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| ALIEN CONTACT 68 |
| Science Fiction > Preise > Hugo | Alien Contact |
Der Hugo wurde auf dem
Torcon2 in Toronto, Ontario, Kanada verliehen.
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| Novel Isaac Asimov: The Gods Themselves (3 Teile, März 1972 in GALAXY, April 1972 in WORLDS OF IF und Mai 1972 in GALAXY; dt. Lunatico oder Die nächste Welt, Scherz, H 4445, HSFB 7) Asimovs Roman The Gods Themselves
ist geradezu ein Paradebeispiel für wissenschaftliche Hard SF mit all ihren Stärken und
Schwächen. |
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Weitere Nominierungen:
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| Novella Ursula K. LeGuin: »The Word for World is Forest« (1972 in Ellison [Hrsg.]: Again, Dangerous Visions, Doubleday; dt. Das Wort für Welt ist Wald, H 3466, enthalten in H 4494, Ariadne Social Fantasy) Welt 41,
von den Menschen auch New Tahiti genannt, wird besiedelt und soll in eine Kolonie
verwandelt werden. Der Planet ist fast vollständig bewaldet, und so holzen die Menschen
große Flächen ab, verschiffen das wertvolle Holz zur viele Lichtjahre entfernten Erde
und gewinnen Boden zum Anbau terranischer Nutzpflanzen. Dazu werden die Ureinwohner, nur
gut einen Meter große, bepelzte Humanoiden, versklavt. Diese Ureinwohner nennen ihren
Planeten Athshe, wobei das Wort gleichzeitig »Welt« und »Wald« bedeutet. Die
Athsheaner werden von den militärisch organisierten Menschen abwertend als Creechies
bezeichnet. Captain Davidson geht besonders rücksichtslos mit den Athsheanern um,
während Raj Ljubow sich mit einigen, insbesondere dem Mann Selver, angefreundet hat, um
ihre Kultur und Sprache zu verstehen. |
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Weitere Nominierungen:
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| Novelette Poul Anderson: »Goat Song« (Februar 1972 in THE MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION; dt. »Bocksgesang« in Asimov [Hrsg.]: Das Treffen mit Medusa, PSF 6728) Das griechische Wort »Tragoidia«, aus dem sich unser Begriff »Tragödie« entwickelt hat, heißt wörtlich »Bocksgesang«. Und ebenso gekünstelt wie der Titel der Geschichte ist auch der gesamte Text. Anderson versucht, Stil und Terminologie typischer Klischee-Science-Fiction und -Fantasy in einem Text zu verbinden, verzichtet dabei jedoch komplett auf eine Handlung. Allein der erste Absatz gibt das Pathos des gesamten Textes gut wieder: Drei Frauen. Eine tot. Eine lebt. Eine ist beide und keine und wird niemals leben und niemals sterben, wird unsterblich sein im GANZEN. Das erinnert an die Stilexperimente der britischen New Wave, nur dass Anderson diese eben auf die ihm vertrauten Themen zu übertragen versucht. Es ist erstaunlich, dass der Autor damit die US-amerikanischen Wähler des Hugo überzeugen konnte, im Ursprungsland der New Wave hätte er vermutlich keinen Blumentopf damit gewonnen. |
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| Short
Story Frederik Pohl: »The Meeting« (November 1972 in THE MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION; erschienen als Zusammenarbeit mit Cyril M. Kornbluth; dt. »Die Entscheidung« in Bergner [Hrsg.]: besten Stories aus THE MAGAZINE OF FANTASY AND SCIENCE FICTION 36: Ein Pegasus für Mrs. Bullitt , H 3369) Das Ehepaar Harry und Margaret Vladek sorgen sich sehr um ihren
geistig Behinderten Sohn Tommy, für den sie jetzt endlich eine Sonderschule gefunden
haben, auf der er wenigsten kleine Fortschritte macht. Die Geschichte erzählt von einer
Elternversammlung, an der Harry Vladek teilnimmt. Aus den Gesprächen mit der Lehrerin und
anderen Eltern erfährt der Leser, wie sehr der Vater seinen Sohn liebt und um ihn besorgt
ist, obwohl kaum eine Hoffnung besteht, dass aus Tommy jemals ein normales Kind wird. Als
Vladek nach Hause kommt, hat unterdesssen der Gehirnchirurg Dr. Nicholson angerufen. Er
hat ein schier unglaubliches Angebot: Ein anderer Junge ist schwer verunglückt, und seine
Organe sind mit Tommys verträglich. Er bietet an, das Gehirn des geistig gesunden,
verunglückten Jungen in Tommys Körper zu verpflanzen. Und das Kind soll bei den Vladeks
leben dürfen. Tommys Eltern stehen vor einer schwerwiegenden Entscheidung: Führen sie in
Zukunft weiterhin ein schwieriges Leben mit ihren eigenen, behinderten Sohn, oder töten
sie sein Gehirn, um den anderen Jungen zu retten und selbst ein gesundes Kind zu bekommen?
