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ALIEN CONTACT 53 Inhalt Archiv

Hugo • Science Fiction Achievment Award

<-- Das Jahr 1963 -->

von Hardy Kettlitz

Science Fiction > Preise > Hugo
Alien Contact
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Der Hugo wurde auf dem Discon I in Washington, DC verliehen.
Novel
Philip K. Dick: The Man in the High Castle
(Buchausgabe bei Putnam’s; dt. Das Orakel vom Berge, König-TB 34, B 24117 und H 8203)

Philip K. Dick beschreibt eine Parallelwelt, in der die Achsenmächte Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen und Amerika unter sich aufgeteilt haben. Dick konzentriert sich jedoch weniger auf die weltpolitische Lage, sondern vielmehr auf das Schicksal eines halben Dutzend Menschen in San Francisco, wie zum Beispiel den Antiquitätenhändler Mr. Childan, der amerikanische Memorabilien aus der Vorkriegszeit an wohlhabende Japaner verkauft, den einflussreichen japanischen Beamten Tagomi, den deutschen Geheimagenten Wegener alias Baynes oder den Schriftsteller Hawthorne Abendsen. Letzterer hat den Roman The Grashopper Lies Heavy geschrieben, in dem er eine Welt schildert, in der Deutschland den Zweiten Weltkrieg verloren hat. Das Buch gilt als subversiv und wird unterdrückt, gibt seinen Lesern jedoch Hoffnung und fordert zum Widerstand auf. Die Einzelschicksale der Figuren führen am Ende des Romans zusammen, und jeder Protagonist treibt seiner persönlichen Tragödie entgegen.

Brian W. Aldiss urteilte darüber in Der Milliarden Jahre Traum:

The Man in the High Castle unterscheidet sich im Ton von den meisten Werken Dicks, er hat einen düsteren, eher nüchternen Klang. Er ist offensichtlich nicht, wie viele seiner Romane, in Eile geschrieben. Aber was ihm an Spritzigkeit fehlt, gleicht er durch den Nachgeschmack aus. Es ist schwierig, The Man in the High Castle zu vergessen, einen würdigen Hugo-Gewinner, überraschenderweise das einzige von Dicks Werken, das diese Auszeichnung erhalten hat.

Was Aldiss vornehm als »fehlende Spritzigkeit« bezeichnet, empfinden manche Leser auch als Langeweile, und Dicks unterschwelliger Mystizismus wirkt zuweilen anstrengend. Auch wenn dieses komplex konstruierte Buch einer der wichtigsten Beiträge zum Thema Alternativwelten ist, so ist es längst nicht Dicks bester Roman.

Weitere Nominierungen:
  • Arthur C. Clarke: A Fall of Moondust
    (Buchausgabe bei Harcourt, Brace & World; dt. Im Mondstaub versunken, GZ 29)
  • H. Beam Piper: Little Fuzzy
    (Buchausgabe bei Avon; dt. Der kleine Fuzzy, TTB 319)
  • Marion Zimmer Bradley: Sword of Aldones
    (Buchausgabe bei Ace; dt. Das Schwert des Aldones, M 3670 und andere)
  • Vercors: Sylva
    (Buchausgabe bei Putnam’s; nicht auf Deutsch)
Short Fiction
Jack Vance: »The Dragon Masters«
(August 1962 in GALAXY; dt. als Die Drachenreiter, TA 259 und als »Die Drachenreiter« in Vance: Drachenbrut, B 24087)

Am Anfang macht es der Autor dem Leser nicht einfach. Zu viele Personen werden eingeführt, er stellt keine Identifikationsfigur zu Verfügung. Keiner der handelnden Protagonisten wird eingehender charakterisiert.

Die Menschen auf einem Planeten irgendwo in der Milchstraße haben sich in ihr Schicksal gefügt. Sie scheinen die Letzten ihrer Rasse zu sein. Dennoch herrscht kein Frieden. Joaz Banbeck und Ervis Carcolo, die Anführer zweier Clans, die sich alle möglichen Arten von Ungeheuern und Drachen untertan gemacht haben, führen einen erbitterten Krieg gegeneinander. Außerdem gibt es eine weitere Gruppe Menschen, die die »Geweihten« genannt werden und die mit den gemeinen Menschen nichts zu schaffen haben wollen. Während sich die beiden Menschenstämme bekriegen, wird die Befürchtung laut, dass ein Angriff durch die Standards bevorsteht. Nicht lange danach geschieht die Invasion tatsächlich. Standards sind intelligente Drachen, die sich Menschen als Sklaven und Kämpfer halten, also genau im Widerspruch zu den Erwartungen der Leser. Ein langer und erbitterter Kampf entbrennt, in dessen Folge die Standards vernichtet werden. Am Ende lässt Banbeck seinen Widersacher hinrichten, um in den Besitz des Raumschiffs der Invasoren zu gelangen.

