ALIEN CONTACT
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Hugo • Science Fiction Achievment Award

<-- Das Jahr 1964 -->

von Hardy Kettlitz

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Alien Contact
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Der Hugo wurde auf dem Pacificon II in Oakland, CA verliehen.
Novel
Clifford D. Simak: Here Gather the Stars
(Juni und August 1963 in GALAXY, Buchausgabe als Way Station; dt. Raumstation auf der Erde, GZ 54)

Enoch Wallace lebt in der Nähe von Milville in Wisconsin allein und zurückgezogen auf einer Farm. Seine Nachbarn trifft er höchst selten, und der einzige Mensch, der eine Art Freundschaft zu Enoch aufgebaut hat, ist der Postbote. Niemand bemerkt, dass Wallace kaum altert, und nur durch einen Trick konnte er bisher die Nachbarn täuschen. Doch der Geheimdienst ist auf ihn aufmerksam geworden und hat herausgefunden, dass Wallace 1840 geboren wurde und bereits am amerikanischen Bürgerkrieg teilgenommen hat.

In Wirklichkeit ist das altertümlich wirkende Farmhaus eine hochtechnisierte, galaktische Relaisstation, eine Art »Rastplatz« für per Materietransmitter reisende Aliens. Wallace hat unter den Reisenden zahlreiche Freunde, die ihn mit den neuesten Nachrichten aus der Galaxis versorgen, nur darf er niemandem auf der Erde davon erzählen. Als Entschädigung für diese Einsamkeit haben ihm die Außerirdischen die Unsterblichkeit geschenkt. Wallace altert nur in den wenigen Minuten pro Tag, an denen er sein Haus verlässt, um einen Spaziergang zu machen oder nach Post zu schauen.

Vor längerer Zeit ist einer der Außerirdischen während eines Aufenthaltes gestorben, und Wallace hat ihn in seinem Garten begraben. Als der neugierige Geheimdienstler auf die außerirdische Leiche stößt, gerät Wallace in Erklärungsnot.

Aber auch im galaktischen Maßstab häufen sich die Probleme. Ein wichtiger Talisman ist verschwunden, und politische Separatisten wollen dafür sorgen, dass abgelegene Transferstationen unterentwickelter Völker - so auch die auf der Erde - aus dem Transmitterverbundnetz ausgeschlossen werden. Schließlich findet Enoch Wallace eine Lösung, wodurch sogar die Aufnahme der Erde in den galaktischen Bund wahrscheinlich wird.

Reclams Science Fiction Führer urteilte:

Way Station ist der typischste aller Simak-Romane. Er enthält nahezu alle Elemente, die seinen Verfasser bekannt gemacht haben: den ländlich-pastoralen Hintergrund, den weisen älteren Protagonisten, der friedlich seinem Tagewerk nachgeht und trotzdem Entscheidungen von kosmischer Tragweite zu fällen hat, galaktische Auseinandersetzungen, die der Autor durch seinen einsamen Protagonisten schildert, den actionarmen, eher auf freundliche Beschreibungen ausgerichteten Stil und die heile Welt, die oft am Ende gerettet ist, wenn Simak alle Fäden miteinander verknüpft und die Handlung zum (kosmischen) Happy-End geführt hat.

Gemeinsam mit Edgar Pangborn und Zenna Henderson gehörte Simak zu einer kleinen Gruppe von Autoren, die sich vollständig von der technischen Seite der Science Fiction abgewandt hatten. Brian Aldiss schrieb: »Clifford Simak hat eine besondere Stellung in der SF inne als lebende Verkörperung anti-urbaner Werte und einer Art Freiluft-Mittelwesten-Anständigkeit.«

Simak hätte sicher auch für seine City-Geschichten den Hugo verdient, allerdings sind diese bereits zehn Jahre vor der ersten Hugo-Verleihung erschienen.

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Weitere Nominierungen:
  • Kurt Vonnegut jr.: Cat's Cradle
    (Buchausgabe bei Holt, Rinehart and Winston; dt. Die Katzenwiege, Piper)
  • Frank Herbert: Dune World
    (3 Teile, Dezember 1963 bis Februar 1964 in ANALOG; dt. enthalten in Der Wüstenplanet, H 3108/3109 sowie in diversen weiteren Ausgaben bei Bertelsmann und Heyne)
  • Robert A. Heinlein: Glory Road
    (3 Teile, Juli bis September 1963 in F&SF, dt. Straße des Ruhms, H 3179-80)
  • Andre Norton: Witch World
    (Buchausgabe bei Ace; dt. Gefangene der Dämonen, TF 2)
Short Story
Poul Anderson: »No Truce With Kings«
(Juni 1963 in F&SF; dt. »Die Zentrale der Esper« in Anderson: Die Zeit und die Sterne, TTB 103)

Anderson beschreibt in seiner Novelle eine Welt nach einer Katastrophe. Amerika ist in mehrere Staaten zerrissen, die sich gegenseitig bekriegen. Damiz greift der Autor auf ein Thema zurück, das Mitte der sechziger Jahre in der SF schon fast aus der Mode gekommen war: Eine Organisation von Espern versucht, in die politischen Geschehnisse einzugreifen.

