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| ALIEN CONTACT 59 |
| Science Fiction > Preise > Hugo | Alien Contact |
Der Hugo wurde auf dem St.
Louiscon in St. Louis, MO verliehen.
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| Novel John Brunner: Stand on Zanzibar (Buchausgabe bei Doubleday; dt. Morgenwelt, H 3750 und weitere) John Brunner gehörte von Mitte der fünfziger bis Mitte der sechziger Jahre zu den produktivsten Autoren seichter Space Operas. In den Sechzigern erkannte er jedoch das Potenzial der Science Fiction als sozial engagierte Literatur und schrieb mit Stand on Zanzibar den wichtigsten dystopischen Roman zum Thema Überbevölkerung. Die Geschichte spielt in frühen 21. Jahrhundert, und anders als in vielen anderen Nahzukunftsromanen der sechziger Jahre haben die Protagonisten mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen, von denen die meisten daraus resultieren, dass es zu viele Menschen auf der Erde gibt. So müssen sich viel zu viele Leute zu kleine Wohnungen teilen, kinderlose Ehepaare kaufen ihren Nachwuchs von Schwarzhändlern, und so mancher Amokläufer schießt wild um sich. Die Raumfahrt wurde wegen zu hoher Kosten eingestellt, stattdessen hat man in die Weiterentwicklung der Kommunikationssysteme investiert, um das Bedürfnis nach Reisen einzuschränken. Wer es sich leisten kann, ist überall live dabei, wo etwas los ist, konsumiert Werbung und drittklassige Produkte aus der Retorte. Die einzelnen Handlungsstränge zusammenzufassen ist nahezu unmöglich, denn dieser Roman ist allzu vielschichtig. Die Erzählweise ist ungewöhnlich. Die 42 Hauptkapitel werden durch Werbeeinblendungen, Zitate aus Zeitungen und Momentaufnahmen unterbrochen. Was im ersten Augenblick fast ohne Zusammenhang scheint, wächst zu einem Mosaikbild der Menschheit des 21. Jahrhunderts zusammen. Dabei hat sich Brunner stilistisch an John Dos Passos orientiert. In Reclams Science Fiction Führer ist zu lesen:
Ein nicht immer einfach zu lesendes, jedoch lohnenswertes Buch. |
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| Novella Robert Silverberg: »Nightwings« (September 1968 in GALAXY; dt. Schwingen der Nacht, H 3929) Die Erde wird von einer außerirdischen Invasion bedroht. Im dritten Zeitalter der Menschheit ist die Gesellschaft in Gilden aufgeteilt: Es gibt die Herrscher, Verteidiger, Wächter, Historiker, Schreiber, Karteibeamte, Ärzte, Kaufleute, Hausierer, Mutanten und viele mehr. Der Erzähler ist ein alter Wächter, dessen Aufgabe darin besteht, mehrmals täglich in den Weltraum zu horchen, um in Erfahrung zu bringen, ob eine Invasionsflotte im Anflug auf die Erde ist. Dabei spielt sein Standort keine Rolle. Er wandert gemeinsam mit dem Schmetterlingswesen Avluela und dem Mutanten Gormon in die alte Stadt Roum. Der Herrscher von Roum nimmt Avluela zur Geliebten, worüber der Wächter und der Mutant höchst verärgert sind, denn beide wollten Avluela für sich beanspruchen. Während dieser Zeit findet die Invasion der Außerirdischen tatsächlich statt. Innerhalb einer Nacht übernehmen sie auf friedliche Weise die Erde, und es scheint niemandem wirklich nahe zu gehen. Silverberg entwirft eine Welt der fernen Zukunft. Das erste Zeitalter der Menschheit war die Entstehung der Kultur bis hin zur ersten Besiedelung anderer Planeten. Im zweiten Zeitalter gelangte die Kultur der Menschheit zur Blüte und zur Dekadenz. Die Menschen waren das forschrittlichste Volk in der Galaxis, und so setzte man sich über andere Völker hinweg, legte sogar kosmische Zoos an, in denen andere Wesen zur Schau gestellt wurden. Eins dieser missachteten Völker schwor Rache an der Menschheit. Im dritten Zeitalter, das Silverberg für seine Novelle gewählt hat, sind viele technische und kulturelle Errungenschaften in Vergessenheit geraten, die Menschheit dämmert eher dahin. Das Besondere dieser Novelle besteht in der dekadenten, melancholischen Stimmung, die den gesamten Text durchzieht. Selbst die pathetischen Dialoge fügen sich in die Handlung ein, die sich mehr um Liebe und Verrat dreht als um die außerirdische Invasion. Silverberg schrieb etwas später noch zwei weitere Novellen, die schließlich zum Roman Nightwings zusammengefasst wurden. Allerdings sind die Fortsetzungen weniger überzeugend als der Beginn der Geschichte. |
