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| ALIEN CONTACT 57 |
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Hugo Alien Contact |
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Der Hugo wurde auf dem
Nycon 3 in New York verliehen.
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| Novel Robert A. Heinlein: The Moon Is a Harsh Mistress (5 Teile, Dezember 1965 bis April 1966 in IF; dt. Revolte auf Luna, H 3132/33, 1975 beim Bertelsmann Lesering, 1984 in H 1002; Der Mond ist eine herbe Geliebte, B 24191) Im Jahre 2076 ist der Mond eine riesige Strafkolonie geworden. Unerwünschte Personen werden als Kolonisten zwangsverpflichtet. Der Mond wird von der Erde aus verwaltet und muss Lebensmittel abliefern, die in riesigen Kuppelfarmen herangezogen werden. Viele Siedler, Loonies genannt, sind mit diesem Zustand unzufrieden und organisieren sich im Untergrund. Manuel, der Protagonist und Ich-Erzähler der Geschichte, ist Computertechniker und mit der Aufgabe betraut, den Verwaltungsgroßcomputer zu warten. Dieser Computer, der Mike genannt wird, hat ein eigenes Bewusstsein entwickelt und ist zu der Erkenntnis gelangt, dass er die Loonies in ihrem Freiheitskampf unterstützen will. Er organisiert die Revolution nach dem Zellensystem, das zum Beispiel auch die Bolschewiki in der Vorbereitung der russischen Oktoberrevolution angewandt haben. Natürlich hütet sich Heinlein, einen Vergleich zu den Kommunisten anzustellen. Dieses Verfahren bietet Mike jedoch die Gelegenheit, seine wahre Identität zu verbergen, und so glaubt jedermann, er sei ein Mensch namens Adam Selene. Nach allerlei Schwierigkeiten gelingt die Revolution. Zunächst übernehmen die Arbeiter und Bauern auf dem Mond die Macht. Natürlich ist auch hier nicht die Rede von der Diktatur des Proletariats. Mit terroristischen Mitteln erzwingen die Loonies die Aufmerksamkeit der Erdregierungen, indem sie damit drohen, Transportraumschiffe auf irdische Großstädte abstürzen zu lassen - ein Verfahren, das seit dem 11. September 2001 erschreckend realistisch wirkt. Am 4. Juli 2076 erklärt der Mond die Unabhängigkeit von der Erde. Die politischen Verhältnisse in diesem Roman werden, wie bereits in früheren Heinlein-Büchern, sehr simplifiziert dargestellt. Für jeden Sachverhalt findet sich immer eine einfache und schnelle Lösung. Das ist für die rasante Handlung natürlich förderlich, wirkt jedoch nicht sonderlich realistisch. Ein weiteres Mal wird betont, dass Demokratie zwar ein notwendiges Übel ist, jedoch nicht die ideale Gesellschaftsform. In anderen Romanen äußerte sich Heinlein dazu noch expliziter. Neben der eigentlichen Thematik des Buches widmet Heinlein der Diskussion um künstliche Intelligenz viel Raum. Mike ist zweifellos eine der interessantesten denkenden Maschinen in der SF der sechziger Jahre. Zahlreiche Argumentationen, die man später in Star Trek - The Next Generation um Commander Data wiederfindet, werden hier vorweggenommen. Heinlein hat den Details der Handlung viel Aufmerksamkeit gewidmet. So gibt es in den Mondkolonien doppelt so viele Männer wie Frauen. Daraus resultiert ein neues Verhältnis zwischen den Geschlechtern: Frauen haben das Recht, sich ihren Partner - oder auch mehrere - zu wählen; Männer dagegen müssen passiv bleiben. Interessant ist die Mode. So tragen manche jungen Leute auf dem Mond einen Irokesen-Schnitt, wie es erst viele Jahre nach Erscheinen des Romans unter den Punks Mode geworden ist. Heinlein beschreibt:
Das Buch gehört zweifellos zu Heinleins besten Romanen und hat die Auszeichnung mit dem Hugo verdient - insbesondere auch deswegen, weil es sich mit politischen Themen beschäftigt, bei einem großen Teil der SF-Leser Widerspruch hervorruft und zu Diskussionen anregen kann. |
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Weitere Nominierungen:
