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ALIEN CONTACT
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Hugo • Science Fiction Achievment Award

<-- Das Jahr 1961 -->

von Hardy Kettlitz

Science Fiction > Preise > Hugo
Alien Contact
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Der Hugo wurde auf dem Seacon in Seattle verliehen.
Novel
Walter M. Miller jr.: A Canticle for Leibowitz
(Buchausgabe, basierend auf drei Erzählungen in FANTASY AND SCIENCE FICTION; dt. Lobgesang auf Leibowitz, MvS, H 3342, H 8211 und HSFB 49)

Der Roman besteht aus drei Teilen, die zuvor bereits in Magazinen publiziert und leicht erweitert wurden. Es handelt sich um die Novellen »Fiat Homo« (April 1955 in F&SF als »A Canticle for Leibowitz«), »Fiat Lux« (August 1956 in F&SF als »And the Light Is Risen«) und »Fiat Voluntas Tua« (Februar 1957 in F&SF als »The Last Canticle«).

600 Jahre nach dem Nuklearkrieg ist die Menschheit in ein dunkles Zeitalter zurückgefallen, das durch Unwissenheit und Armut bestimmt ist, dem Mittelalter vergleichbar. Im Südwesten der ehemaligen USA befindet sich das Kloster des Albertinischen Ordens von Leibowitz, in dem die Überreste des Wissens der ehemaligen Hochzivilisation in Form von Büchern und Dokumenten aufbewahrt werden. Der Novize Francis Gerard findet eines Tages mit Hilfe eines Pilgers in einem alten Atombunker ein Dokument – eine alte Blaupause einer technischen Zeichnung – auf dem der Name I. E. Leibowitz zu lesen ist. Leibowitz war ein Physiker, der nach dem atomaren Holocaust im Zeitalter der Simplifikation, als man sich gegen alles Intellektuelle wehrte und Bücher verbrannte, einen Orden gründete, der das menschliche Wissen für spätere Generationen konservieren sollte. Jetzt, 600 Jahre später, weiß keiner der Mönche mehr genau, was er tut. Und so verwendet Francis fünfzehn Jahre seines Lebens darauf, eine originalgetreue, reich verzierte Kopie des Leibowitz-Dokumentes zu erstellen. Schließlich bringt er das Dokument nach New Rome, und der Orden erreicht sein höchstes Ziel: die Heiligsprechung von Leibowitz.

Der zweite Teil des Buches ist weitere 600 Jahre später angesiedelt. Die wissenschaftlich-technische Entwicklung hat Fortschritte gemacht, im Kloster des St. Leibowitz experimentiert man mit Elektrizität. Umherziehende Stämme außerhalb der Klöster sind sesshaft geworden, Staaten haben sich gebildet. Es kommt zu den ersten Konflikten zwischen Kirche und Staat.

Der dritte Teil des Romans schließt den Kreis der Zivilisationsentwicklung. Nach weiteren 600 Jahren hat die Gesellschaft wieder einen Stand wie vor der atomaren Katastrophe erreicht. Die Kirche hat ihren Einfluss weitgehend verloren, ein neuer Atomkrieg droht. Als schließlich die Bomben fallen, brechen die Mönche mit einem Sternenschiff zum Alpha Centauri auf.

Miller passt den Stil seines Werkes der Entwicklung der Gesellschaft an. Während der erste Teil recht einfach geschildert ist, wird der letzte Teil deutlich komplexer und vielschichtiger, aber auch komplizierter und schwerer verständlich. Der Autor transportiert die Geschichte der letzten 2000 Jahre der menschlichen Zivilisation in die Zukunft. Reclams Science Fiction Führer kommentierte dazu:

»Ironischerweise kommt dabei der katholischen Kirche eine ähnliche Rolle zu, nur daß ihre Reliquien dieses Mal wissenschaftlichen Ursprungs sind. Eine tragende Rolle spielt dann auch fortwährend das Verhältnis zwischen Kirche und Wissenschaft, wobei Miller öfter sarkastische Seitenhiebe austeilt, ohne jedoch zu hart mit beiden Bereichen ins Gericht zu gehen. ... Dieser Roman gewann 1960 den Hugo Award und wird von vielen Kritikern als einer der besten SF-Romane überhaupt angesehen.«

Weitere Nominierungen:
  • Harry Harrison: Deathworld
    (3 Teile, Januar bis März 1960 in ASTOUNDING/ANALOG; dt. Die Todeswelt, H 3067; auch enthalten in Harrison: Todeswelten, H 4350 und HSFB 55)
  • Poul Anderson: The High Crusade
    (3 Teile, Juli bis September 1960 in ASTOUNDING/ANALOG; dt. Sir Rogers himmlischer Kreuzzug, M 3566)
  • Algis Budrys: Rogue Moon
    (Dezember 1960 in FANTASY AND SCIENCE FICTION; dt. Projekt Luna, H 3041 und HSFB 48)
  • Theodore Sturgeon: Venus Plus X
    (Buchausgabe bei Pyramid; dt. Venus plus X, GWTB 181)
Short Fiction
Poul Anderson: »The Longest Voyage«
(Dezember 1960 in ANALOG; dt. »Die längste Reise« in Anderson: Die längste Reise, G 23315, in Asimov [Hrsg.]: Das Forschungsteam, HSFB 13)

Anderson erzählt in seiner Novelle von einer »Lost Colony«. Vor Jahrtausenden ist eine große Menschengruppe verstoßen und auf einem Planeten ausgesetzt worden, worauf sie im Laufe der Jahrhunderte ihr Wissen verlor und die Kultur in Barbarei zurückfiel.

