ALIEN CONTACT
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Hugo • Science Fiction Achievment Award

<-- Das Jahr 1968 -->

von Hardy Kettlitz

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Alien Contact
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Der Hugo wurde auf dem Baycon in Oakland, CA verliehen.
Novel
Roger Zelazny: Lord of Light
(Buchausgabe bei Doubleday; dt. Herr des Lichts, 1976 als H 3500)

Durch technische Überlegenheit gelingt es den Menschen, sich einen fernen Planeten zu unterwerfen und eine Hindu-Kultur zu erschaffen, in der Menschen die Rolle von Göttern übernehmen. Alle Hindu-Gottheiten sind vertreten: Brahma, Krischna, Buddha, Kali, Schiwa und mehr. Sie können künstliche Körper züchten und ihren Geist transferieren, wodurch die Reinkarnation auf technische Weise Wirklichkeit wird. Und wie es sich für Götter gehört, intrigieren sie gegeneinander, schmieden Ränke, lieben und bekämpfen sich. Lediglich Mahasamatman, einer der ersten Kolonisten, der auch unter anderen Namen bekannt ist, meist jedoch Sam genannt wird, will sich am Spiel der Götter nicht beteiligen und stellt sich als Herr des Lichtes auf die Seite der Unterdrückten.

Der Autor bemüht sich, wie bereits in seinen ersten beiden Romanen, um bedeutungsvolle Bezüge zur Mythologie und hat eine recht vielschichtige Handlung geschaffen. Allerdings wird der Lesegenuss durch die bombastisch überladene Sprache erschwert. Brian W. Aldiss urteilt in Der Milliarden-Jahre-Traum:

Die Geschichte ließe sich am besten als Abenteuererzählung charakterisieren, als Abhandlung über Ordnung und Chaos. Durch das flotte Tempo und die Verwicklungen wirkt sie eher wie ein Comic in Prosa als wie ein echter Roman. … Aber trotz des überaus reizvollen Glanzes bleibt Lord of Light reine, wenn auch recht unterhaltsame, Konfektionsware, auch wenn einige Kritiker darin ein komplexes und homogenes Kunstwerk erkannt haben wollen.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Weitere Nominierungen:
  • Chester Anderson: The Butterfly Kid
    (Buchausgabe bei Pyramid; dt. Schmetterlingskind, M 3664)
  • Piers Anthony: Chthon
    3. Platz • (Buchausgabe bei Ballantine; dt. Chton oder Der Planet der Verdammten, Marion von Schröder)
  • Samuel R. Delany: The Einstein Intersection
    2. Platz • (Buchausgabe bei Ace; dt. Einstein, Orpheus und andere, Marion von Schröder und B 22076)
  • Robert Silverberg: Thorns
    (Buchausgabe bei Ballantine; dt. Der Gesang der Neuronen, Lichtenberg und H 3392)
Novella
Philip José Farmer: »Riders of the Purple Wage«
(1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Reiter der Purpurnen Sozialhilfe« in Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 8, M 3599 und Farmer: Jenseits von Raum und Zeit, H 4387)

Im Grunde geschieht in dieser Geschichte rein gar nichts. Der Autor gibt einen kaleidoskopisch-experimentellen Einblick in die Zukunft einer vernetzen Gesellschaft, erzählt aus dem Blickwinkel eines in Südkalifornien lebenden Künstlers. Farmers Experiment läuft darauf hinaus, dass die von ihm beschriebene Zukunft für uns heutige Leser nicht verständlich ist und auch nicht sein kann, denn uns fehlen die Erfahrungen und Informationen zukünftiger Jahre. Aus heutiger Sicht sind die Entwicklungen der nächsten Jahrzehnte nicht vorhersehbar, weshalb die Verhaltensweisen der Protagonisten unverständlich bleiben. Somit ist es auch vollkommen unmöglich, den Inhalt der Erzählung wiederzugeben. Gleich zum Anfang des Textes verdeutlicht der Autor dies mit den Worten:

»Wenn Jules Verne wirklich in die Zukunft hätte schauen können, sagen wir bis ins Jahr 1966, dann hätte er wahrscheinlich in die Hosen geschissen. Und erst 2166 – o Mann!«

Es handelt sich um die mit Abstand längste Erzählung in Harlan Ellisons spektakulärer Anthologie Dangerous Visions.

