Museum der Natur Gotha / Thüringen:

Ursaurier zwischen Thüringer Wald und Rocky Mountains

Eine Expedition in die Erdgeschichte vor 290 Millionen Jahren

Ausstellung

Abb.: Museum der Natur, Gotha
Etwa 100 Millionen Jahre vor dem Auftreten der ersten Dinosaurier wurde unsere Erde bereits von vielgestaltigen Landwirbeltieren, den Ursauriern, bevölkert. Die Ursaurier erreichten nicht die Körpergröße der Dinos, spielten aber eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der vierfüßigen Landwirbeltiere vom ersten Amphib bis zum Homo sapiens sapiens, dem modernen Menschen. Die Erforschung der Geschichte der Wirbeltiere beginnt meist mit einer Fossilgrabung und der geologischen Untersuchung knochenhaltiger Gesteinsschichten. Dies gilt auch für das Zeitalter der Ursaurier, das vor ca. 340 Millionen Jahren begann und etwa vor 270 Millionen Jahren endete.

Die neue Dauerausstellung im Museum der Natur, Gotha, zeigt erstmals in größerer Zahl Skelette, Fährten und Lebendrekonstruktionen verschiedener Ursaurier und Reste weiterer Festlandbewohner, die zu Beginn der Permzeit, vor ca. 290 Millionen Jahren, existierten. Reste ihrer Körper und Spuren ihrer Lebenstätigkeit haben in verschiedenen Gesteinsvorkommen der Erde als Fossilien bis in die Gegenwart überdauert.

Den Aktivitäten vieler Fossilsammler und Paläontologen der vergangenen 150 Jahre ist es zu verdanken, daß sich heute im Museum der Natur die bedeutendste Ursauriersammlung Europas befindet.

»Tambacher Ursaurier« (Diadectes absitus).
Gefunden bei der Grabung »Bromacker 1993«.
Länge des Schädels rund 15 cm.

Foto: Museum der Natur, Gotha

Die Entdeckung der bedeutendsten Ursaurierfundstätte außerhalb der USA, am Bromacker bei Tambach-Dietharz, glückte im Jahre 1974 dem Gothaer Paläontologen Dr. Thomas Martens. Gemeinsam mit Wirbeltierpaläontologen aus den USA und weiteren Spezialisten erfolgen seitdem umfangreiche Grabungsarbeiten und die wissenschaftliche Auswertung der thüringischen Funde.

Im Zeitalter der Ursaurier sah es auf der Erde völlig anders aus. Es gab noch keine Gräser, Blütenpflanzen, Dinosaurier, Vögel oder Säugetiere. Der Atlantische Ozean existierte noch nicht. Europa bildete mit Nordamerika und den anderen heutigen Kontinenten eine riesige Landmasse, die als Superkontinent Pangäa (bezeichnet wird. Diese Erkenntnis wurde neuerdings bestätigt durch die Entdeckung einer Fundstätte »nordamerikanischer« Ursaurierformen am Bromacker bei Tambach-Dietharz im Thüringer Wald.

Das bei den Grabungen am Bromacker entdeckte vollständige Skelett des »Tambacher Ursauriers« Diadectes , deren erstmalige Lebendrekonstruktion und eine neuartige Lebendrekonstruktion des bisher nur aus den USA bekannten Dimetrodon gehören zu den spektakulärsten Ursauriern der Ausstellung.

Von den weiteren ca. 50 Ausstellungsstücken sind besonders zu erwähnen:
1. Die größte mitteleuropäische Ursaurierfährte Ichniotherium cottae vom Bromacker bei Tambach-Dietharz im Thüringer Wald.
2. Der kleinste Ursaurier der Welt: Thuringothyris mahlendorffae vom Bromacker.

• Dr. Thomas Martens, Museum der Natur, Gotha


Im einem Großdiorama mit einem über 40 m2 umfassenden Wandgemälde wurde erstmals versucht, aus den Forschungsergebnissen eine Permlandschaft zu rekonstruieren, wie sie vor etwa 290 Millionen Jahren in dem Gebiet des heutigen Mitteleuropa existiert haben könnte. Die Permlandschaft schuf der international bekannte Dioramenmaler und Buchillustrator Jan Sovak aus Calgary, Alberta (Kanada) nach einer Vorlage des Gothaer Paläontologen. Die originalgroßen Lebendrekonstruktionen von Ursauriern gestaltete der zoologische Präparator des Museums, Peter Mildner. Nehmen Sie sich viel zeit bei der Betrachtung einer Landschaft mit charakteristischen Tieren und Pflanzen des Unteren Perm. Vergessen Sie die Hektik der Gegenwart und erleben Sie eine spannende Geschichte, die sich ganz zu Beginn der Permzeit, sagen wir, vor genau 290 111 250 Jahren, an einem Sommertag, nachmittags gegen 17 Uhr ereignet haben könnte.
Abb.: Museum der Natur, Gotha

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Museum der Natur, Gotha/Thürungen
Parkallee 15 • 99853 Gotha (gegenüber des Schlosses) • Tel. (036 21) 823 00
Öffnungszeiten:
Täglich von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene: DM 4,00
Ermäßigt: DM 2,00
Gruppen: DM 3,00 bzw. DM 1,50

Siehe auch:
DinoMedia • Dinosaurier in Literatur, Film und anderen Medien
Prehistoric News • Magazin für prähistorische Motive in den Medien
Lieferbare Titel:
mit dem Stichwort Dinosaurier
mit dem Stichwort Paläontologie
mit dem Stichwort Fossilien
mit dem Stichwort Gotha
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