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ALIEN CONTACT
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Hugo • Science Fiction Achievment Award

<-- Das Jahr 1962 -->

von Hardy Kettlitz

Science Fiction > Preise > Hugo | Alien Contact
Der Hugo wurde auf dem Chicon III in Chicago, Ill. verliehen.
Novel
Robert A. Heinlein: Stranger in a Strange Land
(Buchausgabe bei Putnam's; dt. Ein Mann in einer fremden Welt, H 3170-72 und HSFB 75; Fremder in einer fremden Welt, B 24214)

Eine Marsexpedition landet auf unserem Nachbarplaneten und kehrt nicht zurück. Erst Jahre später findet eine nachfolgende Expedition einen einzigen Überlebenden: den Sohn zweier Wissenschaftler, der seine Familie überlebt hat und von Marsianern aufgezogen wurde. Der junge Valentin Michael Smith wird zur Erde zurückgebracht und von der Regierung in Gewahrsam genommen. Er ist über das Leben der Erdenmenschen sehr verwundert und versteht vieles nicht, was um ihn herum geschieht. Ein Reporter und eine Krankenschwester bringen in Erfahrung, dass der Öffentlichkeit nicht der echte »Mann vom Mars« präsentiert wird, sondern ein Double. Eine Krankenschwester namens Jill entführt Smith und bringt ihn zu einem mit dem Reporter befreundeten Schriftsteller, Rechtsanwalt und selbst ernannten Philosophen namens Jubal Harshaw, der die beiden bei sich versteckt.

Valentin Michael Smith benutzt seine mentalen Kräfte, die er von den Marsianern erhalten hat, um die Welt zu verändern. Für die einen wird er dadurch zu einer Messias-Gestalt, für andere jedoch auch zur Bedrohung bestehender Werte und Vorstellungen. Vordergründig prangert Heinlein Missstände auf der Erde an.

Der Roman ist für die Zeit, in der er entstanden ist, sehr umfangreich. Allerdings haben die Leser und Abstimmungsberechtigten des Hugo Award leider Umfang mit Bedeutsamkeit verwechselt. Der Roman erweckt den Eindruck, als wüsste der Autor selbst nicht so genau, was er mit seiner Hauptfigur eigentlich anstellen sollte. Und so schrieb er weiter und schrieb weiter und ließ seine Protagonisten seitenweise überflüssige Polemiken und Pseudophilosophien schwatzen. Hier ein Beispiel:

Regierungen! Zu drei Vierteln parasitisch und der Rest dummes Herumfummeln - oh, Harshaw räumte ein, dass der Mensch als soziales Tier eine Regierung ebenso wenig vermeiden kann, wie ein Individuum fähig ist, der Abhängigkeit von seinen Eingeweiden zu entrinnen. … Aber nur, weil ein Übel unvermeidlich war, brauchte man es noch nicht ›gut‹ zu nennen. Von ihm aus konnte die Regierung auswandern und verloren gehen.

Die Herausgeber hatten Heinlein aufgefordert, seinen Roman zu kürzen. Zum einen war der Umfang zu groß, zum anderen störte man sich wohl an einigen »anstößigen« Szenen. Und so kürzte Heinlein sein Buch, was den Text zwar nicht verbesserte, zumindest aber straffte. Leider entschloss man sich später, den Originaltext zu rekonstruieren, und fügte in der Erstausgabe fehlende Passagen und Kapitel wieder ein, wodurch das Buch noch ungenießbarer wurde, als es ohnehin schon war.

Weitere Nominierungen:
  • Daniel F. Galouye: Dark Universe
    (Buchausgabe bei Bantam; dt. Dunkles Universum, GZ 37)
  • Clifford D. Simak: The Fisherman
    (4 Teile, April bis Juli 1961 in Analog, Buchausgabe als Time is the Simplest Thing; dt. Die unsichtbare Barriere, GZ 31)
  • James White: Second Ending
    (2 Teile, Juni bis Juli 1961 in Fantastic; dt. Herr der Roboter, T 287)
  • Harry Harrison: Sense of Obligation
    (3 Teile, September bis November 1961 in Analog, späterer Titel: Planet of the Damned; dt. Retter einer Welt, H 3058)
Short Fiction
Brian W. Aldiss: The Hothouse Series
(5 Storys 1961 in FANTASY AND SCIENCE FICTION, Buchausgabe als The Long Afternoon of Earth; dt. Am Vorabend der Ewigkeit, H 3030, ungekürzt als Der lange Nachmittag der Erde, HSFB 61)

Die Hothouse-Serie besteht aus den fünf Erzählungen »Hothouse« (Februar 1961 in F&SF), »Nomansland« (April 1961 in F&SF), »Undergrowth« (Juli 1961 in F&SF), »Timberline« (September 1961 in F&SF) und »Evergreen« (Dezember 1961 in F&SF) und wurde kurze Zeit später zu einem Roman zusammengefasst. Aldiss beschreibt die Erde in einer sehr fernen Zukunft, als ihre Rotation bereits ausgesetzt hat und die Sonne bald zu einer Nova zu explodieren droht. Durch die intensive Sonneneinstrahlung hat sich die Erdoberfläche in ein gigantisches Treibhaus mit einem riesigen und gefährlichen Urwald verwandelt. Einige Pflanzen haben sich zu wahren Bestien entwickelt, und eine Art Pflanzenspinne hat sogar den Schritt in den Weltraum vollziehen können - ihre Netze spannen sich bis zum Mond. Aber es gibt auch eine intelligente Morchel, die gewillt ist, den bedrohten Menschen zu helfen. Nur wenige Tierarten, hauptsächlich Insekten, haben überlebt, und die Menschen sind schon lange nicht mehr die Herren des Planeten. Sie wohnen auf gigantischen Bäumen und müssen ständig mit den Pflanzen um ihr Überleben ringen. Inhalt der fünf Erzählungen sind die Abenteuer einer Gruppe von Kindern, die auf sich selbst gestellt sind.

