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Film-Lexikon

The 6th Day

The 6th Day • CDN/USA 2000

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Lexikon > Film

Handlung

Am sechsten Tag der Schöpfung stand die Geburt des Menschen. Einzigartig sollte er sein - in seiner Gestalt, aber auch dem Bewußtsein der Sterblichkeit. Unzählige Generationen lang fügte sich der Mensch seiner Bestimmung, bis die Wissenschaft sie hinterfragte und schließlich auch veränderte. Zunächst wurde nur ein Schaf geklont, nach der Entdeckung des genetischen Schlüssels dann auch ein Mensch. Nach dieser Grenzüberschreitung aber formierte sich Widerstand. So wurde das Klonen von Menschen verboten. Doch auch in dieser, gar nicht so fernen Zukunft verhält sich die Elite der Schöpfung wie in ihrer Vergangenheit und bricht das Gesetz.

Der Austausch des Originals durch eine Kopie, identisch in Aussehen, Gefühlen und Erinnerungen, erfolgt unbemerkt, hinterläßt keine Spuren. Wie im Fall eines Star-Quarterbacks, der nach einem Bodycheck mit dem Genick auf dem Rasen landet und kurz darauf im Krankenwagen nicht ganz freiwillig Platz für seinen Klon macht. Etwas nachgeholfen hat Marshall (Michael Rooker), einer der skrupellosen Gefolgsleute des steinreichen und mächtigen Wirtschaftsmagnaten Drucker (Tony Goldwyn), der in seinem riesigen Imperium heimlich am Geschäft der Zukunft arbeitet.

Von alledem ahnt Adam Gibson (Arnold Schwarzenegger) nichts, als er sich am Morgen seines Geburtstages von seiner Frau Natalie (Wendy Crewson), Tochter Clara (Taylor Anne-Reid) und seinem glücklichen Familienleben verabschiedet, um Drucker endlich als Kunden zu gewinnen. Zusammen mit seinem Freund Hank (Michael Rapaport) besitzt der hoch dekorierte Kampfpilot ein Transportunternehmen, das zahlungskräftige Klientel mit High-Tech-Hubschraubern befördert. Während die Welt weiter technisch aufrüstet, Autos sich bereits mit Computer, Helikopter sogar mit Fernbedienung steuern lassen, bleibt Gibson ein Traditionalist, der trotz des Siegeszugs Gen-manipulierter Lebensmittel die Wege der Natur bevorzugt. Auch als Natalie ihn bittet, für Töchterchen Clara den soeben gestorbenen Familienhund von der darauf spezialisierten Firma RePet klonen zu lassen.

Im Büro von Adam und Hank wartet schon Druckers Bote mit dem Vertrag, vor dessen Unterzeichnung die beiden Freunde für eine Drogenüberprüfung Fingerabdrücke abnehmen und einen Augentest über sich ergehen lassen müssen. Kaum ist das Dokument ratifiziert, wird Adam für einen Flug angeheuert. Weil er aber den Rest seines Geburtstags bei der Familie verbringen soll, und Drucker ohnehin die Gesichter seiner neuen Piloten noch nicht kennt, fliegt Hank unter Adams Namen den Geschäftsmann in die Berge. Ein Gefallen mit fatalen Folgen, denn am Ziel fallen Schüsse, sickert Blut in den Teppich aus Schnee. Und nichts wird mehr wie vorher sein.

Weit entfernt, im Herzen der Stadt, erwacht Adam, scheinbar kurz eingenickt, in einem Taxi vor einem Einkaufszentrum. Dort preist ihm ein Angestellter von RePet die Vorzüge eines geklonten Haustiers an, das man sogar in der Farbe der Tapeten bestellen kann. Von solchen Perspektiven beunruhigt, entscheidet sich Adam für den Kauf einer Hi-Tech-Puppe und fährt nach Hause. Dort erwartet ihn eine echte Geburtstagsüberraschung. Sein eigentlich toter Hund kläfft übermütig im Vorgarten, und durchs Wohnzimmerfenster starrt Adam auf seinen perfekten Klon, der Familie und Party mühelos an sich gerissen hat. Bevor dieser Schock verarbeitet werden kann, bekommt Adam in der Kälte ungebetene Gäste. »Wir können ihnen helfen« bietet ein mysteriöses Paar Beruhigung an und läßt einen Elektroschock folgen. Unter Aufbietung aller Kräfte kann sich Adam losreisen, flieht im Feuer von Laserwaffen mit seinem Wagen und erhält Gesellschaft von der knallharten Killerin Talia (Sarah Wynter), deren Kollegen Marshall, Wiley (Rod Rowland) und Vincent (Terry Crews) die Verfolgung aufnehmen.