Brian W. Aldiss schrieb in Der Milliarden-Jahre-Traum:

»[In Farmers Novelle] gibt es einen offenen Angriff auf den passiven Eskapismus, der von der Bevölkerung seiner vorgestellten Zukunftswelt praktiziert wird.«

punktgleich:
Anne McCaffrey: »Weyr Search«
(Oktober 1967 in ANALOG; dt. »Die Suche« in Weis [Hrsg.]: Drachen füttern verboten, B 20256)

Der Planet Pern kreist um die Sonne Rukbat im Sternbild des Schützen. Lange Zeit, nachdem er von den Menschen kolonisiert wurde, ist er in Vergessenheit geraten. Die Bewohner müssen sich gegen Fäden eines Wandersterns, die durch das All treiben, zur Wehr setzen. Man hat auf gentechnische Weise Drachen erschaffen, die sowohl kämpfen als auch Freuer speien können. Jedem Drachen ist auf Lebenszeit ein Drachenreiter zugeordnet.

Die Geschichte erzählt von Lessa, der Angehörigen einer Herrscherfamilie, die als Magd verkleidet den Eroberer Fax stürzen will, um ihre Burg Ruath zurückzuerhalten. Als Fax ein Fest auf Ruath geben will, kommt es zu einem durch Lessa provozierten Kampf mit dem Helden F’lar, der Fax tötet. Lessa erhält ihre Burg zurück, und am Ende der Geschichte wird sie sogar Drachenreiterin.

Obwohl die Handlung auf einem anderen Planeten spielt und die Drachen gentechnisch erschaffen wurden, kann man die Erzählung getrost der Fantasy zuordnen, denn die Autorin verwendet fast ausschließlich Versatzstücke und Klischees der Fantasyliteratur. Sonderlich originell ist die Geschichte aus heutiger Sicht nicht, hervorzuheben ist vielleicht, dass die Protagonistin weiblich ist und mit »den Waffen der Frauen« ihre Ziele erreicht.

Die Novelle bildet die Grundlage für den ersten Pern-Roman der Autorin, dem bis heute zahlreiche weitere Bände folgten.

Weitere Nominierungen:
  • Roger Zelazny: »Damnation Alley«
    3. Platz • (Oktober 1967 in GALAXY; dt. »Die Straße der Verdammnis« in Zelazny: Die Insel der Toten u.a., H 4335, und weitere)
  • Robert Silverberg: »Hawksbill Station«
    (August 1967 in GALAXY; dt. »Anpassung« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 35, UTB 3037; »Gefangene der Ewigkeit« in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1985, H 4183)
  • Samuel R. Delany: »The Star-Pit«
    (Februar 1967 in WORLDS OF TOMORROW; dt. »Das Sternenloch« in Delany: Treibglas, B 24029)
Novelette
Fritz Leiber: »Gonna Roll the Bones«
(1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Würfelspiele« in Ellison [Hrsg.]: 15 Science Fiction Stories, HA 34; »Ich muß mal wieder würfeln« in Leiber: Die besten Stories von Fritz Leiber, PSF 6709)

Harlan Ellisons Anthologie Dangerous Visions gehört zu den Meilensteinen der SF-Literatur und präsentierte mindestens ein Dutzend Texte, die den Hugo verdient hätten. Leiber erzählt in seiner Story die Geschichte eines zwanghaften Spielers, der regelmäßig Frau und Mutter verlässt, um sein Geld beim Würfelspiel zu riskieren. Er ist äußerst geschickt beim Werfen der Würfel, aber eines Tages tritt der Teufel gegen ihn an, und der Wetteinsatz ist seine Seele.

Nun ist die Idee dieser Fantasy-Geschichte nicht unbedingt neu, aber die Erzählweise ist es sehr wohl. Leiber schrieb die Story in einem sehr blumigen, metaphernreichen Stil, wodurch er der abgegriffenen Thematik neue Seiten abgewinnt. Obwohl er weitgehend auf Dialoge verzichtet, ist die Geschichte lebendig und eindrucksvoll.

