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Film-Lexikon

Barry Lyndon

Barry Lyndon • GB 1975

Handlung | Meinungen | Credits | Darsteller

Lexikon > Film

Sonntags-Matinee

Stanley Kubricks Meisterwerk
Barry Lyndon
in neuer 35mm-Kopie

Vom 8. bis zum 29. Mai 2005 im
Delphi Filmpalast am Zoo
Englischsprachige Originalfassung ohne UT

Delphi Filmpalast

Jeweils sonntags 12 Uhr | Eintritt: 7,50 Euro
Tägliche Kassenöffnung 30 min vor Vorstellungsbeginn

Kantstraße 12a | 10623 Berlin
Telefon 030 312 10 26 | Telefax 030 312 10 27
www.delphi-filmpalast.de

Ein weiteres Meisterwerk des Perfektionisten und Filmästheten Stanley Kubrick ist zweifellos seine Verfilmung des Romans The Memoirs of Barry Lyndon von William Makepeace Thackery, Barry Lyndon.

Uraufgeführt 1975 besticht der Film noch heute durch seine atemberaubende Ausstattung und der durch bittere Satire geprägten realistischen Darstellung jener vergangenen  Epoche des 18 Jahrhunderts, beschworen mit unglaublichen Bildern in  Präzision und Authentizität, welche sich an klassischen Motiven der zeitgenössischen Malerei orientierten. Ermöglicht wurden die Aufnahmen durch ein für Kubrick modifiziertes Zeiß-Spezialobjektiv der NASA, welches durch seine extreme Lichtstärke z.B. Dreharbeiten bei Kerzenlicht zuließ.

Die heutige Restauration des Films auf 35mm Polyester Filmträgermaterial ermöglicht eine Transparenz der Bilder, wie sie in der Intention Kubricks zweifellos beabsichtigt waren.

Großer Dank gilt der Familie Kubrick und der Warner Bros. für die Sondergenehmigung diesen Film dem Berliner Publikum wieder zur Anschauung bringen zu können.

Handlung

Der erste Teil des Films handelt vom Aufstieg des jungen irischen Landadeligen Redmond Barry, der Mitte des 18. Jahrhundert auszieht, um sich einen besseren Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen. Nach einem Duell begibt er sich mit den Ersparnissen seiner Mutter nach Dublin, wird aber auf dem Weg dorthin überfallen und ausgeraubt. Nun mittellos meldet er sich als Freiwilliger in der englischen Armee. England befindet sich zu der Zeit im Siebenjährigen Krieg. Redmond muss daher nach Deutschland, um dort gegen das französische Heer zu kämpfen. Nach kurzer Zeit verliert er die Lust am Krieg, desertiert, und versucht ins neutrale Holland zu fliehen. Aber die Flucht misslingt: er wird von dem preußischen Offizier von Potzdorf entlarvt und zum Dienst in der preußischen Armee gezwungen. Potzdorfs Onkel ist Minister in Berlin; von diesem bekommt Redmond den Auftrag, den Falschspieler Chevalier de Balibari zu beobachten, der verdächtigt wird ein Spion Österreichs zu sein. Beeindruckt von dessen Persönlichkeit, tritt er in den Dienst des Chevaliers. Schließlich offenbart er ihm seinen Auftrag, nachdem er erfährt, dass de Baliberi ebenfalls Ire ist. Von da an arbeitet er als Doppelagent für den Chevalier. Als der Chevalier aus Preußen fliehen muss, schließt Barry sich ihm an und die beiden ziehen als Falschspieler von Hof zu Hof. Auf diesen Reisen lernt Redmond die reiche Baronin Lyndon kennen, die er wenig später heiratet. Redmond nimmt den Titel Barry Lyndon an und hat nun fast alles erreicht, was er erreichen wollte: er gehört zur obersten Gesellschaftsschicht und verfügt über das beträchtliche Vermögen seiner Frau.

Hier beginnt der zweite Teil des Films: der Fall Barry Lyndons. Lady Lyndon hat einen Sohn aus erster Ehe, Lord Bullingdon. Während eines Konzerts provoziert Bullingdon eine Szene und wird von seinem Stiefvater vor zahlreichen Gästen verprügelt. Dadurch macht dieser sich beim englischen Adel unmöglich und zerstört seine Chancen auf den angestrebten Adelstitel. Verschuldet und verlassen muss Barry den Tod seines einzigen Kindes mitansehen und wird schließlich von Lord Bullingdon zu einem letzten Duell gezwungen. Nachdem Barry dieses verliert, sieht er sich gezwungen, England zu verlassen und, verarmt und ohne den früheren Erfolg, wieder den Beruf des Falschspielers anzunehmen.

• Quelle: Wikipedia

Meinungen

DER SPIEGEL 1976
Kubrick ist nicht im herkömmlichen Sinn gesellschaftskritisch, er attackiert nicht, er sammelt nur Indizien und lässt eine Fülle von genau recherchierten Äußerlichkeiten sprechen, durch die die Innenwelt jener Zeit ernüchternd durchscheint. Er wollte einen Film machen, durch den sich der Zuschauer optisch und emotional ins 18. Jahrhundert versetzt fühlt; der Film sollte wirken, als hätte ihn ein Filmemacher im 18. Jahrhundert inszeniert. Dabei sind Kubrick Bilder gelungen, »wie man sie im Kino bislang nicht gesehen hat.«
Wolf Donner in CINEMA
Was Stanley Kubrick mit Barry Lyndon erreichen wollte: Kultur, Ästhetik und Lebensgefühl eines Jahrhunderts verfilmen mit der imaginierten Perspektive eines Zeitgenossen.
Wilfried Wiegand in der FAZ 1976
Mit Barry Lyndon ist dem Wahl-Europäer aus Hollywood endlich gelungen, wovon so viele vor und neben ihm geträumt haben: ein Werk, das den literarischen Anspruch des europäischen Kunstfilms mit der Perfektion Hollywoods vereint. Barry Lyndon ist ein gewaltiger Schritt hin zur Filmkunst der Zukunft.
Leser-Service:
DVD: Barry Lyndon
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Stanley Kubrick
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Credits

Originaltitel: Barry Lyndon
Deutscher Titel: Barry Lyndon
Land und Jahr: GB 1975
Regie: Stanley Kubrick
Buch: Stanley Kubrick
Vorlage: William Thackeray
Kamera: John Alcott
Schnitt: Tony Lawson
Musik: Leonard Rosenman
Szenenbild: Ken Adam
Produktion: Stanley Kubrick
deutscher Kinostart: 17.9.1976
Länge: 185 Minuten
FSK ab 12 Jahre

 

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Darsteller

Barry Lyndon: Ryan O'Neal
Lady Lyndon: Marisa Berenson
Chevalier de Balibari: Patrick Magee
Potzdorf: Hardy Krüger
Lord Ludd: Steven Berkoff
Nora Brady: Gay Hamilton
Belle: Marie Kean
Lischen: Diana Körner

 

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21.05.06 • 10.06.06