![]() |
| ALIEN CONTACT 60 |
| Science Fiction >
Preise >
Hugo Alien Contact |
|
| Der Hugo wurde auf dem
Heicon'70 in Heidelberg, Deutschland verliehen. Für dieses Jahr liegen die Daten über die Reihenfolge der Platzierungen komplett vor. Die Nominierungen erscheinen daher in der Reihenfolge der Platzierung.
|
![]() |
|
| Novel Ursula K. Le Guin: The Left Hand of Darkness (Buchausgabe bei Ace; dt. Winterplanet, H 3400, Das Neue Berlin, HSFB 84; später Die linke Hand der Dunkelheit, H 8207) Der Planet Gethen, von den Menschen »Winter« genannt, ist von humanoiden Wesen bevölkert, die Karhiden genannt werden. Genly Ai, ein Gesandter der Ökumene, soll herausfinden, ob die Kultur auf Gethen schon bereit ist, in den Planetenbund aufgenommen zu werden. Der Roman beschreibt eine ausgedehnte Reise des Gesandten durch die die Eiswüsten des Winterplaneten, wobei er von einem Eingeborenen namens Estraven begleitet wird. Ai lernt dabei die Lebensweise der Karhiden kennen, die dem Menschen natürlich fremd erscheinen muss. Denn in regelmäßigen Abständen geraten die Karhiden, die Zwitterwesen sind, in das Kemer, eine Phase sexueller Erregung, in der sich erst entscheidet, ob ein Wesen die männliche oder die weibliche Rolle übernimmt. Estraven und Ai verlieben sich ineinander, und da Ai sein Geschlecht nicht wechseln kann, wird Estraven in den weiblichen Part gedrängt. Die Faszination des eher handlungsarmen Romans besteht in der Schilderung der Gesellschaftsform auf Gethen, die durch die andersartige Sexualität geprägt ist. Durch den Wechsel der Geschlechter konnte kein Patriarchat entstehen, der Umgang zwischen den Karhiden ist somit viel ausgewogener als bei den Menschen. Und die lebensunfreundliche Umwelt des Winterplaneten lässt die Bewohner näher zusammenrücken. In ausführlichen Zwischenkapiteln, die wenig mit der Haupthandlung des Romans zu tun haben, beleuchtet die Autorin Kultur und Geschichte des Planeten, für die der Leser Interesse aufbringen sollte, wenn er sich nicht langweilen will. Dieser Umstand veranlasste auch einige Kritiker, das Buch eher als Traktat denn als Roman zu bezeichnen. Dennoch weiß die stille Kraft der Erzählung zu überzeugen, wenn man sich Zeit für dieses Buch nimmt. John Clute kommentierte im Vorwort der Neuausgabe:
|
![]()
|
|
Weitere Nominierungen:
|
||
| Novelette Fritz Leiber: »Ship of Shadows« (Juli 1969 in THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION; dt. »Schiff der Schatten« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 38, UTB 3060 und in Bergner [Hrsg.]: F&SF 27: Das Schiff der Schatten, H 3219) Protagonisten der Erzählung sind Keeper und Spar, die auf dem Schiff Windrush eine Bar betreiben, die von allerlei skurrilen Figuren und Säufern besucht wird. Jeder hat seine eigenen Probleme, meist Nebensächlichkeiten, die sich unter anderem um Aberglauben über Hexen, Vampire und Werwölfe drehen, die an Bord aufgetaucht sein sollen. Ursache für diverse Wahnvorstellungen sind die Unmengen von Alkohol und Drogen, die ständig konsumiert werden, und das auf recht eigenwillige Weise, denn am Bord der Windrush herrscht Schwerelosigkeit. Ähnlich wie in Robert A. Heinleins Erzählung »Universe« (1941) hält man die Bordwand des großen Schiffes für die Grenze des Universums. Lediglich Keeper und Spar wissen, dass es neben der Windrush noch die Circumluna gibt. Die beiden Schiffe beherbergen die letzten Überlebenden der Menschheit, denn die Erde wurde schon vor langer Zeit verwüstet und ist unbewohnbar. Die Menschheit ist nur noch ein Schatten ihrer selbst, daher auch der Titel der Geschichte. Im Grunde handelt es sich um eine reine Pointengeschichte, denn erst am Ende der über 50 Seiten erfährt der Leser, was es mit den Schiffen auf sich hat. Offensichtlich hat diese Pointe jedoch die Leser stark genug beeindruckt, um Fritz Leiber den Hugo zu verleihen. Aus heutiger Sicht hätte vielleicht Harlan Ellisons Geschichte »A Boy and His Dog« den Preis eher verdient. |
![]() |
|
Weitere Nominierungen:
|
||
|
| ||
| Short
