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1. Teil: Die Sendung des Yoghi
2. Teil: Der Tiger von Eschnapur
| Lexikon > Film |
| Um die Untreue seiner Gattin Savitri zu bestrafen, will der Maharadscha von
Eschnapur sie und ihren Geliebten MacAllan lebendig einmauern lassen. Der europäische
Ingenieur Herbert Rowland verweigert die Arbeit. Daraufhin versucht der Fürst, sich
dessen Braut Irene gefügig zu machen. Die Bemühungen der Verlobten, die vor
Liebesunglück schmachtende Fürstin und ihren Geliebten zu retten, scheitern: MacAllan
wird von Tigern zerrissen, die Ehebrecherin gibt sich selbst den Tod. Nach heutigen Begriffen ist Das indische Grabmal kein Fantasy-Film, obwohl im ersten Teil ein Yoghi allerlei übersinnliche Kraft entfaltet. Der Film ist vielmehr ein Beispiel für das damals so äußerst beliebte Genre des exotischen Abenteuerfilms, dessen Schauplätze eher der Phantasie der Filmemacher entsprachen als der Wirklichkeit (eine Tendenz, die heutzutage ähnliche Produktionen -- wie etwa die Indiana-Jones-Filme -- in der Regel ganz bewußt nachvollziehen). Gleiches gilt für die Handlung. Sie hat mit der Realität meist soviel zu tun wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Mit dieser Erstverfilmung des Romans von Thea von Harbou, eine Superproduktion, die immerhin rund 20 Mill. Mark verschlang, wurde der Grundstein gelegt für ein heute noch existentes verkitschtes Indienbild, wie es sich Klein Erna oder Else Stratmann vorstellt. Ernsthafte Kritiker bemängelten schon damals, daß die Autoren das Indische sehr europäisch-berlinerisch angehaucht hatten, vor allem aber die völlig atypische Schwatzhaftigkeit des indischen Fürsten, mit der er seine seelischen Erlebnisse einem Fremden offenbarte. Einem entrüsteten Leserbrief eines Inders an die Deutsche Allgemeine Zeitung nach zu schließen, mußte jeder, der sich mit den Sitten und Gebräuchen des Orients vertraut machen wollte, schon bald feststellen, »daß dort eine Annäherung zwischen einem Mann -- mag er Orientale oder Europäer sein -- und besonders einer verheirateten Frau, zumal der Gemahlin eines so hochstehenden Fürsten, zu den Unmöglichkeiten gehört oder über Haufen von Leichen und durch Ströme von Blut führt.« (zit. nach Reinhold Keiner, Thea von Harbou). Ronald
M. Hahn/Volker Jansen/Norbert Stresau © 1986
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| Titel: | Das indische Grabmal 1. Teil: Die Sendung des Yoghi 2. Teil: Der Tiger von Eschnapur |
| Land und Jahr: | Deutschland 1921 |
| Technik: | s/w stumm |
| Regie: | Joe May |
| Buch: | Fritz Lang Thea von Harbour |
| Vorlage: | Thea von Harbour |
| Kamera: | Werner Brandes |
| Bauten: | Otto Hunte Martin Jacoby-Boy Erich Kettelhut Karl Vollbrecht |
| Produktion: | Joe May Erich Pommer |
| Uraufführung: | 1921 |
| Länge: | Teil 1: 108 Minuten Teil 2: 93 Minuten |
| Maharadscha von Eschnapur: | Conrad Veidt |
| Savitri: | Erna Morena |
| Herbert Rowland: | Olaf Fönss |
| Irene: | Mia May |
| Mirrha: | Lya de Putti |
| MacAllan: | Paul Richter |
| Yoghi Ramigani: | Bernhard Goetzke |
| Rowlands Diener: | Karl Platen |
| Kapitän: | Wilhelm Diegelmann |
| Gelehrter: | Hermann Picha |
| und: | Wolf von Schwind Lewis Brody |
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