Zur Zeit der Erzählung überquert ein Schiff die Ozeane des Planeten und treibt Handel mit den verschiedenen Völkern. Dabei lernen die Seefahrer einen alten Mann kennen, der vor langer Zeit mit seinem Raumschiff auf diesem Planeten gestrandet ist, und versuchen ihm zu helfen, die nötigen Materialien zu finden, die für die Reparatur des Raumschiffs notwendig sind. Doch es gibt auch Kräfte, die den Kontakt zu anderen Planeten verhindern wollen.

Obwohl der Plot recht interessant scheint, vermag es Anderson kaum, den Leser zu fesseln. Der Stil der Geschichte ist pathetisch und geschwollen, allzu viele Handlungen sind vollkommen nebensächlich und für die Geschichte überflüssig. Wie auch in einigen anderen seiner Werke schwelgt Anderson in uninteressanten Details und verliert dabei den Kern der Handlung aus dem Blick.

Im Vergleich zu den Texten anderer Jahre ist ein Hugo für diese Erzählung kaum angemessen.

Weitere Nominierungen:
  • Pauline Ashwell: »The Lost Kafoozalum«
    (Oktober 1960 in ANALOG; nicht auf Deutsch erschienen)
  • Theodore Sturgeon: »Need«
    (enthalten in Sturgeon: Beyond, Avon, 1960; dt. »Bedürfnisse« in Sturgeon: Hinter dem Ende der Zeit, G 23408)
  • Philip José Farmer: »Open to Me, My Sister«
    (Mai 1960 in FANTASY AND SCIENCE FICTION, auch als »My Sister’s Brother«; dt. »Der Bruder meiner Schwester« in Farmer: Bizarre Beziehungen, K 5771 und H 4387, in Farmer: Jenseits von Raum und Zeit, H 4935)
Dramatic Presentation
The Twilight Zone

Wie schon im vorangegangenen Jahr wurde wieder Rod Serlings Fernsehserie ausgezeichnet.

Nominierungen:
  • The Time Machine (Film)
  • Village of the Damned (Film)
Professional Magazine
ASTOUNDING/ANALOG

Während FANTASY AND SCIENCE FICTION zunehmend phantasische Erzählungen brachte, konzentrierte sich ASTOUNDING, das im Oktober 1960 in ANALOG SCIENCE FACT-FICTION, nach wie vor unter der Herausgeberschaft von John W. Campbell jr., umbenannt wurde, mehr auf reine Science Fiction. Im betreffenden Jahr erschienen in ASTOUNDING/ANALOG unter anderem Poul Andersons The High Crusade (3 Teile, Juli bis September 1960; dt. Sir Rogers himmlischer Kreuzzug) und »The Longest Voyage« (Dezember 1960, dt. »Die längste Reise«) sowie Clifford D. Simaks The Fisherman (4 Teile, April bis Juli 1961). Trotzdem erstaunt die Wahl etwas, da doch die anderen Magazine wie F&SF und GALAXY die deutlich interessanteren Autoren aufzuweisen hatten.

Weitere Nominierungen:
  • AMAZING
  • FANTASY AND SCIENCE FICTION
Professional Artist
Ed Emshwiller

Wie bereits in den Jahren zuvor konnte Emshwiller durch seine Magazin- und Buchcover die Wähler des Hugo Awards überzeugen und erhielt den Preis ein weiteres Mal.

Weitere Nominierungen:
  • Virgil Finlay
  • Frank Kelly Freas
  • Mel Hunter
Fanzine
WHO KILLED SCIENCE FICTION? (Earl Kemp, ed.)

WHO KILLED SCIENCE FICTION? war ein einmalig erscheinendes Fanzine (»Oneshot«) und enthielt Essays zur Science Fiction.

Weitere Nominierungen:
  • DISCORD (Redd Boggs)
  • FANAC (Terry Carr & Ron Ellik)
  • HABAKKUK (Bill Donaho)
  • SHANGRI-L'AFFAIRS (Bjo & John Trimble, Los Angeles S. F. Society)
  • YANDRO (Robert & Juanita Coulson)
Siehe auch
Encyclopedia of Science Fiction: Der Hugo - Science Fiction Achievment Award
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