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DinoMedia

Godzilla

Gojira • J 1954

Handlung | Kritik | Medieninfo | Credits | Darsteller

Science Fiction > DinoMedia > Godzilla | Film

Handlung

Nachdem diverse Kriegsschiffe und Teile einer Insel von einer unbekannten Kraft zerstört wurden, entdeckt man auf jenem Eiland radioaktive Spuren. Diese stammen von einem riesigen Saurier, der nach einer alten Sage Godzilla genannt wird. Godzilla ist durch Atombombenversuche aus seinem Jahrmillionen dauernden Schlaf gerissen worden und greift wiederholt Tokio an. Selbst schwerstes Geschütz kann gegen den Giganten und seine grauenhaften Zerstörungen nichts ausrichten. Letzte Hoffnung ist ein introvertierter und desillusionierter Wissenschaftler namens Serizawa, der einen »Oxygen-Zerstörer« erfunden hat, mit dem man Wasser allen Sauerstoff entziehen kann. Als Godzilla in der Bucht von Tokio erneut gesichtet wird, setzt Serizawa seine todbringende Waffe ein: Godzilla sinkt als Skelett auf den Meeresgrund, und Serizawa bringt sich um, damit sein Geheimnis bewahrt wird.

Kritik

Godzilla (Gojira • J 1954) ist das Basisprodukt des Kaiju Eiga und sicherlich nicht für die Zielgruppe der späteren Godzilla-Streifen geeignet. Der Film wirkt durchweg düster und bedrohlich; selbst der Tod des Godzilla bringt keine Erlösung, wenn Professor Yamane (Takashi Shimura) am Ende beschwörend sagt: »Mit der Vernichtung des Godzilla ist die Gefahr für uns alle nicht aus der Welt geschafft. Wenn wir in maßloser Vermessenheit fortfahren, die Atomkraft zu mißbrauchen, kann es sein, daß größeres Unheil über uns hereinbricht als dieser Godzilla.« Das Monster steht hier in engem Zusammenhang mit der Angst vor der Bombe, dem Trauma von Hiroshima und der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg. Zudem gab es einen sehr aktuellen Bezug, nachdem im März 1954 das Fischerboot »Fukuryu Maru« ins Bikini-Atoll geraten war, wo die Amerikaner gerade ihre Bravo-Atombombenversuchsreihe durchführten, und einer der Fischer an der radioaktiven Verstrahlung starb.

Die Angriffe des Godzilla erfolgen in stockfinsterer Nacht, was seine Alptraumhaftigkeit um ein Vielfaches steigert (und es vermeidet, die von Akira Watanabe kunstvoll arrangierte Dekoration ihres Spielzeugcharakters zu entlarven). Godzilla erscheint als bösartiges, hirnloses und absolut destruktives Geschöpf, die zivilisierte Welt steht dem Ungeheuer vollkommen machtlos gegenüber, das Militär schaut hilflos zu. Durch sorgfältige Inszenierung und die Wahl von schwarzweißem Filmmaterial ist es Regisseur Inoshiro Honda und dem Trickspezialisten Eiji Tsuburaya gelungen, dieses Gefühl des Ausgeliefertseins auf den Zuschauer zu übertragen. Ähnlich paranoide Zustände hat schon Fay Wray in King Kong und die weiße Frau (King Kong • USA 1933) auf der Leinwand beim Anblick des Tyrannosaurus ausstehen müssen, dem unbestätigten Quellen zufolge Godzillas Outfit nachempfunden ist. Die Schauspieler agieren nicht als Knallchargen, und insbesondere Akihiko Hirata als Wissenschaftler Serizawa verdient sich Bestnoten. Dazu kommt noch das von Akira Ifukube komponierte Musikthema, das in seiner heulenden Verzweiflung dem Zuschauer (und Hörer) durch Mark und Bein geht.


