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Film-Lexikon

Asterix und Obelix gegen Cäsar

Astzerix et Obelix contre César • F/D/I 1999

Handlung | Kritik | Credits | Darsteller

Lexikon > Film

Handlung

Wir befinden uns im Jahr 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Die fröhlichen und rauflustigen Gallier fürchten sich eigentlich nur vor einem - daß ihnen der Himmel auf den Kopf fällt.

Doch zum Glück gibt es ja Asterix (Christian Clavier), der auch in der schwierigsten Situation einen kühlen Kopf behält. Ihm zur Seite - wie kann es anders sein - Obelix (Gérard Depardieu), sein treuer Freund. Obelix gilt als unbesiegbar, ist er doch als Kind in einen Topf voller Zaubertrank gefallen. Gebraut vom weisen Druiden Miraculix (Claude Piéplu), macht der Zaubertrank die Gallier unschlagbar.

Als Malosinus (Michel Muller), ein römischer Steuereintreiber, vergeblich versucht, auch in dieser abgelegenen Provinz seine Sesterzen zu kassieren, nimmt das Verhängnis seinen Lauf: Cäsar (Gottfried John), unbestrittener Herrscher über das Römische Reich, erfährt erstmals vom Widerstand des kleinen Gallier-Dorfes. Er macht sich sogleich auf den Weg, um mit einem Trupp seiner besten Legionäre dem Spuk endgültig ein Ende zu bereiten. Doch der Kampf ist kurz und niederschmetternd. Cäsar zieht empört von dannen.

Von Cäsar unter Druck gesetzt, heckt Galliens Gouverneur Detritus (Roberto Benigni) einen hinterhältigen Plan aus. Eine römische Kohorte entführt den Druiden Miraculix, um ihm in der Folterkammer des römischen Lagers die Formel des Zaubertrankes zu entlocken. Zu allem Unglück wird auch Asterix von den Römern gefangen genommen. Miraculix' Zauberkraft in den Händen der Römer und Asterix' bei den Gladiatoren - im Kampf mit Löwen, Tigern, Panthern, Spinnen und Schlangen - da kann es nur eine Rettung geben ... Obelix.

• Quelle: Constantin-Film


Foto: Constantin-Film

Kritik

Asterix ist wieder da! Diesmal nicht nur als animiertes Tuschewesen in Farbe, sondern sogar als dreidimensionales, menschliches Geschöpf. Dasselbe gilt für den Rest des Universums rund um das kleine gallische Dorf. Nach altbewährtem Strickmuster werden wieder massenhaft Römer in hohem Bogen aus den Latschen katapultiert, Wildschweine verspachtelt und Zaubertrank geschlürft. Die Handlung selbst ist größtenteils ein wildes Gebräu aus den vergangenen Trickfilmen; man hat das Gefühl, einzelne unterhaltsame Szenen statt eine durchgehende Geschichte serviert zu bekommen, was den Spannungsbogen ruiniert. Wie alle Neuumsetzungen - z. B. Flintstones - Die Familie Feuerstein (USA 1994) - wird den Fans der Vorlage nur wenig Neues geboten, was ein gewisses Maß an Enttäuschung zur Folge hat. Des weiteren ist der Film auf Familien mit jüngeren Kindern zugeschnitten, was sich vor allem in der (teilweise erschreckend) naiven Darstellung von Liebe und Gewalt zeigt.

