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| ALIEN CONTACT 65 |
Handlung | Kritik | Credits | Darsteller
| Science Fiction > Alien Contact | Film |
HandlungIm Jahr 2095 wird die ohnehin schon reichlich chaotische Stadt New York von zwei fremdartigen Erscheinungen heimgesucht: Über der Stadt schwebt eine Pyramide, mit der die altägyptischen Götter Horus, Anubis und Basted zur Erde zurückgekehrt sind. Horus werden von seinen Götter-Kollegen verbrecherische Umtriebe zur Last gelegt. Er soll seiner Unsterblichkeit beraubt werden. Bevor dies geschieht, will er sich mit einer Frau paaren, einer der ganz seltenen im Universum, die mit Göttern Nachwuchs zeugen können. Erscheinung Nummer zwei ist eine fremdartige Zone, die im Central Park entstanden ist. Dort herrschen stets arktische Temperaturen. Menschliche Besucher werden an diesem Ort schnell auf ihr Skelett reduziert. Dieser plötzlich und unerwartet entstandenen Zone entstammt Jill. Die junge Frau, die ständig nur über ihre weiße Haut und ihre blauen Haare charakterisiert wird, hat an ihre Herkunft keine Erinnerung. Auch die Ärztin Elma Turner kann sich auf ihre physiologischen Besonderheiten keinen Reim machen. Tatsächlich hat eine schwarze Gestalt namens »John« die Zone geschaffen, um Jill zur Erde zu bringen, wo sie ihre neue Heimat finden soll. Der Hintergrund bleibt unklar. Horus beschließt, sich des verurteilten Dissidenten Nikopol zu bedienen, um Jill zu schwängern. Nikopol sollte eigentlich eingefroren sein, weil er zu 30 Jahren Kälteschlaf verurteilt wurde. Ein Jahr vor dem planmäßigen Auftauen ist er jedoch durch einen Unfall frei gekommen, hat dabei allerdings ein Bein verloren. Horus improvisiert eine viel zu schwere Prothese aus einer Stahlschiene, mit der sich Nikopol nur bewegen kann, wenn der Gott ihn dabei unterstützt. Nikopol ist wertvoll für ihn, weil er durch den langen Kälteschlaf nicht so »verseucht« ist wie die übrigen Einwohner New Yorks. Obwohl die erste Paarung mit Jill nichts anderes als eine Vergewaltigung ist, finden die beiden manipulierten Personen bald Gefallen aneinander. Nikopols Vergangenheit ruft allerdings die wahlkämpfende Stadtverwaltung auf den Plan, die dem entwichenen Dissidenten gentechnisch manipulierte Monstren auf den Hals hetzt ... |
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![]() Foto: Tiberius Film |
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KritikWem die Inhaltsangabe völlig hanebüchen vorkommt, hat damit durchaus Recht. So wie andere Zeitungen auch lobt der KÖLNER STADTANZEIGER diesen Film ausdrücklich als Science-Fiction-Film, der »das achtbare Mainstream-Kino«, wie etwa I Robot, »in den Schatten stellt«. Nicht beachtet wird dabei, dass die Geschichte ein reinblütiger Fantasy-Plot ist, stärker als dies etwa bei den schon reichlich verträumten Star-Wars-Filmen der Fall ist. Die Intervention sowohl der ägyptischen Götter wie auch des rätselhaft bleibenden John finden vor einem Hintergrund statt, der nicht enthüllt wird. Statt eine Geschichte zu erzählen, wird hier also rumgeheimnisst und mystifiziert, ohne dass die Figuren dadurch interessanter würden. Im Gegenteil die unklare Herkunft Jills macht sie zu einer völlig ungreifbaren Person, mit der man sich nicht identifizieren kann. Gleiches gilt schlechterdings für Nikopol, der zu keinem Zeitpunkt wie ein ehemaliger Freiheitskämpfer wirkt. Nicht nur irgendwelche Götter oder transuniversalen Gestalten wollen ihre Verbindung. Wenn Nikopol zufällig und zeitlich so gut passend freikommt, steuern auch die Drehbuchautoren dieses Ziel mit Holzhammermethoden an. Am Ende ist Jill von Horus schwanger, und was dabei herrauskommt, wie dieses Kind werden wird und wozu dieses ganze Manöver eigentlich gedient hat, wissen wir immer noch nicht. Die beiden Hauptdarsteller