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| Novelette Poul Anderson: »The Sharing of Flesh« (Dezember 1968 in GALAXY; nicht auf Deutsch) In dieser Erzählung geht es um eine Kultur auf einem fremden Planeten, bei der Kannibalismus kein Tabu ist. Die Erklärung für die Ursachen des Kannibalismus ist faszinierend. Der Planet Lokon ist vor langer Zeit kolonisiert worden, hat jedoch den Kontakt zur Erde verloren. Die Kolonisten fielen auf eine primitive Kulturstufe zurück, und gleichzeitig fand eine Mutation statt. Dem Körper von Kindern, die in die Pubertät kommen, fehlt ein bestimmtes Hormon, um die Geschlechtsreife zu erlangen. Es bedarf einer Art Initialzündung, indem das Kind menschliches Fleisch zu sich nimmt. Die einmalige Zufuhr genügt, um die Produktion des Hormons im kindlichen Körper einzuleiten. Der Protagonist der Erzählung begeht einen kaltblütigen Mord, um für seine beiden Söhne das notwendige Fleisch zu bekommen. Anderson benutzt sein Thema, um unterschiedliche ethische Maßstäbe vorzustellen, und sorgte damit für einige Diskussionen. Leider nicht unter der deutschen Leserschaft, denn die Geschichte wurde bisher nicht übersetzt. |
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| Short
Story Harlan Ellison: »The Beast that Shouted Love at the Heart of the World« (Juni 1968 in GALAXY; nicht auf Deutsch) Harlan Ellison sagte selbst, dass diese Geschichte ein Experiment gewesen sei. Und für experimentelle Geschichten war das Publikum Ende der sechziger Jahre sehr empfänglich, selbst dann, wenn der Text weitgehend unverständlich war. In diesem Fall wählte Ellison eine Kreisform. Mehrere Ereignisse drehen sich im Kreis. Selbst amerikanische Kritiker haben zwar allerlei Deutungsversuche unternommen, wurden sich jedoch über die Geschichte nicht einig. |
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| Dramatic Presentation 2001: Space Odyssey (Kino) (dt. 2001 - Odyssee im Weltraum) Der 1968 produzierte Film von Stanley Kubrick basiert auf der bereits 1951 entstandenen Kurzgeschichte »The Sentinel« (dt. »Der kosmische Wächter« bzw. »Der Wächter«) von Arthur C. Clarke. Doch das ist kaum der Grund für den nachhaltigen Erfolg des Films, denn die Handlung ist schnell erzählt. Bereits in prähistorischer Zeit erreicht ein außerirdisches Artefakt die Erde, ein schwarzer Monolith, der allem Anschein nach Einfluss auf die Entwicklung der Menschheit nimmt. Im Jahr 2001 schließlich findet eine Expedition auf dem Mond einen weiteren Monolithen, dessen Herkunft man sich nicht erklären kann. Dieser sendet ein Signal zu den Monden des Jupiter, woraufhin Monate später das Raumschiff Discovery ausgesandt wird, um herauszufinden, was sich dort befindet. Doch die Expedition scheitert beinahe, als der neurotische Computer HAL 9000 eine Art Nervenzusammenbruch erleidet und bis auf einen alle Astronauten tötet. Der letzte Überlebende erreicht zwar die Jupitermonde und eine Art Sternentor, erlebt dann jedoch einen psychedelischen Trip, der die Zuschauer seit Jahrzehnten verwirrt und zumeist als transzendentale Evolution gedeutet wird. Schließlich wird er als eine Art kosmisches Baby neu erschaffen. In einem Interview äußerte der Regisseur einmal, dass er selbst nicht so ganz genau wisse, was der Schluss des Films bedeutet und sich jeder selbst seinen Teil denken soll. Die Figuren des Films sind ähnlich flach und indifferent wie in Clarkes Romanen. Am interessantesten die Dialoge des Computers HAL mit dem überlebenden Astronauten. Herausragend wird der Film durch die technischen Mittel, die Kubrick einsetzt. Die Raumschiffe sind keine überlichtschnellen Geschosse, die mit lautem Getöse durch den Weltraum donnern, sondern realistisch anmutende Raumfahrzeuge, die elegant durch die Stille des Weltraums ziehen, untermalt von klassischer Musik. Die Spezialeffekte sind von einer Perfektion, wie man sie zuvor nie gesehen hat, und das 70-mm-Verfahren, in dem der Film produziert wurde, tut sein Übriges, um den Zuschauer zu beeindrucken. Bedauerlicherweise wurden bei der Neuaufführung im Jahr 2001 nur 35-mm-Kopien gezeigt, so dass die Zuschauer nicht die optische Brillanz genießen konnten wie das Kinopublikum im Jahr 1968. Leider nimmt Kubrick mit 2001 eine unheilvolle Entwicklung des Science-Fiction-Kinos voraus, nämlich dass das technische Spektakel wichtiger ist als eine logisch nachvollziehbare Handlung, schauspielerisches Können und interessante Protagonisten. Der Roman 2001: A Space Odyssey (1968; dt. 2001 - Odyssee im Weltraum) von Arthur C. Clarke ist nahezu ungenießbar. Dass er ein Bestseller wurde, ist vermutlich auf den überwältigenden Erfolg des Spielfilms zurückzuführen. |
