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Museum der Natur Gotha / Thüringen:Ursaurier zwischen Thüringer Wald und Rocky MountainsEine Expedition in die Erdgeschichte vor 290 Millionen Jahren |
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Abb.: Museum der Natur, Gotha |
Etwa 100 Millionen Jahre vor dem Auftreten der ersten Dinosaurier wurde unsere Erde
bereits von vielgestaltigen Landwirbeltieren, den Ursauriern, bevölkert. Die Ursaurier
erreichten nicht die Körpergröße der Dinos, spielten aber eine bedeutende Rolle bei der
Entwicklung der vierfüßigen Landwirbeltiere vom ersten Amphib bis zum Homo sapiens
sapiens, dem modernen Menschen. Die Erforschung der Geschichte der Wirbeltiere beginnt
meist mit einer Fossilgrabung und der geologischen Untersuchung knochenhaltiger
Gesteinsschichten. Dies gilt auch für das Zeitalter der Ursaurier, das vor ca. 340
Millionen Jahren begann und etwa vor 270 Millionen Jahren endete. Die neue Dauerausstellung im Museum der Natur, Gotha, zeigt erstmals in größerer Zahl Skelette, Fährten und Lebendrekonstruktionen verschiedener Ursaurier und Reste weiterer Festlandbewohner, die zu Beginn der Permzeit, vor ca. 290 Millionen Jahren, existierten. Reste ihrer Körper und Spuren ihrer Lebenstätigkeit haben in verschiedenen Gesteinsvorkommen der Erde als Fossilien bis in die Gegenwart überdauert.
»Tambacher Ursaurier« (Diadectes absitus). Die Entdeckung der bedeutendsten Ursaurierfundstätte außerhalb der USA, am Bromacker bei Tambach-Dietharz, glückte im Jahre 1974 dem Gothaer Paläontologen Dr. Thomas Martens. Gemeinsam mit Wirbeltierpaläontologen aus den USA und weiteren Spezialisten erfolgen seitdem umfangreiche Grabungsarbeiten und die wissenschaftliche Auswertung der thüringischen Funde. Im Zeitalter der Ursaurier sah es auf der Erde völlig anders aus. Es gab noch keine Gräser, Blütenpflanzen, Dinosaurier, Vögel oder Säugetiere. Der Atlantische Ozean existierte noch nicht. Europa bildete mit Nordamerika und den anderen heutigen Kontinenten eine riesige Landmasse, die als Superkontinent Pangäa (bezeichnet wird. Diese Erkenntnis wurde neuerdings bestätigt durch die Entdeckung einer Fundstätte »nordamerikanischer« Ursaurierformen am Bromacker bei Tambach-Dietharz im Thüringer Wald. Das bei den Grabungen am Bromacker entdeckte vollständige Skelett des »Tambacher Ursauriers« Diadectes , deren erstmalige Lebendrekonstruktion und eine neuartige Lebendrekonstruktion des bisher nur aus den USA bekannten Dimetrodon gehören zu den spektakulärsten Ursauriern der Ausstellung.
Dr. Thomas Martens, Museum der Natur, Gotha
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