Die nächtliche Treibjagd endet für Talia mit einem Durchschuß und für Wiley unter Adams Wagen, der schließlich in die Tiefe eines Staudamms fällt. Unter Beschuß muß ihm Adam in den Abgrund folgen, schwimmt aber, vom nächtlichen Schwarz getarnt, ans Ufer, während die beiden toten Killer wieder ins Leben zurückgeholt werden. In einem geheimen Labor-komplex in Druckers Firma Replacement Technologies warten in einem Wasserbecken menschliche Rohformen auf die noch fehlende DNA-Information, auf das Syncording, das sie durch den Transfer von Gedanken und Erinnerungen in drei Stunden zu perfekten Klonen reifen läßt. Das unter der Leitung von Druckers Partner, Dr. Weir (Robert Duvall), stehende Projekt, reproduziert auch die Killer scheinbar makellos. Gelingt Drucker die Veränderung bestehender Gesetze, sind der kommerziellen Ausbeutung dieses Verfahrens keine Grenzen gesetzt, auch wenn überall in der Stadt Demonstranten vor den Gefahren warnen.


Foto: Columbia TriStar
Von Druckers Plänen ahnt Adam Gibson noch nichts. Warum er geklont wurde, ist ihm ein Rätsel, und die Polizei ist nicht geneigt, ihm bei dessen Lösung zu helfen. Als Gummizellenkandidat wird er eingesperrt, kann aber noch rechtzeitig fliehen, bevor das Killerkommando eine neue Chance bekommt. Als Gibson auf der Flucht erneut in Wileys Waffe starren muß, bricht diese zufällige Begegnung dem Killer das Genick. »Versuch dieses Mal, tot zu bleiben« gibt Gibson ihm noch einen letzten Rat auf den Weg, bevor er in die Anonymität der Großstadt entschwindet.

Kurz darauf unterbricht er im Apartment von Hank das Verwöhnprogramm von Hanks virtueller Freundin und weiht ihn in die unglaublichen Ereignisse ein. Als Beweis zeigt ihm Adam seinen Klon, der - vor allem bei seiner Frau - schon eine ernst zu nehmende Konkurrenz geworden ist. Eine mögliche Bestrafung dafür verhindert erneut Marshalls Killerteam, das sich aber noch einmal täuschen läßt. Unbemerkt entkommt das Duo zu Hanks Apartment. Doch die kurze Atempause durchbricht ein Schuß, der Hank auf der Stelle tötet. Entsetzt starrt Adam in das Gesicht des Mörders, der kein Fremder für ihn ist. Nach kurzem Kampf flieht der Attentäter in die Tiefgarage und enthüllt, tödlich verwundet, daß sowohl Hank als auch Drucker Klone sind. »Schieß mir in den Kopf« bettelt der Sterbende noch, um nicht auch als Kopie wiedergeboren zu werden, bevor Marshall und Talia erneut das Feuer eröffnen und diese Störung blutig büßen müßen. Ein weiteres Mal hat Gibson seine schmerzende Botschaft versendet, daß man ihn besser nicht geklont hätte.

Am nächsten Morgen steht Dr. Weir am Sterbebett seiner Frau. Das Ausmaß seiner eigenen Tragödie macht ihm bewußt, daß auch ein Genie wie er den Tod nicht überlisten kann, auch wenn Weir alle Gesetze übertrat, um es zu versuchen. Unter Tränen bittet sie um Erlösung, will nicht ein weiteres Mal mit einer unheilbaren Krankheit wiedergeboren werden, sondern in Würde sterben. Denn sie ist ein Klon der Frau, mit der Weir ein Leben teilte, bevor sie eine tödliche Krankheit vor fünf Jahren aus eben diesem riß. Nachdenklich begibt sich Weir in seine Klinik, entschlossen, aus den Fehlern der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen. Ein Blick in die Datenbank öffnet ihm endgültig die Augen. Er erkennt, daß seine Geschöpfe, die er im Auftrag Druckers schuf, zu einem frühen, tragischen Tod verdammt sind, genetische Defekte in sich tragen, die ihre Lebenserwartung auf maximal fünf Jahre reduziert. Den Grund dafür kann sich Weir nicht erklären, aber bevor er Fragen stellen kann, muß er selbst Rede und Antwort stehen.