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Medieninfo

Den einprägsamen Namen »Godzilla«, der im Grunde nur eine besser lesbare Variante des japanischen »Gojira« darstellt, verdanken wir im übrigen unseren amerikanischen Freunden, die den Film 1955 als Godzilla, King of the Monsters herausbrachten. Darüber hinaus wurde der Film in den USA um über 17 Minuten aufgepeppt: Terry Morse drehte Szenen mit Raymond Burr als Reporter nach (und stellte obendrein die besten Szenen an den Anfang). Diese Version wurde übrigens auch - mit japanischen Untertiteln und großen Heiterkeitserfolgen - im Land der aufgehenden Sonne gezeigt.

• Thomas Deist

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Siehe auch
Film-Index • Godzilla
Der erste Godzilla-Zyklus
Der zweite Godzilla-Zyklus
Kaiju Eiga - Der japanische Monsterfilm
Japanische Titel und Namen
Gummidrachen im Spielzeugland - Sinn und Unsinn der japanischen Monsterfilme
Film-Index • Dinosaurier • Prähistorik
DinoMedia • Dinosaurier in Literatur, Film und anderen Medien
Prehistoric News • Magazin für prähistorische Motive in den Medien
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Credits

Originaltitel: Gojira
deutscher Titel: Godzilla
US-Titel Godzilla, King of the Monsters
Land und Jahr: J 1954
Technik: Schwarzweiß, Normalformat
Regie: Inoshiro Honda
Terry O. Morse
(US-Fassung)
Drehbuch: Takeo Murata
Inoshiro Honda
Vorlage: Shigeru Kayama (Story)
Kamera: Masao Tamai
Guy Roe
(US-Fassung)
Schnitt: Yasunobu Taira
Terry O. Morse
(US-Fassung)
Effekte: Eiji Tsurubaya (Spezialeffekte)
Akira Watanabe
(Sets und Spezialeffekte)
Kuichiro Kishida
(Spezialeffekte)
Hiroshi Mukoyama
(optische und Spezialeffekte)
Sadami Toshimitsu
(Godzilla-Kostüm)
Kanzi Yagi
(Godzilla-Kostüm)
Musik: Akira Ifukube
Ausstattung: Satoshi Chuko
Takeo Kita
Produktion: Toho
Tomoyuki Tanaka
Transworld
(US-Fassung)
Richard Kay
(US-Fassung)
Joseph E. Levine
(US-Fassung)
Uraufführung: 3.11.1954
deutscher Kinostart: 10.8.1956 (Lehmacher/Atrium)
US-Kinostart: April 1956
Länge: 98 Minuten (japanische Fassung)
90 Minuten
(deutsche Fassung)
80 Minuten
(US-Fassung)
FSK ab 12 Jahre

 

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Darsteller

Dr. Kyohei Yamane: Takashi Shimura
Emiko Yamane: Momoko Kochi
Ogata: Akira Takarada
Dr. Daisuke Serizawa: Akihiko Hirata
Dr. Tabata: Fuyuki Murakami
Reporter Hagiwara: Sachio Sakai
Nankai-Präsident: Toranosuke Ogawa
Masaji: RenYamamoto
Offizier: Takeo Oikawa
Politiker: Miki Hayashi
Mr. Oyama: Seijiro Onda
Shinkichi: Toyoaki Suzuki
Gisaku: Kokuten Kodo
Miss Ozawa: Kin Sugai
Reporter: Tadashi Okabe
Techniker: Ren Imaizumi
Junpei Natsuki
Hand am Schalter: Inoshiro Honda
Mann auf Schiff: Kenji Sahara
Hagiwaras Chef: Katsumi Tezuka
Godzilla: Haruo Nakajima
Ryosaku Takasugi
Katsumi Tezuka
(nur in der Japan-Fassung)
Journalist: Haruo Nakajima
Steve Martin: Raymond Burr (US-Fassung)
Tomo Iwanaga: Frank Iwanaga (US-Fassung)

 

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21.05.06 • 10.06.06