Linda Hardy und Thomas Kretschmann können den spröden Figuren ab und an etwas Leben einhauchen, die Story aber nicht zugänglicher machen. Ihre Figuren bleiben dem Betrachter so fern, dass die eigentlich zentrale Liebesgeschichte zwischen ihnen keinen Charme entwickelt und nicht auf das Publikum überspringt. Allein Alt-Star Charlotte Rampling glänzt in der Rolle der Ärztin Elma Turner, die auf die Handlung aber so gut wie keinen Einfluss hat. Im ganzen pseudospirituellen Tohuwabohu mischen dann noch Lokalpolitiker, Polizisten und ein abgefeimter Gentechnik-Konzern mit, letzterer wohl, damit das Ganze einen stärkeren Science-Fiction-Anstrich bekommt. Interessenlagen und gegenseitige Abhängigkeiten bleiben dabei unklar. Ein Überfall der sinistren Gentechniker, bei dem sie einfach mal ein paar Polizisten ohne erkennbare Motivation über den Haufen schießen, löst beim Betrachter nur ein Achselzucken aus. Das mag auch daran liegen, dass, abgesehen von Hardy, Kretschmann und Rampling, alle Personen gezeichnete Gesichter haben. Ja, Sie haben richtig gelesen! Statt einen Animations- oder einen Realfilm zu machen, hat sich Bilal entschieden, sich nicht zu entscheiden. Wahrscheinlich war er mit den Gesichtern der meisten Schauspieler unzufrieden und fühlte sich provoziert, zur korrigierenden Tuschefeder zu greifen. Dadurch können die gezeichneten Figuren natürlich nicht gegen die drei realen konkurrieren. Warum jubelt die Kritik allenthalben über diesen Film? Geht es nur darum, dass dem amerikanischen Effekt-Kino einmal Paroli geboten wird? Nein, es sind die Bilder. Damit steht Bilal auch nicht anders da als ein als zu kommerziell verteufelter George Lucas, dessen Filme ebenfalls nur über die starken phantastischen Bilder funktionieren. Bilal hat bei den üblichen Verdächtigen geklaut, Metropolis, Blade Runner, etc., um das tatsächlich visuell beeindruckende Szenario eines zukünftigen New York zu entwerfen. Da kann jederzeit ein mit monströsen Düsentriebwerken ausgestatteter futuristischer Flugapparat um die Ecke schweben, während sich die allermeisten Stadtbewohner mit Schwebern bewegen, die an einer Oberleitung eingehängt und mit Autokarossen aus den 50er Jahren versehen sind. Diese oft unlogischen, aber trotzdem sehenswerten Stadtbilder sind an die Kraut-und-Rüben-Story verschwendet. So gesehen ist Immortal ein Film für übersättigte und gelangweilte Film-Gourmets, denen originelle Bilder mindestens so wichtig sind wie eine sinnvolle Story oder nachvollziehbare, verständlich motivierte Figuren. Also reingehen und die Bilder ohne Rücksicht auf die Story an sich vorbeiziehen lassen oder lieber draußen bleiben! |
| ALIEN CONTACT 65 |
| Originaltitel: | Immortal |
| deutscher Titel: | Immortal |
| Land und Jahr: | F 2004 |
| Regie: | Enki Bilal |
| Buch: | Enki Bilal Serge Lehman |
| Kamera: | Pascal Gennesseaux |
| Schnitt: | Véronique Parnet |
| Musik: | Goran Vejvoda |
| Sound Design: | Laurent Quaglio |
| Produktionsdesign: | Jean-Pierre Fouillet |
| Kostüme: | Mimi Lempicka |
| Maske: | Nicolas Degennes |
| Effekte: | Matthieu Grospiron Christian Gazio Jacquemin Piel |
| Produktion: | Charles Gassot |
| Co-Produktion: | Daniel J. Walker |
| Ausführender Produzent: | Dominique Brunner |
| deutscher Kinostart: | 26.5.2005 (Tiberius Film) |
| Länge: | 102 min. |
| | FSK ab 12 Jahre |
| Jill Bioskop: | Linda Hardy |
| Alcide Nikopol: | Thomas Kretschmann |
| Elma Turner: | Charlotte Rampling |
| John: | Frédéric Pierrot |
| Horus: | Thomas M. Pollard |
| Froebe: | Yann Collette |
| Jonas: | Derrick Brenner |
| Checker: | Olivier Achard |
| Lily Liang: | Corinne Jaber |
| Allgood: | Joe Sheridan |
| Patientin Elma: | Jaquelyn Toman |
| Jack Turner: | Jean-Louis Trintignant |
| ALIEN CONTACT 65 |
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