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| Science Fiction > Kurd Laßwitz Preis |
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in: Andromeda 139, SFCD; in: Sembten, Variationen in Nachtgrau und Fleischrot, Verlag Robert Richter; und in: Wahren: Asimov's Science Fiction, 50. Folge, Heyne
LaudatioBlind Dates sind Verabredungen zweier Personen, die sich nicht kennen und zuvor nie gesehen haben. Valeska Sweet ist eine Agentin, die ihrem Namen alle Ehre macht und zu Blind Dates in die Vergangenheit reist. Sie taucht nicht in den Geschichtsbüchern auf, dafür umso mehr die Partner ihrer Blind Dates: Julius Cäsar, Dschingis Khan, Shakespeare, Voltaire, Leonardo da Vinci, John F. Kennedy; aber auch John Wayne, Johannes Paul II. oder Mike Tyson. Und Valeska Sweet nimmt immer etwas aus der Vergangenheit mit sich: erlesene Ware für die gutbetuchten Kundinnen einer Samenbank. Ihr neuer Auftrag ist eine weitere Herausforderung: Jack the Ripper! Daß Malte S. Sembten als Horror-Autor, der mit »Blind Date« seine erste SF-Erzählung vorlegt, schon wegen seines schriftstellerischen Naturells dem Horror-Aspekt mehr Wert beimißt als den SF-Elementen, wird ersichtlich, wenn man dem gewissenhaft recherchierten Hintergrund der Ripper-Epoche (der Horror-Zeitebene) mit den Schilderungen der Zukunft (der SF-Ebene) vergleicht. Anachronismen wie beispielsweise die Brille des Samenbankchefs oder der Gebrauch einer Computer-Tastatur werden wohl angesichts der immer fortschreiterenden laserchirurgischen Korrektur von Sehfehlern oder der zunehmenden Sprachfähigkeit von Computern in wenigen Jahrzehnten nur noch beim Antiquitätenhändler zu finden sein. Kurzgeschichten leben davon, mit wenigen Sätzen eine dichte Atmosphäre zu schaffen und den Leser bis zum Ende zu fesseln, das meist einen überraschenden Höhepunkt aufweist. Malte S. Sembten gelingt dies hervorragend, wenn er zu Beginn seiner Erzählung »Blind Date« augenzwinkernd beschreibt, wie der Samenbankchef K. O. Wainewright nach James-Bond-Manier seine beste Agentin beauftragt. Mit visionärer Kraft beschwört der Autor nach Valeska Sweets Zeitreise die Düsterkeit des nebelverhangenen Londons von 1888 herauf und kreiert schließlich eine überraschende Variante um die wahre Identität Jack the Rippers und das Geheimnis seiner Unauffindbarkeit. Malte S. Sembten zieht hier alle Register seines Könnens, von feinem bis kalauerndem Humor in einem elegant geschriebenen, science-fictionesken Gespräch und das treffsichere Vokabular für eine Gruselgeschichte des 19. Jahrhunderts mit sofort vorhandener und sehr beklemmender Atmosphäre. Die Mehrheit der deutschsprachigen SF-Schaffenden stimmte dafür, Malte S. Sembten für seine Kurzgeschichte »Blind Date« den Kurd Laßwitz Preis des Jahres 1997 zu verleihen. |
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Links neben dem Werk steht die Platzierung, rechts folgen die erreichte Punktzahl, die Anzahl der Wertungen und die Anzahl der Wertungen mit der Höchstpunktzahl (5 Punkte). Abstimmungsbögen, die in einer Kategorie nur ein Kreuz enthielten, wurden für diese Kategorie mit der Höchstpunktzahl bewertet.