Auch wenn an einer Stelle kurz Raumschiffe erwähnt werden, versuchte Leiber gar nicht erst, seine Story als Science Fiction zu »tarnen«. Trotzdem konnte sich der Text bei der Hugo-Verleihung gegen so starke Geschichten wie »Faith of Our Fathers« von Philip K. Dick durchsetzen.

Weitere Nominierungen:
  • Philip K. Dick: »Faith of Our Fathers«
    (1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Mr. Chiens Halluzinationen« in Ellison [Hrsg.]: 15 Science Fiction Stories, HA 32; »Der Glaube unserer Väter« in Dick: Die besten Stories von Philip K. Dick, PSF 6712; »Glaube unserer Väter« in Dick: Der Fall Rautavaara, Haffmans)
  • Harlan Ellison: »Pretty Maggie Moneyeyes«
    (Mai 1967 in KNIGHT und 1967 in Ellison: I Have No Mouth, and I Must Scream, Pyramid; dt. »Die Puppe Maggie Moneyeyes« in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1986, H 4262 und in Ellison: Die Puppe Maggie Moneyeyes, MvS)
  • Andre Norton: »Wizard’s World«
    2. Platz • (Juni 1967 in IF; nicht auf Deutsch)
Short Story
Harlan Ellison: »I Have No Mouth and I Must Scream«
(März 1967 in IF; dt. »Ich habe keinen Mund und muß schreien« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 35, UTB 3037; »Ich muß schreien und habe keinen Mund« in Ellison: Die Puppe Maggie Moneyeyes, MvS und in Gunn [Hrsg.]: Von Ellison bis Haldeman, HSFB 96)

Harlan Ellison war Ende der sechziger Jahre auf dem ersten Höhepunkt seines Schaffens angelangt. Er galt als das enfant terrible der Science Fiction, wollte mit seiner permanenten Protesthaltung schockieren und aufrütteln. Als Herausgeber gelang ihm dies mit der noch heute herausragenden Anthologie Dangerous Visions. Aber auch als Autor konnte er immer wieder überzeugen.

»I Have No Mouth, And I Must Scream« ist ganz sicher eine der besten Geschichten des Autors. Erzählt wird von einer Gruppe von fünf Leuten, den letzten Überlebenden der Menschheit. Als der dritte Weltkrieg immer weitreichender und komplexer wurde, benötigte man immer größere und leistungsfähigere Computer. Jede Weltmacht hatte einen von dieser Sorte, bis sich die Maschinen schließlich zu einem riesigen, weltumspannenden System zusammenschlossen: AM, dem »Alliierten Mastercomputer«. Doch AM spielte Gott, tötete alle Menschen – bis auf fünf, die er zu seiner eigenen Belustigung nahezu unsterblich machte, sie manipulierte und quälte. Die Geschichte erzählt in brillantem Stil vom Leidensweg der Überlebenden, die nach über 100 Jahren physisch und psychisch deformiert sind.

Ellison wendet sich von traditionellen Erzählmustern der Science Fiction ab und nutzt seinen wortgewaltigen Stil, um eine irrationale Welt unter dem Einfluss eines Supercomputers zu erschaffen.

In den 1990er Jahren erschien übrigens ein gleichnamiges Computerspiel nach dieser Erzählung.

Weitere Nominierungen:
  • Samuel R. Delany: »Aye, and Gomorrah«
    (1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Raumfahrer« in Ellison [Hrsg.]: 15 Science Fiction Stories, HA 34; als »Und dann war da noch Gomorrha« in Gunn [Hrsg.]: Von Ellison bis Haldeman, HSFB 96 und Oth [Hrsg.]: Der nächste Schöpfungstag, SL 701)
  • Larry Niven: »The Jigsaw Man«
    2. Platz • (1967 in Dangerous Visions, herausgegeben von Harlan Ellison; dt. »Kurzer Prozeß« in Ellison [Hrsg.]: 15 Science Fiction Stories, HA 34 und in Gunn [Hrsg.]: Von Ellison bis Haldeman, HSFB 96; als »Der total verpflanzte Mensch« in Niven: Der kälteste Ort, B 24281)