Es ist nicht ganz nachzuvollziehen, warum gerade diese Novelle mit dem Hugo ausgezeichnet wurde. Sie strotzt vor verschenkten Möglichkeiten. Die tragenden Figuren sind grausam und gefühllos, teilweise durch die oberflächliche Zeichnung sogar uninteressant. Die intelligenten Drachen werden nicht näher vorgestellt, spielen nur als zu vernichtende Feinde eine Rolle. Das Unverständnis zwischen den einzelnen Völkern kann man sicher als Fremdenhass oder zumindest Fremdenangst deuten. Gerade der unversöhnliche Schluss lässt den Leser unbefriedigt zurück. Die Kämpfe jedoch sind recht ausführlich und detailliert geschildert. Besonders gelungen sind die Szenen, die in den Höhlen der »Geweihten« spielen. Zumindest daran kann sich der Leser erfreuen.

Weitere Nominierungen:
  • Gary Jennings: »Myrrha«
    (September 1962 in FANTASY AND SCIENCE FICTION; nicht auf Deutsch)
  • Fritz Leiber: »The Unholy Grail«
    (Oktober 1962 in FANTASTIC; dt. »Der unheilige Gral« in Leiber: Schwerter im Nebel, H 4287)
  • Theodore Sturgeon: »When You Care, When You Love«
    (September 1962 in FANTASY AND SCIENCE FICTION; dt. »Wenn man fühlt, wenn man liebt«in Sturgeon: Nach dem Exodus, G 233)
  • Thomas Burnett Swann: »Where Is the Bird of Fire?«
    (April 1962 in SCIENCE FANTASY #52; nicht auf Deutsch)
Dramatic Presentation
Kein Preis

Im betreffenden Zeitraum hat kein SF-Film und auch keine Fernsehserie die Fans hinreichend beeindruckt, um den Hugo in dieser Rubrik zu vergeben.

Nominierungen:
  • Burn, Witch, Burn (Film)
  • The Day the Earth Cought Fire (Film)
  • Last Year at Marienbad (Film)
  • The Twilight Zone (TV)
Professional Magazine
THE MAGAZIN OF FANTASY AND SCIENCE FICTION

Das Magazin präsentierte 1962/63 u. a. Theodore Sturgeons »When You Care, When You Love« (September 1962; dt. »Wenn man fühlt, wenn man liebt«), Robert Sheckleys »The Journey of Joenes« (2 Teile, Oktober und November 1962; dt. Mr. Joenes wundersame Reise) sowie Erzählungen von James Blish, James H. Schmitz, Brian W. Aldiss, Terry Carr, John Brunner, Gordon R. Dickson, L. Sprague de Camp, Fritz Leiber, Henry Slesar, Frederik Pohl, Robert Silverberg, Richard Matheson, Harry Harrison, Ray Bradbury, Jack Vance und anderen.

Weitere Nominierungen:
  • ANALOG
  • FANTASTIC
  • GALAXY
  • SCIENCE FANTASY
Professional Artist
Roy G. Krenkel

Er illustrierte die bei Airmont Classics erschienene Ausgabe von The Wizard of Oz von L. Frank Baum und schuf die Titelbilder für die DAW-Ausgaben der Opar-Romane von Philip José Farmer, die Peril-Romane von Otis Adelbert Kline und vor allem die Mars- und Venus-Romane von Edgar Rice Bourroughs für die Ace-Taschenbuchausgaben. Krenkels Stärke lag vor allem im Fantasy-Bereich.

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Weitere Nominierungen:
  • Ed Emshwiller
  • Virgil Finlay
  • Jack Gaughan
  • John Schoenherr
Amateur Magazine
XERO (Hrsg. Richard and Pat Lupoff)

Das Fanzine erschien erstmals 1960, und Richard Lupoff beschäftigte sich darin nicht nur mit SF-Literatur, sondern auch mit phantastischen Themen in anderen Medien wie z.B. Comics.

Weitere Nominierungen:
  • MIRAGE (Jack L. Chalker)
  • SHANGRI L'AFFAIRES (Fred Patten, Albert Lewis, Bjo & John Trimble)
  • WARHOON (Richard Bergeron)
  • YANDRO (Robert & Juanita Coulson)
Special Awards
P. Schuyler Miller for book reviews in ANALOG
Seit es die ersten SF-Magazine gab, enthielten sie außer Erzählungen auch feste Kolumnen, die sich mit dem Umfeld der SF beschäftigten. Der 1912 geborene P. Schuyler Miller betreute und schrieb für ASTOUNDING/ANALOG vom Oktober 1951 bis zu seinem Tod im Jahr 1974 - lediglich mit einer Pause Anfang der siebziger Jahre - die »The Reference Library«, in der die Neuerscheinungen auf dem SF-Buchmarkt vorgestellt wurden.
Isaac Asimov for science articles in FANTASY AND SCIENCE FICTION
Isaac Asimov gehörte zu den beliebtesten SF-Autoren, begann jedoch Ende der fünfziger Jahre, sich auch als Wissenschaftspublizist einen Namen zu machen. Ab November 1958 schrieb er monatlich für F&SF die Kolumne »Science«, in der er auf unterhaltsame Weise die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Themen aufgriff und aktuelles Wissen vermittelte.
Siehe auch
Encyclopedia of Science Fiction: Der Hugo - Science Fiction Achievment Award
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