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| Novelette Jack Vance: »The Last Castle« (April 1966 in GALAXY, Buchversion 1967 bei Ace zusammen mit »World of the Sleeper« von Wayman; dt. »Die letzte Burg« in Aldiss/Harrison [Hrsg.]: Der Tag Million, Lichtenberg und H 3380, als »Das letzte Kastell« in Vance: Das Segel im Sonnenwind, G 23374; »Die letzte Festung« in Vance: Drachenbrut, B 24087, und weitere) Nachdem ein Sternenkrieg die Erde verwüstet hat, wurde sie von exzentrischen Edelmännern neu besiedelt. Der Adel teilt sich in Klans auf, die mit ihrer Dienerschaft in verschiedenen Burgen leben. Zu den Dienern gehören die Meks als Techniker, die Bauern als Landarbeiter und die Phains - Luxusgeschöpfe halb Mädchen, halb Orchidee - zum Zeitvertreib. Die 700jährige parasitäre Herrschaft der elitären Klasse wird durch den Aufstand der Meks jäh erschüttert. Alle Burgen, bis auf die im Titel besagte letzte, werden vernichtet, denn die lebensuntüchtigen Adligen sind selbst kaum in der Lage, sich zu verteidigen. Leider gelingt es Vance nicht, die Motivation des Aufstandes glaubhaft zu gestalten. In der Burg Hagedorn bricht angesichts der Bedrohung ein Streit zwischen Traditionalisten und Pragmatikern aus. Die überlebenswillige Minderheit nimmt den Kampf mit den Meks auf und gewinnt sogar, jedoch unter Verlust ihrer alten Privilegien. Sehr anschaulich schildert Vance die in sich erstarrte Gesellschaft mit ihren Riten und Gepflogenheiten. Leider ist die Botschaft insgesamt etwas moralinsauer. Diese Novelle gewann sowohl den Nebula Award (1966) als auch den Hugo Award (1967). Bei der Wahl der British Fantasy Society der »10 Best Fantasy Novelettes published prior to 1971« findet sich »The Last Castle« auf Platz 8, direkt vor »Guyal of Sfere« von Vance. |
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Weitere Nominierungen:
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| Short
Story Larry Niven: »Neutron Star« (Oktober 1966 in IF; dt. »Neutron Star« in Niven: Neutron Star, G 223) Der 1938 geborene Larry Niven debütierte 1964 in IF mit der Erzählung »The Coldest Place« (dt. »Der kälteste Ort«). Nur zwei Jahre später hatte er sich bereits einen Namen als Autor abenteuerlicher Weltraumgeschichten mit wissenschaftlichem Hintergrund gemacht. Sein Universum ist mit allerlei seltsamen Außerirdischen bevölkert. In der preisgekrönten Geschichte »Neutron Star« wird Beowulf Shaeffer, der in einer ganzen Reihe von Storys auftaucht, von Außerirdischen aufgefordert, die Ursache eines Raumschiffunfalls herauszufinden. Das Ehepaar Laskin war mit der Erforschung eines Neutronensterns beschäftigt, als es tödlich verunglückte, von einer fremden Macht innerhalb ihres Raumschiffs zerquetscht. Shaeffer erhält ein außerordentlich gut ausgerüstetes Schiff, die Skydiver, und begibt sich zum betreffenden Neutronenstern. Er findet heraus, dass seltsame Gezeitenwirkungen der Gravitation innerhalb seines Schiffes auftreten und kommt knapp mit dem Leben davon. Der Autor wartet mit einer eher mittelmäßigen Pointe auf. Niven wurde häufig in seinen schriftstellerischen Fähigkeiten überschätzt - so auch hier. Einige der anderen nominerten Short Stories des Jahres hätten den Hugo eher verdient, insbesondere die großartige Geschichte »Light of Other Days« von Bob Shaw. |
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Weitere Nominierungen:
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| Dramatic Presentation The Menagerie (Star Trek) (dt. Talos IV - Tabu) Nach Twilight Zone eroberte eine neue Fernsehserie die Herzen der SF-Fans. Dass sich Star Trek im Laufe der folgenden Jahrzehnte zu einem multimedialen Phänomen entwickeln würde, mit dem Milliarden verdient werden, ahnte 1967 wohl niemand, aber den Zuschauern war durchaus klar, dass hier Science Fiction im Fernsehen auf einem neuen Niveau geboten wurde - auch wenn das Niveau der frühen Folgen aus heutiger Sicht noch sehr zu wünschen übrig lässt. The Menagerie handelt vom ehemaligen Captain der Enterprise, Christopher Pike, der nach einem Unfall gelähmt und nahezu kommunikationsunfähig ist. Spock will ihn zu einem verbotenen Planeten bringen, wo er den Rest seines Lebens zwar in einer Illusion, aber doch glücklich verbringen könnte. Allerdings kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, in der Spock seine Absichten verteidigen muss, und in Rückblenden wird die Geschichte des Planeten Talos IV und von Captain Pike erzählt. The Cage, der eigentliche Pilotfilm von Star Trek, wurde nie Bestandteil der Serie. Die Unterschiede waren einfach zu groß und erklärungsbedürftig. Damit das Material und natürlich die Produktionskosten für The Cage nicht verschwendet waren, kamen die Produzenten auf die Idee, eine Rahmenhandlung hinzuzufügen und den Pilotfilm in die Serie zu integrieren. So entstand der einzige Zweiteiler der ersten Star-Trek-Serie. Trotz lächerlich aussehender Aliens und aus heutiger Sicht peinlicher Special Effects entstand eine raffinierte Geschichte, die zu den besten der ersten Star-Trek-Staffel gehört. |