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| Professional
Magazine THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION konnte ein weiteres Mal die Fans überzeugen. Im Zeitraum 1968/69 wurde es von Edward L. Ferman betreut. Obwohl aus heutiger Sicht keine wirklichen Klassiker erschienen, war der Inhalt durchaus vorzeigbar: Zenna Hendersons People-Erzählung »The Indelible Kind« (Dezember 1968), Anne McCaffreys Rowan-Geschichte »A Meeting of Minds« (Januar 1969), Robert Silverbergs »Sundance« (Juni 1969; dt. »Schicksalsgefährten« bzw. »Sonnentanz« bzw. »Schuldgefühl«) und Fritz Leibers »Ship of Shadows« (Juli 1969; dt. »Schiff der Schatten«). Außerdem erschienen Storys von Sterling E. Lanier, Doris Pitkin Buck, Harlan Ellison, Barry Malzberg, Joanna Russ, Poul Anderson, M. John Harrison, Suzette Haden Elgin, Gregory Benford, John Sladek und vielen mehr. |
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| Professional
Artist Jack Gaughan Der Grafiker Jack Gaughan wurde bereits zum vierten Mal mit dem Hugo ausgezeichnet (siehe 1967 und 1968). Von 1969 bis 1972 war er Grafikredakteur bei Galaxy und gestaltete insgesamt 38 Cover für dieses Magazin (von 1957 bis 1975). Außerdem schuf er 29 Cover für IF, 15 für ANALOG, elf für THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION, sieben für ISAAC ASIMOV'S SCIENCE FICTION MAGAZINE und zahlreiche weitere. Er war bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1985 aktiv. |
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| Fanzine SCIENCE FICTION REVIEW (Richard E. Geis, ed.) Der 1927 geborene US-amerikanische Herausgeber und Fan Richard E. Geis wurde ab 1953 durch sein Fanzine PSYCHOTIC bekannt und gab später das semiprofessionelle THE ALIEN CRITIC heraus. Beide Fanzines waren zu unterschiedlichen Zeiten auch unter dem Titel SCIENCE FICTION REVIEW bekannt. Geis' lebhafte und bodenständige Rezensionen waren für lange Zeit sehr einflussreich in der amerikanischen Science-Fiction-Szene. Das spiegelte sich in nicht weniger als 13 Hugos wieder, die er ab 1969 für seine Fanzines bzw. als »Best Fan Writer« erhalten hat. Damit gehört er zu den meistausgezeichneten Personen des Fandoms. Von den sechziger bis Mitte der achtziger Jahre schrieb er auch eine Reihe von Erzählungen und eine Handvoll Romane, die sich zumeist mit erotischen, teilweise auch pornografischen Themen beschäftigten. |
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| Fan
Writer Harry Warner, Jr. Der 1922 geborene Harry Warner jr. war Journalist und SF-Fan sowie Herausgeber zahlreicher Publikationen. Er gab unter anderem das Fanzine SPACEWAYS sowie das seit 1939 erscheinende Horizons heraus. Einer der Schwerpunkte seiner Auseinandersetzung mit der Science Fiction war die Dokumentation der Entwicklung des amerikanischen Fandoms. 1969 erschien das Buch All Our Yesterdays, worin er sich mit Fans, Fandom-Organisationen sowie Fanzines der 40er Jahre beschäftigt. |
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| Fan
Artist Vaughn Bode Der Amerikaner Vaughn Bode (1941-1975) war hauptsächlich Comic- und Cartoon-Zeichner, der zahlreiche Fanzines durch seine witzigen Zeichnungen auflockerte. Ab Anfang der siebziger Jahre waren seine Zeichnungen so gut, dass er für Satirezeitschriften wie CAVALIER und NATIONAL LAMPOON arbeitete und einer Reihe eigener Comics veröffentlichte. Er schuf auch 14 Cover für Science-Fiction-Magazine. |
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| Special Committee Award Neil Armstrong, Edwin Aldrin, and Michael Collins, for »The Best Moon Landing Ever« Die Mondlandung war ein Ereignis, das die ganze Menschheit bewegte. Doch für die Science-Fiction-Leser war das Ereignis nicht nur eine hervorragende technische Leistung, sondern vielmehr eine Bestätigung lang gehegter Träume sowie ein Ansporn zu neuen Phantasien. So ist es nicht verwunderlich, dass den Astronauten ein Science-Fiction-Preis verliehen wurde, auch wenn sie nie etwas auf diesem Gebiet geleistet haben. Die Ernüchterung über die doch recht beschränkten Möglichkeiten der realen Raumfahrt im Vergleich zu den Ideen der SF-Autoren sollte allerdings bald folgen, und zwar spätestens mit der Einstellung des Apollo-Programms der NASA. |
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