Brian W. Aldiss schrieb dazu:

Zu seinen besten Werken zählt »No Truce With Kings«, das Heinleinsche Dickköpfigkeit … mit dem recht sensiblen Porträt einer von einem Bürgerkrieg zerrissenen Familie kontrapunktiert.

Nun ist es möglich, dass Aldiss ein sensibles Porträt in diesem Text entdeckt hat. Liest man jedoch die deutsche Übersetzung im Terra Taschenbuch, so muss man leider feststellen, dass die Dialoge nur dämlich formulierte hölzerne Monologe sind, keine der Figuren tatsächlich herausgearbeitet wurde und die Handlung schlichtweg krude und uninteressant ist. Vermutlich hätte Roger Zelazny in diesem Jahr eher den Hugo verdient, aber die Fans haben eben anders entschieden.

Weitere Nominierungen:
  • Rick Raphael: »Code Three«
    (Februar 1963 in ANALOG; nicht auf Deutsch)
  • Roger Zelazny: »A Rose for Ecclesiastes«
    (November 1963 in F&SF; dt. »Die 2224 Tänze von Locar« in Zelazny: Die Türen seines Gesichts, M 3505)
  • Edgar Rice Burroughs: »Savage Pellucidar«
    (November 1963 in AMAZING; nicht auf Deutsch)
Professional Magazine
ANALOG

Dass sich ANALOG im Zeitraum 1963-64 gegen seine Konkurrenten durchsetzen konnte, hat der Herausgeber John W. Campbell hauptsächlich der Veröffentlichung von Frank Herberts Dune World (3 Teile, Dezember 1963 bis Februar 1964; Urfassung von Dune, dt. Der Wüstenplanet) zu verdanken. Darüber hinaus erschienen einige weniger wichtige Erzählungen und Kurzromane von Autoren wie Harry Harrison, James H. Schmitz, Mack Reynolds, Poul Anderson, Gordon R. Dickson, John Brunner, Murray Leinster und Norman Spinrad.

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Weitere Nominierungen:
  • AMAZING
  • THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION
  • GALAXY
  • SCIENCE FANTASY
Professional Artist
Ed Emshwiller

Nachdem im Vorjahr Roy G. Krenkel den Hugo in der Rubrik Professional Artist erhalten hatte, wurde 1964 wieder Ed Emshwiller geehrt - mit seinem vierten Hugo. Er malte im Zeitraum 1963-64 Cover für alle wichtigen Magazine wie GALAXY, IF, AMAZING, FANTASTIC und vor allem THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION.

Weitere Nominierungen:
  • Virgil Finlay
  • Frank Frazetta
  • Roy Krenkel
  • John Schoenherr
SF Book Publisher
Ace Books

Ace Books war ein Taschenbuchverlag, der 1953 vom Pulp-Verleger A. A. Wyn gegründet wurde. Ace publizierte fast alle wichtigen Genre-Autoren der damaligen Zeit und wurde vor allem für die von Donald A. Wollheim herausgegebenen, sehr preisgüstigen Ace Doubles bekannt. Zwei Romane wurden Rücken an Rücken als Wendebuch gebunden, so dass beide Seiten des Buches ein Titelbild zeigten. Ace brachte hauptsächlich Erstveröffentlichungen, kaum Nachdrucke. Die wichtigsten SF-Autoren bei Ace waren John Brunner, Samuel R. Delany, Philip K. Dick, Gordon R. Dickson, Thomas M. Disch, R. A. Lafferty, Ursula K. Le Guin, Robert Silverberg und Roger Zelazny.

1964 wurde Terry Carr Herausgeber bei Ace und startete die beliebte Reihe Ace Science Fiction Specials.

Weitere Nominierungen:
  • Ballantine
  • Doubleday
  • Pyramid
Amateur Magazine
AMRA (Hrsg. George Scithers)

Der Autor, Herausgeber und Verleger George Scithers (*1929) war von 1946 bis 1973 bei der US-Army beschäftigt. Schriftstellerisch wurde er erst Ende der sechziger Jahre tätig, und 1977 war er der erste Herausgeber von ISAAC ASIMOV'S SCIENCE FICTION MAGAZIN.

Als Fan wurde er jedoch bereits 1959 aktiv und gab das Fanzine AMRA heraus. AMRA erschien unregelmäßig und war auf Sword and Sorcery spezialisiert, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Werk von Robert E. Howard.

Nominierungen:
  • ERB-DOM (Camille Cazedessus jr.)
  • STARSPINKLE (Ron Ellik)
  • YANDRO (Robert & Juanita Coulson)
Siehe auch
Encyclopedia of Science Fiction: Der Hugo - Science Fiction Achievment Award
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