| Plazierung | Punkte gesamt |
Anzahl Wertungen |
Anzahl Höchstwert. |
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| 1. | Malte S. Sembten, Blind Date (in: Andromeda 139, SFCD; in: Sembten, Variationen in Nachtgrau und Fleischrot, Verlag Robert Richter; und in: Wahren: Asimov's Science Fiction, 50. Folge, Heyne) | 68 | 19 | 8 |
| 2. | Erik Simon, Die Frachtluke klemmt (in: Jeschke: Die säumige Zeitmaschine, Heyne) | 66 | 20 | 6 |
| 3. | Rainer Erler, Der Schlangenmensch (in: Andromeda 140, SFCD; und in: Jeschke: Die letzten Bastionen, Heyne) | 51 | 14 | 5 |
| 4. | kein Preis | 49 | 12 | 8 |
| 5. | Christian Lautenschlag, Ich komme aus meinen Schwingen heim (in: Jeschke: Die letzten Bastionen, Heyne) | 46 | 15 | 5 |
| 6. | Andreas Eschbach, Die Wunder des Universums (in: Science Fiction Media 132, Verlag Thomas Tilsner) | 44 | 13 | 3 |
| 7. | Marcus Hammerschmitt, Wind (in: Jeschke: Heyne Science Fiction Jahresband 1997, Heyne; und in: Hammerschmitt: Wind, Suhrkamp) | 33 | 10 | 2 |
| 8. | Sabine Wedemeyer-Schwiersch, Von der Schwierigkeit, vuliworpische Liebeslyrik zu übersetzen (in: Jeschke: Die säumige Zeitmaschine, Heyne) | 27 | 7 | 3 |
| 9. | Carsten Schmitt, Gott-Erfahrungen G.m.b.H. (in: Alien Contact 26, Edition Avalon) | 26 | 8 | 3 |
| 10. | Werner Zillig, Glas (in: Andromeda 140, SFCD) | 26 | 8 | 1 |
| 11. | Marcus Hammerschmitt, Target (in: Jeschke: Die letzten Bastionen, Heyne) | 24 | 7 | 1 |
| 12. | Achim Stößer, Haare (in: Jeschke: Die letzten Bastionen, Heyne) | 21 | 7 | 1 |
| 13. | Herbert W. Franke, Der blaue Elefant (in: c't 10/97, Heise Verlag) | 20 | 9 | 0 |
| 14. | Marcus Hammerschmitt, Der zweite Versuch (in: Hammerschmitt: Wind, Suhrkamp) | 19 | 6 | 1 |
| 14. | Peter Robert, Alien (in: Jeschke: Die säumige Zeitmaschine, Heyne) | 19 | 5 | 2 |
| 16. | Peter Schattschneider, Zwiedenker (in: c't 7/97, Heise Verlag) | 17 | 5 | 2 |
| 16. | Mario Ulbrich, Mission für Michael Clopper (in: Alien Contact 28/29, Edition Avalon) | 17 | 5 | 1 |
| 18. | Frank Borsch, Was, wenn ich an deine Tür klopfte? (in: Jeschke: Die säumige Zeitmaschine, Heyne) | 16 | 7 | 0 |
| 19. | Michael Schneiberg, Im sichtbaren Bereich (in: Alien Contact 26, Edition Avalon) | 15 | 5 | 1 |
| 19. | Jürgen Thomann, Eine Frage der Sichtweise (in: Jeschke: Die säumige Zeitmaschine, Heyne) | 15 | 4 | 1 |
| 21. | Dennis Merbach, Amt 07 (in: Alien Contact 27, Edition Avalon) | 12 | 5 | 1 |
| 21. | Sarah Hrapia, Tee und Kaffee für die Sieger (in: Sternenfeuer 7, Fanzine) | 12 | 4 | 1 |
| 21. | Achim Stößer, Der elektrische Tellerrand (in: Stößer: Virulente Wirklichkeiten, dot-Verlag) | 12 | 4 | 0 |
| 24. | Konrad Schaef, Kryptomnesia (in: Andromeda 140, SFCD; und in: Jeschke: Die letzten Bastionen, Heyne) | 9 | 5 | 0 |
| 25. | Johnny Wallmann, Die linke Seite meines Kopfes (in: Kopfgeburten 9, Fanzine) | 0 | 0 | 0 |
| 58 Personen haben in dieser Kategorie abgestimmt | 664 | 204 | 56 |