Story Samuel R. Delany: »Time Considered as a Helix of Semi-Precious Stones« (Dezember 1968 in NEW WORLDS; dt. »Zeit, betrachtet als eine Spirale aus Halbedelsteinen« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 51, UTB 3159; als »Die Zeit, als Spirale aus Halbedelsteinen« in Blish [Hrsg.]: Ein Junge und sein Hund, PSF 6723) Harold Clancy Everet, der ständig seinen Namen ändert, jedoch stets die Initialen H. C. E. beibehält, ist ein Betrüger, Hochstapler und Händler, der sich, so gut es geht, durchs Leben schlägt. Doch irgendwann geht er zu weit, und der Geheimdienst ist ihm auf den Fersen. Einflussreiche Freunde verhelfen ihm zur Flucht, doch nun fühlt er sich nie mehr sicher. Bis es schließlich zum Kräftemessen mit einem sehr mächtigen Gangsterboss kommt. Delany erzählt mit einem eleganten, sehr sicheren Stil von einer korrupten, dekadenten Zukunftsgesellschaft, in der es darum geht, möglichst gute Geschäfte zu machen und sich zu amüsieren. Der überwiegende Teil der Story spielt auf Partys der gehobenen Gesellschaft. Schon nach wenigen Seiten wird klar, dass es Delany nicht auf die SF-Aspekte der Geschichte ankommt, sondern vielmehr auf die literarischen. Der Protagonist, obwohl ein Verbrecher, ist eindeutig der Sympathieträger. Die Halbedelsteine im Titel beziehen sich übrigens auf geheime Parolen, mit denen sich die Unterwelt verständigt und vor Gefahren warnt. |
![]() |
|
Weitere Nominierungen:
|
![]() Foto: NASA |
|
| Dramatic
Presentation News Coverage of Apollo XI Die Berichterstattung zur Apollo-Mondmission war zweifellos eine »Dramatic Presentation«, auch wenn es sich dabei hoffentlich um kein Science-Fiction-Ereignis gehandelt hat. Millionen Menschen auf der ganzen Welt verfolgten im Fernsehen die erste Landung von Astronauten auf dem Mond, ein Abenteuer, dessen Ausgang keinesfalls gewiss war. Kein Wunder, dass dagegen kein Kinofilm ankommen konnte. |
||
Nominierungen:
|
||
| Professional
Magazine THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION konnte bereits den fünften Hugo für sich verbuchen. Im Zeitraum 1969/70 erschienen Texte wie Isaac Asimovs Robotergeschichte »Feminine Intuition« (Oktober 1969; dt. »Weibliche Intuition«), Philip K. Dicks »The Electric Ant« (Oktober 1969; dt. »Die elektrische Ameise«), Edgar Pangborns »Longtooth« (Januar 1970; dt. »Langzahn«) und vor allem Fritz Leibers »Ill Met in Lankhmar« (April 1970; dt. »Verhängnis in Lankhmar« bzw. »Das Haus der Diebe«) sowie Thomas Burnett Swanns Roman The Goat Without Horns (2 Teile; August und September 1970). Außerdem erschienen Erzählungen von Robert Bloch, Ray Bradbury, Brian W. Aldiss, Theodore Sturgeon, Robert Silverberg u. v. a. |
![]() |
|
Weitere Nominierungen:
|
||
| Professional
Artist Frank Kelly Freas Nach einer Pause von über zehn Jahren
erhielt Freas schließlich seinen fünften Hugo für seine herausragenden grafischen
Arbeiten; siehe |
Anzeige |
|
Weitere Nominierungen:
|
||
| Fanzine SCIENCE FICTION REVIEW (Richard E. Geis, ed.) Dies war der zweite Hugo für SCIENCE FICTION REVIEW;
siehe |
||
Weitere Nominierungen:
|
||
| Fan
Writer Bob Tucker Der 1914 geborene US-Amerikaner stieß in den frühen dreißiger Jahren als aktives Mitglied zum Fandom und gab bereits 1932 sein erstes Fanzine heraus: THE PLANETOID. Sein wichtigstes Fanzine war LE ZOMBIE, das mit rund 60 Ausgaben von 1938 bis 1975 erschien. Er schrieb unter anderem auch das Heft Neo-Fan's Guide to Science-Fiction Fandom (1966). Darüber hinaus schrieb er auch eine Reihe von Erzählungen und Romanen, die professionell veröffentlicht wurden. Der wichtigste darunter ist zweifellos The Year of the Quiet Sun (1970; dt. Das Jahr der stillen Sonne, erschienen unter seinem eigentlichen Namen Wilson Tucker), der im folgenden Jahr auch für den Hugo nominiert wurde. |
![]() |
|
Weitere Nominierungen:
|
||
| Fan
Artist Tim Kirk Der Illustrator zeichnete zunächst für zahlreiche Fanzines, darunter AEO, bevorzugte jedoch meist Fantasy-Themen in seinen Bildern. In den siebziger Jahren schuf er eine ganze Reihe von Taschenbuchcovern zu Fantasy-Romanen von Alan Burt Akers, Lin Carter und Fred Saberhagen. Berühmt geworden sind seine Farbarbeiten zu Tolkiens The Lord of the Rings. |
||
Weitere Nominierungen:
|
||
| ALIEN CONTACT 60 |