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| Professional
Magazine IF In diesem Jahr konnte IF bereits den zweiten Hugo in Folge erringen. Die Höhepunkte im betreffenden Zeitraum waren u. a. Larry Nivens »Neutron Star« (Oktober 1966, dt. »Neutron Star«) und »At the Core« (November 1966; dt. »Im Kern«), Isaac Asimovs »The Billiard Ball« (März 1967; dt. »Der Billardball« bzw. »Die Billiardkugel« bzw. »Energie aus dem Nichts« bzw. »Das Nullfeld«), Harlan Ellisons »I Have No Mouth, and I Must Scream« (März 1967; dt. »Ich will schreien und habe keinen Mund« bzw. »Ich muß schreien und habe keinen Mund«), Larry Nivens »Flatlander« (März 1967; dt. »Fremdling im Kosmos«), Samuel R. Delanys »Driftglass« (Juni 1967; dt. »Treibglas«) und Philip José Farmers »The Felled Star« (2 Teile; Juli und August 1967; dt. enthalten in Die Flußwelt der Zeit). Außerdem erschienen mehrteilige Romane von J. T. McIntosh, Algis Budrys und Keith Laumer. |
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Weitere Nominierungen:
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| Professional
Artist Jack Gaughan John Brian Francis Gaughan (1930-1985) wurde Mitte der 50er Jahre professioneller Grafiker. Er profilierte sich sowohl als Cover-Zeichner wie auch als Illustrator, sowohl für das Magazin GALAXY als auch für Hardcover- und Taschenbuchverlage wie Ace Books. Gaughan hatte einen schnörkellosen, gelegentlich fast abstrakten Stil und beeinflusste damit auch andere SF-Illustratoren der 60er Jahre. |
![]() Titelbild von Jack Gaughan |
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| Fanzine NIEKAS (Hrsg. Ed Meskys und Felice Rolfe) NIEKAS erschien bereits seit 1962. Die ersten fünf Ausgaben, die noch nicht sonderlich umfangreich waren, gestaltete Ed Meskys allein, später wurde er von Felice Rolfe und für drei Ausgaben auch von Anne Chatland unterstützt. Mitte der sechziger Jahre war Niekas sehr umfangreich und brachte hauptsächlich Artikel mit Schwerpunkt auf Fantasy. So wurde das »Glossary of Middle Earth« von Al Halevy dort erstmals veröffentlicht. Mit Ausgabe 20 wurde das Heft im Jahr 1968 eingestellt und erst 1977 weitergeführt. Zahlreiche prominente Autoren steuerten Artikel zu Niekas bei, u. a. Isaac Asimov, Anthony Boucher, Algis Budrys, Avram Davidson, Philip K. Dick, Harry Harrison, Jerry Pournelle, Donald A. Wollheim und Roger Zelazny. |
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| Fan
Writer Alexei Panshin Alexis Adams Panshin wurde 1940 geboren, schrieb jedoch unter dem Namen Alexei Panshin. Er veröffentlichte zahlreiche Erzählungen und Artikel in Fanzines. Sein Debüt in professionellen Publikationen war die Erzählung »Down to the Worlds of Men« (Juli 1963 in IF). Die Erzählung erweiterte er 1968 zum Roman Rite of Passage (dt. Welt zwischen den Sternen), für den er den Nebula Award erhielt. Als Kritiker beschäftigte sich Panshin Mitte der 60er Jahre unter anderem mit dem Werk von Robert Heinlein und veröffentlichte 1968 das Buch Heinlein in Dimension: A Critical Analysis, bis heute eine der fundiertesten Auseinandersetzungen mit dem Autor. |
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| Fan
Artist Jack Gaughan Dies war bereits der zweite Hugo für Jack Gaughan, und er ist der einzige Grafiker, der in ein und demselben Jahr den Hugo in zwei Kategorien erhalten hat, als »Professional Artist« (siehe dort) und als »Fan Artist«. Gaughan arbeitete nicht nur für professionelle Verlage und Magazine, sondern war aktiv im Fandom tätig und illustrierte diverse Fanzines. |
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| Special
Award CBS Television, for 21st Century Die dokumentarische Fernsehserie lief von 1957 bis 1970 und hieß zunächst The 20th Century, wurde dann 1967 in The 21st Century umbenannt. Die Folgen hatten jeweils eine Länge von 30 Minuten und wurden am Sonntagabend auf CBS ausgestrahlt. Erzähler war anfangs Walter Cronkite, später Mike Wallace. |
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