Ähnlich wie Jack Vance' Erzählungen um die »Sterbende Erde« sind die Geschichten eher der Fantasy als der Science Fiction zuzurechnen. Die außergewöhnliche Exotik der geschilderten Zukunft hat allerdings durchaus ihren Reiz.

Weitere Nominierungen:
  • James Schmitz: »Lion Loose«
    (Oktober 1961 in ANALOG; nicht auf Deutsch)
  • Lloyd Biggle: »Monument«
    (Juni 1961 in ANALOG; nicht auf Deutsch)
  • Fritz Leiber: »Scylla's Daughter«
    (Mai 1961 in FANTASTIC; nicht auf Deutsch)
  • Mack Reynolds: »Status Quo«
    (August 1961 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

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Dramatic Presentation
The Twilight Zone

Auch im dritten Jahr seiner Ausstrahlung konnte Rod Serling mit den Geschichten seiner Serie die SF-Fans überzeugen und erhielt bereits zum dritten Mal einen Hugo für Twilight Zone.

Nominierungen:
  • The Fabulous World of Jules Verne (Film)
  • Thriller (TV)
  • The Two Worlds of Charlie Gordon (TV)
  • Village of the Damned (Film)
Professional Magazine
ANALOG

In Analog erschienen Erzählungen von Harry Harrison, Randall Garrett, Avram Davidson, James H. Schmitz, Gordon Dickson, Hal Clement, Mack Reynolds, H. Beam Piper, E. C. Tubb, John Brunner, Poul Anderson, Ben Bova und anderen - darunter jedoch keine, die die SF nachhaltig geprägt hat. Das neue Erscheinungsbild des ehemaligen ASTOUNDING überzeugte jedoch Fans und Leser.

Weitere Nominierungen:
  • AMAZING
  • FANTASY AND SCIENCE FICTION
  • GALAXY
  • SCIENCE FANTASY
Professional Artist
Ed Emshwiller

Inzwischen hatte Emshwiller geradezu - und vollkommen zu Recht - ein Abonnement auf den Hugo. (Siehe die Jahre 1953 und 1960-1964)

Weitere Nominierungen:
  • Virgil Finlay
  • Mel Hunter
  • John Schoenherr
  • Axel Schomburg
Fanzine
WARHOON (Hrsg. Richard Bergeron)

Das amerikanische Fanzine erschien von 1952 bis 1985 und wurde in New York bzw. Puerto Rico herausgegeben. Aus dem zunächst recht einfachen Heft wurde im Laufe der Zeit ein umfangreiches, attraktives Magazin mit hervorragenden Artikeln über SF und das Fandom. Zu den Kolumnisten gehörten u. a. John Baxter, James Blish, Robert A. W. Lowndes, Terry Carr und Bob Shaw. Unterstützt wurde Warhoon unter anderem vom Robert Bloch und Harlan Ellison.

Weitere Nominierungen:
  • AMRA (George Scithers)
  • AXE (Larry & Noreen Shaw)
  • CRY (F. M. & Elinor Busby und Wally Weber)
  • YANDRO (Robert & Juanita Coulson)
Special Awards
Cele Goldsmith for editing AMAZING and FANTASTIC
Cele Goldsmith war von September 1956 bis Februar 1957 Assistant Editor, von März 1957 bis November 1958 Managing Editor und schließlich vom Dezember 1958 bis zum Juni 1965 Editor der Magazine AMAZING STORIES und FANTASTIC. Unter seiner Regie verbesserte sich die Qualität der Magazine deutlich, und er war neuen Autoren und Ideen gegenüber sehr aufgeschlossen. Unter den Autoren, die während seiner Zeit in den Magazinen veröffentlichten, befanden sich Thomas M. Disch, Roger Zelazny und Ursula K. Le Guin. Er beendete seine Herausgeberschaft, als beide Magazine an einen anderen Verlag verkauft wurden.
Donald H. Tuck for The Handbook of Science Fiction and Fantasy
Donald H. Tuck (geb. 1922) hat als Bibliograph auf dem Gebiet der Science Fiction seit den 40er Jahren Außerordentliches geleistet. Das Handbook of Science Fiction and Fantasy erschien bereits 1954, die überarbeitete und erweiterte Fassung in zwei Bänden dann 1959. Auf Grund dieser Arbeit sollte von 1974 bis 1983 seine dreibändige The Encyclopedia of Science Fiction and Fantasy through 1968 entstehen. Zusammen mit Everett F. Bleiler gehört er zu den besten Kennern der frühen Science Fiction.
Fritz Leiber and the Hoffman Electronic Corp. for the use of science fiction in advertisements
Fritz Leiber war nicht nur ein exzellenter Science-Fiction-Autor, sondern auch stets darauf bedacht, das Ansehen der SF in der Öffentlichkeit hochzuhalten. So wundert es kaum, dass er als studierter Psychologe auf die Idee kam, Science-Fiction-Elemente in der Werbung einzusetzen. Heute ist dies wohl nichts Besonderes mehr, wenn selbst Überraschungseier mit Raumschiffen umherfliegen ...
Siehe auch:
Encyclopedia of Science Fiction: Der Hugo - Science Fiction Achievment Award
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05.09.10 • 08.09.10