Ein Eindringling hat sich bis in das Herz des streng geheimen Labors geschlichen, um die selbst ernannten Herren über Leben und Tod zu stellen. Und längst ist Weir bereit, Adam Gibson einzuweihen, warum er, Hank und auch Drucker selbst geklont werden mußten. Schon vor Jahren war der Milliardär gestorben und hatte sich klonen lassen, um sein Imperium nicht zu verlieren. Dieses Geheimnis war allerdings seinen radikalsten Gegnern bekannt, die ihn vor wenigen Tagen erneut aus dem Leben holten. Mit den Erinnerungen Druckers, die Weir, auf einer Disc gespeichert, aus der Datenbank holt, wird Gibson Zeuge, wie der Flug in die Berge, den Hank für ihn übernahm, für alle Insassen des Hubschraubers tödlich endete. Der fundamentalistische Attentäter, der schon Hanks Apartment überfallen hatte, löschte nicht nur das Leben von Druckers Klon, sondern aller Mordzeugen aus, konnte aber nicht verhindern, daß Weir erneut Gott spielte und alle Opfer klonte, um keinen Verdacht zu erregen.

Weil aber Hank Adams Identität angenommen hatte, wurde dieser reproduziert und erst später Hank, als der fatale Irrtum bemerkt worden war. Doch da war mit Gibson längst der Beweis auf den Straßen unterwegs, daß das Klonverbot gebrochen worden war. So mußte Drucker reagieren. Zwei Gibsons durfte es nicht geben, und um den Singular herzustellen, war ihm jedes Mittel recht. Wie Gibsons Familie schnell erfahren würde.

Aus einer Schulaufführung heraus entführt das Killerteam, durch wiederholtes Klonen Tod-resistent geworden, die kleine Clara und ihre Mutter, um sie als Druckmittel gegen den lästigen Widersacher einzusetzen. Als Gibson in der Schule eintrifft, stehen sich er und sein Klon erstmals gegenüber. Mit ausgestreckter Faust klärt Gibson zunächst den Familienanspruch, muß aber schnell erkennen, daß sein Klon kein Clown ist und wie er aufrichtig seine Familie liebt. So verbünden sich Original und Kopie und heften sich an Druckers Fersen...

• Quelle: Columbia TriStar


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Foto: Columbia TriStar

Meinungen

Hörzu
»Rasanter Science-Fiction-Film um das Reizthema Gentechnologie mit durchaus ironischen Untertönen, erreicht ab nicht die Klasse von Total Recal.«
TV Movie
»Unterm Strich ist The 6th Day ein krachendes Zukunftsszenario, das sich gekonnt zwischen Grauen und Groteske bewegt.«
TV Today
»Spannend, aber nicht weltbewegend. Wenn sich Arnold nicht schleunigst Terminator 3 aus den Rippen schneidet, kommt für ihn wohl bald der siebte Tag - das große Ausruhen.«
Filmdienst
»Mischung aus Science-Fiction- und Actionfilm, in der Arnold Schwarzenegger einmal mehr sein Image als Actionheld ablegen will, letztlich aber am eigenen Vorbild gemessen wird. In der Problemstellung nicht uninteressant, wird das Thema nie vertieft und nur als konturloses Star-Vehikel eingesetzt.«
Leser-Service:
DVD: The 6th Day
Soundtrack: The 6th Day
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Credits

Originaltitel: The 6th Day
deutscher Titel: The 6th Day
Land und Jahr: Kanada/USA • 2000
Technik: Farbe • Cinemascope
Dolby • dts • SDDS
Regie: Roger Spottiswoode
Buch: Marianne Wibberley
Cormac Wibberley
Kamera: Pierre Mignot
Schnitt: Mark Conte
Dominique Fortin
Michel Arcand
Musik: Trevor Rabin
Produktionsentwurf: James Bissell
John Willett
Kostüme: Trish Keating
Produktion: Mike Medavoy
Arnold Schwarzenegger
Jon Davison
Daniel Petrie jr.
(Ausführend)
David Coatsworth
(Ausführend)
Deutsche Bearbeitung: Ppa Film
Pierre Peters-Arnolds
(Dialoge)
deutscher Kinostart: 14.12.2000 (Columbia TriStar)
Länge: 120 Min.
FSK ab 16 Jahre

 

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Darsteller

dt. Synchron
Adam Gibson: Arnold Schwarzenegger Thomas Danneberg
Drucker: Tony Goldwyn Udo Wachtveitl
Dr. Weir: Robert Duvall Hartmut Reck
Marshall: Michael Rooker Michael Schernthaner
Hank: Michael Rapaport Oliver Rohrbeck
Talia: Sarah Wynter Elisabeth Günther
Natalie: Wendy Crewson Jutta Speidel
Clara: Taylor Anne-Reid Sabrina Tafelmeister
Wiley: Rod Rowland Oliver Mink
Vincent: Terry Crews Oliver Strietzel

 

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21.05.06 • 10.06.06