Kurd Laßwitz Preis  

Kurd Laßwitz Preis 2001
Bester deutschsprachige Kurzgeschichte mit Erstausgabe von 2000

Marcus Hammerschmitt für »Troubadoure«

in Wolfgang Jeschke, Das Wägen von Luft, Heyne

Science Fiction
> Kurd Laßwitz Preis
Momox-Books.de - Einfach verkaufen.

Laudatio:

Was wäre, wenn die Dummheit gesiegt hätte? Wenn unsere Enkel in einer Welt leben müßten, die von irrationalen, dummgläubigen Sekten in eine orwellsche Gesellschaft mit mittelalterlichen Strukturen geführt wurde, in der sich denkende Personen nur noch in Geheimbünden behaupten können. Ein Alptraum.

Ein Alptraum, den der Protagonist Jürgen erlebt, der als fahrender Troubadour durch Deutschland reist und immer wieder mal den Stachel der Vernunft in das marode Fleisch der Dummheit bohrt. Sein nicht ungefährliches Leben als Mitglied des Geheimbundes der Pythagoräer wird um vieles komplizierter, als ihm seine Ex-Frau die gemeinsame siebenjährige Tochter überläßt, während der Führer seines Geheimbundes zum finalen Schlag gegen die herrschende Macht ausholt.

Marcus Hammerschmitt erzeugt bereits auf den ersten Seiten seiner Erzählung »Troubadoure« mit seinem facettenreichen, ausdrucksstarken und bildhaften Stil eine so dichte Atmosphäre, daß der Leser bis zum Schluß fasziniert von den Charakteren, gefesselt von der spannenden Handlung , aber auch angewidert und abgeschreckt von dem düsteren Zukunftsszenario wird. Seine Seitenhiebe auf Esoteriker jeglicher Couleur sind ebenso treffsicher wie seine Kritik an blindem Glauben und unkritischem Gehorsam, und sein souveräner Umgang mit Vokabular und Stilmitteln machen diesen erzählerischen Appell an die Vernunft auch zu einem sprachlichen Bravourstück.

Die Mehrheit der deutschsprachigen SF-Schaffenden stimmt somit dafür, Marcus Hammerschmitt für seine Erzählung »Troubadoure« den Kurd Laßwitz Preis für die beste deutschsprachige Science Fiction Kurzgeschichte des Jahres 2000 zu verleihen.

© copyright 1997-2011 by EPILOGmedia • Alle Rechte vorbehalten
eMail: dialog@epilog.de | Impressum | AGB + Widerrufsrecht