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Dramatic Presentation
»City on the Edge of Forever«
von Harlan Ellison (Star Trek)

Die Serie Star Trek (dt. Raumschiff Enterprise) eroberte ab 1967 die Herzen der Science-Fiction-Fans. Gleich fünf Folgen aus der ersten und zweiten Staffel wurden für den Hugo nominiert. Viele Star-Trek-Fans halten »The Trouble with Tribbles« von David Gerrold für die bessere Folge, aber Harlan Ellison hatte aufgrund seines sonstigen Erfolges einfach die besseren Karten.

»The City on the Edge of Forever« ist die 28. Star-Trek-Folge und wurde am 6. April 1967 erstmals ausgestrahlt. Es handelt sich um eine Zeitreisegeschichte. Dr. McCoy verschwindet durch ein Zeittor. Captain Kirk und Mr. Spock folgen ihm und landen im New York der 1930er Jahre. Es gilt, die Vergangenheit wieder in Ordnung zu bringen und damit das temporale Gleichgewicht des Universums zu retten. Kirk verliebt sich in eine Frau (dargestellt von der jungen Joan Collins) und entdeckt, dass ihr Schicksal der Schlüssel zur Rettung des Zeitgefüges ist.

Weitere Nominierungen:
  • »Amok Time« von Theodore Sturgeon (Star Trek)
    (dt. »Weltraumfieber«)
  • »Mirror, Mirror« von Jerome Bixby (Star Trek)
    (dt. »Ein Parallel-Universum«)
  • »The Doomsday Machine« von Norman Spinrad (Star Trek)
    (dt. »Planetenkiller«)
  • »The Trouble with Tribbles« von David Gerrold (Star Trek) • 2. Platz
    (dt. »Kennen Sie Tribbles?«)
Professional Magazine
IF

Bereits zum dritten Mal in Folge konnte If, noch immer unter der Herausgeberschaft von Frederik Pohl, den Hugo erringen. Highlights im Zeitraum 1967/68 waren u. a. Philip José Farmers »A Bowl Bigger than Earth« (September 1967; dt. »Eine Schale größer als die Erde« bzw. »Eine Kugel größer als die Erde« bzw. »Eine Schüssel größer als die Erde«), A. E. van Vogts »Enemy of the Silkies« (Oktober 1967), diverse Berserker-Storys von Fred Saberhagen, Robert Silverbergs The Man in the Maze (2 Teile; April und Mai 1968; dt. Der Mann im Labyrinth), Frederik Pohls und Jack Williamsons Rogue Star (3 Teile; Juni bis August 1968; dt. Der Outsider-Stern). Außerdem erschienen Storys u. a. von Robert Sheckley, Roger Zelazny, A. Bertram Chandler, Harlan Ellison, Samuel R. Delany sowie Romane von Hal Clement, James White und Larry Niven.

Weitere Nominierungen:
  • ANALOG (2. Platz)
  • THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION
  • GALAXY
  • NEW WORLDS
Professional Artist
Jack Gaughan

Wie bereits im Vorjahr (siehe dort) wurde Jack Gaughan für seine grafischen Arbeiten für SF-Magazine und Buchverlage geehrt.

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Titelbild von Jack Gaughan
Weitere Nominierungen:
  • Chesley Bonestell
  • Frank Frazetta
  • Frank Kelly Freas (2. Platz)
  • Gray Morrow
  • John Schoenherr
Fanzine
AMRA
(Hrsg. George Scithers)

Das Fanzine wurde bereits zum zweiten Mal mit dem Hugo ausgezeichnet. Den ersten Hugo erhielt es 1964 (siehe dort).