Den Vladeks bleibt nur eine halbe Stunde für ihre Entscheidung ... punktgleich: Albert ist in einer nahezu perfekten Welt ein zurückgebliebenes Kind. Er kann die Uhr
nicht lesen, kann nicht links von rechts unterscheiden und benötigt viel zu lange, um
Lesen und Schreiben zu lernen. Und so muss er sich durchmogeln: Er erfindet für alle
wichtigen Dinge Maschinen, die ihm helfen. Und je komplizierter das Leben wird, desto
komplizierter werden auch Alberts Maschinen. Als seine Erfindungen allgemein bekannt
werden, erringt er sogar die Anerkennung in der Welt der Wissenschaft, doch er begeht den
Fehler, die Dankesrede selbst zu halten und nicht seinen Maschinen zu überlassen. Nachdem
er wirres Zeug hervorgestottert hat, wird er sicherheitshalber aus der »gehobenen
Gesellschaft« entfernt. |
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| Dramatic
Presentation Slaughterhouse Five (Kino) (dt. Schlachthof 5) Der Spielfilm Slaughterhouse Five basiert auf dem
gleichnamigen Roman von Kurt Vonnegut jr. von 1969. Regie führte George Roy Hill. Aus heutiger Sicht würde die Wahl vermutlich eher auf den Film Silent Running fallen. |
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Nominierungen:
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| Professional Editor Ben Bova Der 1932 geborene US-amerikanische Autor und Herausgeber Ben Bova arbeitete in den sechziger Jahren für das Avco Everett Research Laboratory als technischer Autor, bevor er Ende 1971 die Herausgabe des Magazins ANALOG übernahm. Unter John W. Campbell stagnierte ANALOG in den sechziger Jahren und beinhaltete kaum wichtige Texte. Bova behielt die technophile Orientierung von ANALOG bei, erweiterte jedoch das Themenspektrum und kaufte Geschichten wie Frederik Pohls »The Gold at the Starbow's End« (März 1972 in ANALOG; dt. »Jenseits der Sonne« bzw. »Das Gold am Ende des Sternenbogens«), »Hero« (Juni 1972 in ANALOG, später Teil von The Forever War) von Joe W. Haldeman oder den Roman Cemetery World (3 Teile, November 1972 bis Januar 1973 in ANALOG; dt. Heimat Erde) von Clifford D. Simak. Es sollte ihm gelingen, ANALOG zu revitalisieren, was ihm fünf Jahre in Folge den Hugo als bester Herausgeber einbrachte. Bova war bis November 1978 Herausgeber von ANALOG und wechselte dann zum Magazin OMNI. |
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| Professional
Artist Frank Kelly Freas Freas erhielt einen weiteren Hugo für seine Titelbildarbeiten für das Magazin ANALOG. |
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| Fanzine ENERGUMEN (Mike Glicksohn & Susan Wood Glicksohn, eds.) Mike Glicksohn wurde als das »Boy Wonder of Canadian Fandom« bezeichnet. Der Begriff »Energumen« ist aus dem griechischen »energoumenos« abgeleitet und bezeichnet eine hysterische, besessene Person bzw. einen Fanatiker. Glicksohns Fanzine war sehr aufwändig gestaltet und enthielt viele Zeichnungen. Die Nummer 1 dieses Fanzines, die 1970 erschien, wird übrigens inzwischen von einigen Händlern zu Sammlerpreisen um 500 $ angeboten. |
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| Fan
Writer Terry Carr Terry Carr (1937-1987) wurde bereits 1949 SF-Fan und gab in den 50er Jahren gemeinsam mit Ron Ellik das Fanzine FANAC heraus, für das er bereits 1959 den Hugo bekam. Von 1964 bis 1971 arbeitete er für Donald A. Wollheim bei Ace Books und war dort für die Reihe Ace Special verantwortlich, in der u. a. Ursula K. Le Guins Roman The Left Hand of Darkness erschien. Ab 1972 gab er die Anthologiereihe The Best Science Fiction of the Year heraus, die bis zu seinem Tod 1987 erschien; ebenso die Anthologiereihe Universe (1971 bis 1987). Daneben fand er trotzdem noch Zeit, für mehrere Fanzines Artikel zu schreiben. |
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| Fan
Artist Tim Kirk Tim Kirk schien für seine Grafiken bereits auf den Hugo abonniert zu sein, denn er erhielt diesmal bereits zum dritten Mal den begehrten Preis. |
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Weitere Nominierungen:
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| Campbell
Award Jerry Pournelle Der 1933 geborene Jerry Pournelle studierte an der University of Washington Psychologie und Politikwissenschaften. Fünfzehn Jahre lang war er beim amerikanischen Weltraumprogramm angestellt und arbeitete für die Regierung und private Firmen. Sein erstes Buch war ein Sachbuch, das er gemeinsam mit Stefan T. Possony geschrieben hat: The Strategy of Technology (1970). Unter dem Pseudonym Wade Curtis veröffentlichte er zwei Nicht-SF-Romane. Sein SF-Debüt war die Erzählung »Peace with Honor« (Mai 1971 in ANALOG). Ben Bova kaufte noch weitere Geschichten von ihm, so auch den Roman A Spaceship for the King (3 Teile, Dezember 1971 bis Februar 1972 in ANALOG; dt. Ein Raumschiff für den König) und die Erzählung »The Mercenary« (Juli 1972 in ANALOG), die die Abstimmungsberechtigten überzeugt haben, dass Jerry Pournelle ein größeres Schriftstellertalent sei als die ebenfalls nominierten George R. R. Martin oder George Alec Effinger. |
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Weitere Nominierungen:
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| Special Awards Pierre Versins for L'Encyclopedie de l'Utopie et de la science fiction Pierre Versins ist das Pseudonym des französischen Schriftstellers Jacques Chamson, der bereits in den Fünfzigerjahren Science Fiction schrieb und von 1957 bis 1962 das Fanzine AILLEURS herausgab. Er setzte sich auf hohem Niveau kritisch mit der phantastischen Literatur auseinander und war vor allem Fachmann für die frühe Science Fiction. Die über 1000-seitige, 1972 erschienene Encyclopedie de l'Utopie et de la science fiction enthielt vor allem auch Einträge zur nicht englischsprachigen Science Fiction und zu älteren Werken, die vor 1900 erschienen sind. Laut John Clute ist es eines der besten Referenzbücher zur Science Fiction, wurde jedoch nie in andere Sprachen übersetzt. |
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