| Lange Zeit mußten Civilisation-Fans
auf eine Fortsetzung des berühmten Strategie- und Aufbauklassikers warten. Sid Meier,
schon seit den Kindertagen in der Computerspielindustrie aktiv, bemühte sich, besonders
die grafische Präsentation seines komplexen Spieluniversums auf ein halbwegs
zeitgemäßes Niveau zu heben. Darüber hinaus flossen viele Anregungen von begeisterten
Fans in die Produktentwicklung ein. Civilisation III vereint die Vorzüge der
beiden vorherigen Teile mit einer hochauflösenden, detailverliebten Spielgrafik und einer
intuitiveren Spielsteuerung. Wie schon in den Vorgängerspielen kann der Spieler die
Geschicke eines vorerst noch frühzeitlichen Volkes übernehmen und es durch die
verschiedenen Stufen der Zivilisationsentwicklung bis zum Jahr 2020 führen. Dabei bleibt
es dem Spieler überlassen, ob er sein ihm anvertrautes Volk zu einer aggressiven
Militärmacht entwickelt oder durch diplomatisches Geschick und eine intelligente
Wirtschaftsplanung den Menschen Wohlstand und Frieden beschert.
Im Spielverlauf gibt es nur wenige Änderungen. Zum einen kann man jetzt keine
Regierungsform mehr auf der Grundlage von religiösem Fundamentalismus gründen, und zum
anderen ist es feindlichen Militäreinheiten nicht mehr möglich, die Soldaten des
Spielers zu bestechen und dadurch zu infiltrieren.

Obwohl Civilisations III mit einer neuen Grafikengine ausgestattet wurde, die
eine hochauflösende isometrische Darstellung ermöglicht, wurde auf eine 3D-Umsetzung wie
beispielsweise in Empire Earth von
Vivendi Universal verzichtet. Trotz vereinfachter Steuerung ist der Spielablauf noch
komplexer und umfangreicher. Man braucht etliche Tage, um sein Volk von einem Stamm
vorzeitlicher Wilder zu einer Gesellschaft mit Hochtechnologie zu entwickeln. Auf dem
mühevollen Weg zu einer großen Weltmacht begegnen dem Spieler die verschiedensten
politischen Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Von gerissenen Strategen über
gnadenlose Eroberer bis hin zu gefährlichen Diktatoren ist alles vertreten. Erstmals ist
es in Civilisation auch möglich, allein durch Diplomatie und friedlichen Umgang
mit anderen Völkern das Spiel erfolgreich abzuschließen. Um so wichtiger ist es jedoch,
eine florierende Wirtschaft in Gang zu halten und insbesondere Wissenschaft und Forschung
zu fördern.
Civilisation III ist eine bis ins kleinste Detail durchdachte Simulation der
Weltgeschichte in gediegener isometrischer Optik, die dem Spieler jedoch ein hohes Maß an
Managementfähigkeit und vorausschauender Planung abverlangt. Für Fans von
Wirtschaftssimulationen ist Civilisation III das Spiele-Highlight des Jahres. |
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