission. Bereits 1957 erschien ein Portfolio mit Arbeiten von Freas. Allerdings sollten noch viele Jahre vergehen, bis die Fans endlich einen Bildband des Künstlers erwerben konnten. |
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| Amateur
Magazine FANAC (Ron Ellik and Terry Carr, eds.) Das amerikanische Fanzine FANAC wurde von 1958 bis 1961 von Terry Carr und Ron Ellik herausgegeben, von 1961 bis 1963 übernahm Walter Breen die Herausgeberschaft. FANAC war nicht sehr umfangreich, erschien jedoch häufig und enthielt Informationen über SF-Autoren, Veranstaltungen sowie Neuigkeiten über SF-Fans und ihre Aktivitäten. Der lockere Stil der FANAC-Autoren war beliebt, und die Macher wurden von bekannten Fans und professionellen Autoren unterstützt. |
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| New
Author Kein Preis (jedoch erhielt Brian W. Aldiss eine Auszeichnung als Zweitplatzierter) Obwohl in dieser Rubrik kein Preis verliehen wurde, ehrte man Brian W. Aldiss mit einer lobenden Erwähnung. Der 1925 geborene britische Autor veröffentlichte bereits seit 1954 SF-Texte; sein Debüt war die Erzählung »Criminal Record« in SCIENCE FANTASY. Danach erschien in diversen Magazinen eine Vielzahl von Geschichten, die in den Bänden Space, Time and Nathaniel (1957; dt. Raum, Zeit und Nathaniel) und No Time Like Tomorrow (1959) gesammelt wurden. Aldiss' frühe Texte waren raffiniert geschrieben und zeichneten sich meist durch dunkle Stimmungen aus. Besonders beliebt waren die lose zusammenhängenden Geschichten in Aldiss' eigener Future History, die Ende der fünfziger Jahre veröffentlicht und im Band Galaxies like Grains of Sand (1960; dt. Das Ende aller Tage) gesammelt wurden. Auch wenn Aldiss später zahlreiche Romane schrieb, blieb er doch der Kurzgeschichte treu. Bis heute sind mehr als dreihundert von Aldiss verfasste Erzählungen erschienen. |
![]() Brian W. Aldiss Foto: Frank Güpner |
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