Dafür ist die Besetzung der Charaktere erstaunlich gut gelungen, sieht man über das Größenverhältnis zwischen Asterix (Christian Clavier) und Obelix (Gérard Dépardieu) einmal hinweg. Selbst Schauspieler wie Gérard Depardieu und Gottfried John (Cäsar), die man aus ernsten Rollen kennt, scheinen deutlichen Spaß in ihren Rollen zu haben, was sich sofort auf den Zuschauer überträgt. Besonders nett anzusehen ist Cäsars stolzes Getue und das dumme Gesicht des Oberlegionärs Gaius Bonus in Erwartung einer gallischen Tracht Prügel. Genauso sympathisch wackelt der schüchterne Obelix mit seinem dicken Bäuchlein, wenn er seinem Schwarm Falbala (Laetitia Casta) begegnet. (Diese wurde offensichtlich nach dem Körperumfang an anderer Stelle ausgewählt.) Dafür scheint Roberto Benigni nicht in der Lage zu sein, den Destructivus anders zu spielen, als er schon in Das Leben ist schön die Hauptfigur darstellte.


Foto: Constantin-Film

Die eigentliche Besonderheit des Films liegt jedoch in der Produktion. Es handelt sich nämlich um eine Zusammenarbeit zwischen Frankreich (51% der Gelder), Deutschland (33%) und Italien (16%), was sich für den Zuschauer vor allem an der internationalen Besetzung zeigt. Mit vereinten Kräften nahm man sich vor, nicht den Römern sondern Hollywood einen Hieb zu verpassen. Das gallische Dorf kann übrigens in den Bavaria-Studios bei München besichtigt werden. Den Special-Effects-Fanatikern wird auffallen, daß so mancher fliegender Römer etwas unansehnlich in Szene gesetzt wurde, obwohl insgesamt der Durchschnittsetat europäischer Produktionen deutlich überschritten wurde.

Jedenfalls hat diese unterhaltsame Realverfilmung zum 40. Geburtstag der Gallier durchaus ein gewisses Potential an neuen Möglichkeiten, für die die Produzenten vermutlich erst in einer Fortsetzung den nötigen Mut aufbringen. Ob es eine Fortsetzung gibt, hängt natürlich vom Erfolg beim Publikum ab. Dieses ließ sich offenbar nicht von den Kommentaren der Kritiker beirren und rannte sowohl in Frankreich als auch in Deutschland scharenweise in die Kinos, wodurch der Streifen zur erfolgreichsten Filmproduktion in der Geschichte Frankreichs wurde.

• S. Andreas Dahn


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Foto: Constantin-Film
Buch zum Film:
Asterix und Obelix gegen Cäsar (Ehapa)
Siehe auch:
Lexikon: Asterix
www.asterix-fan.de
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Credits

Originaltitel: Asterix und Obelix gegen Cäsar
deutscher Titel: Astzerix et Obelix contre César
Land und Jahr: Frankreich / Deutschland / Italien 1999
Regie: Claude Zidi
Drehbuch: Claude Zidi
Dialoge: Gérard Lauzier
Kamera: Tony Pierce-Roberts
Schnitt: Nicole Saunier
Herstellungsleitung: Leonhard Gmür (Deutschland)
Patrick Bordier (Frankreich)
Produktionsleitung: Peter Sterr
Ausstattung: Jean Rabasse
Kostüme: Sylvie Gautrelet
Maske: Giannetto De Rossi
Musik: Jean-Jacques Goldmann
Produktion: Renn Productions
Katarina Film
Bavaria Film
Claude Berri
Pierre Grunstein
(ausführend)
Uraufführung:
deutscher Kinostart: 18.3.1999
deutscher Videostart: 10/1999

 

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Darsteller

Asterix: Christian Clavier
Obelix: Gérard Depardieu
Falballa: Laetitia Casta
Madame Methusalix: Arielle Dombasle
Detritus: Roberto Benigni
Majestix: Michel Galabru
Miraculix: Claude Piéplu
Methusalix: Jean-Yves Thuai
Troubadix: Pierre Palmade
Cäsar: John Gottfried
Tiquetibus: Herbert Fux
Gutemine: Marianne Sägebrecht
Tragicomix: Hardy Krüger jun.
Verleihnix: Jean-Jacques Devaux
Automatix: Jean-Roger Milo
Lügefix: Daniel Prevost

 

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28.08.10 • 02.09.10