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Film-Lexikon

Das indische Grabmal

Deutschland 1921

1. Teil: Die Sendung des Yoghi
2. Teil: Der Tiger von Eschnapur

Credits | Darsteller

Lexikon > Film
Um die Untreue seiner Gattin Savitri zu bestrafen, will der Maharadscha von Eschnapur sie und ihren Geliebten MacAllan lebendig einmauern lassen. Der europäische Ingenieur Herbert Rowland verweigert die Arbeit. Daraufhin versucht der Fürst, sich dessen Braut Irene gefügig zu machen. Die Bemühungen der Verlobten, die vor Liebesunglück schmachtende Fürstin und ihren Geliebten zu retten, scheitern: MacAllan wird von Tigern zerrissen, die Ehebrecherin gibt sich selbst den Tod.

Nach heutigen Begriffen ist Das indische Grabmal kein Fantasy-Film, obwohl im ersten Teil ein Yoghi allerlei übersinnliche Kraft entfaltet. Der Film ist vielmehr ein Beispiel für das damals so äußerst beliebte Genre des exotischen Abenteuerfilms, dessen Schauplätze eher der Phantasie der Filmemacher entsprachen als der Wirklichkeit (eine Tendenz, die heutzutage ähnliche Produktionen -- wie etwa die Indiana-Jones-Filme -- in der Regel ganz bewußt nachvollziehen).

Gleiches gilt für die Handlung. Sie hat mit der Realität meist soviel zu tun wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Mit dieser Erstverfilmung des Romans von Thea von Harbou, eine Superproduktion, die immerhin rund 20 Mill. Mark verschlang, wurde der Grundstein gelegt für ein heute noch existentes verkitschtes Indienbild, wie es sich Klein Erna oder Else Stratmann vorstellt. Ernsthafte Kritiker bemängelten schon damals, daß die Autoren das Indische sehr europäisch-berlinerisch angehaucht hatten, vor allem aber die völlig atypische Schwatzhaftigkeit des indischen Fürsten, mit der er seine seelischen Erlebnisse einem Fremden offenbarte. Einem entrüsteten Leserbrief eines Inders an die Deutsche Allgemeine Zeitung nach zu schließen, mußte jeder, der sich mit den Sitten und Gebräuchen des Orients vertraut machen wollte, schon bald feststellen, »daß dort eine Annäherung zwischen einem Mann -- mag er Orientale oder Europäer sein -- und besonders einer verheirateten Frau, zumal der Gemahlin eines so hochstehenden Fürsten, zu den Unmöglichkeiten gehört oder über Haufen von Leichen und durch Ströme von Blut führt.« (zit. nach Reinhold Keiner, Thea von Harbou).

Ronald M. Hahn/Volker Jansen/Norbert Stresau © 1986
Lexikon des Fantasy-Films

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von Ronald M. Hahn & Rolf Giesen
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Credits

Titel: Das indische Grabmal
1. Teil: Die Sendung des Yoghi
2. Teil: Der Tiger von Eschnapur
Land und Jahr: Deutschland 1921
Technik: s/w • stumm
Regie: Joe May
Buch: Fritz Lang
Thea von Harbour
Vorlage: Thea von Harbour
Kamera: Werner Brandes
Bauten: Otto Hunte
Martin Jacoby-Boy
Erich Kettelhut
Karl Vollbrecht
Produktion: Joe May
Erich Pommer
Uraufführung: 1921
Länge: Teil 1: 108 Minuten
Teil 2: 93 Minuten

 

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Darsteller

Maharadscha von Eschnapur: Conrad Veidt
Savitri: Erna Morena
Herbert Rowland: Olaf Fönss
Irene: Mia May
Mirrha: Lya de Putti
MacAllan: Paul Richter
Yoghi Ramigani: Bernhard Goetzke
Rowlands Diener: Karl Platen
Kapitän: Wilhelm Diegelmann
Gelehrter: Hermann Picha
und: Wolf von Schwind
Lewis Brody

 

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28.08.10 • 02.09.10