Weitere Nominierungen:
  • AUSTRALIAN SCIENCE FICTION REVIEW (John Bangsund) • 2. Platz
  • LIGHTHOUSE (Terry Carr)
  • ODD (Raymond D. Fisher)
  • PSYCHOTIC (Richard E. Geis)
  • YANDRO (Robert & Juanita Coulson)
Fan Writer
Ted White

Ted White wurde 1938 geboren und hieß mit bürgerlichem Namen Theodore Edwin White. 1963 bis 1968 arbeitete er als Redakteur für F&SF, war 1969 bis 1978 Chefredakteur von AMAZING und FANTASTIC, wechselte dann zu HEAVY METAL (1979-1980) und war schließlich Redakteur bei STARDATE (1985-1986).

Im Fandom ist er jedoch durch polemische und teilweise aggressive Briefe und Artikel in Fanzines wie THE ALIEN CRITIC und seine Kolumne in ALGOL bekannt geworden.

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Weitere Nominierungen:
  • Ruth Berman
  • Harlan Ellison
  • Alexei Panshin
  • Harry Warner jr. (2. Platz)
Fan Artist
George Barr

George Barr (*1937) ist mit seinen sehr exakten, feinen Zeichnungen in diversen Fanzines bekannt geworden. Er war fünfmal für den Hugo nominiert und hat ihn zweimal gewonnen.

Er zeichnete jedoch auch für professionelle Publikationen. Sein erstes farbiges Magazincover konnte er für die März-Ausgabe 1961 von FANTASTIC verkaufen. Später wurde er vor allem durch seine Taschenbuchcover bei Ace Books und DAW Books bekannt. Auch zeichnete er zahlreiche Illustrationen für ISAAC ASIMOV'S SCIENCE FICTION MAGAZINE.

Weitere Nominierungen:
  • Johnny Chambers
  • Jack Gaughan
  • Steve Stiles
  • Arthur »ATom« Thomson
  • Bjo Trimble (2. Platz)
Special Committee Award

Harlan Ellison, Special Plaque for Dangerous Visions

Die Anthologie Dangerous Visions gehört zu den wichtigsten und einflussreichsten Science-Fiction-Anthologien aller Zeiten. Der Herausgeber Harlan Ellison hatte die Autoren aufgefordert, ungewöhnliche Erzählungen zu schreiben, die Tabus brechen und in dieser Form nicht in herkömmlichen SF-Magazinen erscheinen könnten. Die insgesamt 33 Texte legten den Grundstein für eine literarisch-stilistische Weiterentwicklung der amerikanischen SF-Literatur. Drei der Geschichten gewannen wichtige Preise, und zwar: »Riders of the Purple Wage« von Philip José Farmer, »Aye, and Gomorrah ...« von Samuel R. Delany und »Gonna Roll the Bones« von Fritz Leiber.

1972 sollte ein weiterer Band folgen, Again, Dangerous Visions, der für ähnlich viel Furore sorgte. Der dritte und letzte Band Last Dangerous Visions ist seit Jahrzehnten angekündigt, aber bis heute nicht erschienen.

Gene Roddenberry, Special Plaque for the TV show Star Trek

Gene Roddenberry (1921-1991) war der Erfinder, Vordenker und Produzent von Star Trek. Zwar gab es vorher bereits die eine oder andere Science-Fiction-Fernsehserie, allerdings waren diese meist so peinlich, dass Star Trek dagegen wie wahre Hochkultur wirkte.

Roddenberry hatte bereits als Autor für mehrere andere Fernsehserien (u. a. Dragnet und Have Gun, Will Travel) gearbeitet und die Serie The Lieutenant produziert. Aber erst durch die 1966-1969 ausgestrahlte Serie Star Trek wurde sein Name bekannt.

Die wesentlichste Leistung Roddenberrys bestand darin, die Zukunft positiv zu sehen und die Menschheit, trotz diverser Probleme, geeint zu zeigen. An Bord der Enterprise arbeiteten US-Amerikaner, Japaner, Russen und sogar eine farbige Frau (!) einträchtig zusammen. Außerdem verbreitete Roddenberry die von Theodore Sturgeon erfundene »Erste Direktive«, die die Mitglieder der Föderation der Vereinten Planeten zur Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Völker verpflichtete.

Siehe auch:
Encyclopedia of Science Fiction: Der Hugo - Science Fiction Achievment Award
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