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Per Anhalter durch die Galaxis

The Hitchhiker's Guide to the Galaxy • USA/GB 2005

Handlung | Kritik | Credits | Darsteller

Science Fiction > Alien Contact | Film

Handlung

Arthur Dent hat mehr Probleme, als ein Mensch allein erfassen kann. Zunächst hat es den Anschein, dass er an einem wunderschönen Tag in England nicht mehr als sein Wohnhaus verlieren wird, das einer neuen Schnellstraße weichen soll. Tatsächlich aber ereilt auch die Erde an diesem Tag dasselbe Schicksal. Eine Raumschiffflotte der Vogonen sprengt unseren Planeten, um Platz für den Bau einer transgalaktischen Schnellstraße zu schaffen. Arthur wird von seinem Freund Ford Prefect gerettet, der zwar wie ein Mensch aussieht, in Wirklichkeit aber ein Außerirdischer ist, der auf der Erde einen Artikel für den Reiseführer Per Anhalter durch die Galaxis recherchiert hat.

Zunächst von einem Vogonen-Kreuzer aufgelesen und alsbald wieder von Bord geworfen, landen die beiden auf dem nagelneuen, superschnellen Raumschiff »Herz aus Gold« welches der nichtsnutzige galaktische Präsident Zaphod Beeblebrox unrechtmäßigerweise für sich requiriert hat. Ebenfalls an Bord befinden sich der depressive Roboter Marvin, der stimmlich allgegenwärtige und äußerst nervige Bordcomputer Eddie und Tricia McMillian. In diese Menschenfrau hatte sich Arthur vor der Vernichtung der Erde gerade verliebt, als sie von Beeblebrox inkognito abgeschleppt wurde. Unter dem verkürzten Namen »Trillian« begleitet sie den Präsidenten auf seinen selbstsüchtigen Abenteuerreisen.

Beeblebrox neuestes Projekt gilt keiner geringeren Sache als der Frage »nach dem Leben und dem Universum und dem ganzen Rest«. Die hatten die Angehörigen einer uralten Zivilisation von dem Computer Deep Thought errechnen lassen. Ergebnis: 42. Da dies niemanden zufrieden stellen konnte, gab Deep Thougth den Rat, die eigentliche exakte Frage errechnen zu lassen, von einem Computer, der so groß ist, dass die Fragesteller in ihm wohnen konnten. Keiner hat je erfahren, ob dies gelungen ist. Von der Lösung des Rätsels erhofft sich Beeblebrox einen Geldsegen, mit dem er seine horrenden Schulden bezahlen kann. Also macht sich die Crew der »Herz aus Gold« auf die Suche. Sie landet in der Verwaltungszentrale der Vogonen, wo originelle Ideen mit Backpfeifen bestraft werden und Trillian in Gefangenschaft gerät; reist weiter zu dem verlassenen Heimatplaneten der Fragesteller; und gelangt schließlich zu einer Planetenwerft. Dort werden bewohnbare Welten nach den Wünschen exklusiver Kunden eigens gefertigt. Was der Planetengestalter Slartibartfast dort Arthur Dent zu erzählen hat, zerstört auch die letzten Reste seines begrenzten menschlichen Weltbilds. Gleichzeitig tut sich für den Engländer die Hoffnung auf, in diesem chaotischen Universum eine neue Heimat zu finden ...

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Foto: Buena Vista

Kritik

Den allseits bekannten Kultroman von Douglas Adams in einen Kinofilm normaler Länge zu pressen, ist einerseits eine sicherlich begeisternde, andererseits eine extrem undankbare Aufgabe. Etliche Textpassagen aus dem fiktiven galaktischen Reiseführer, die Millionen von Fans seit Jahrzehnten mit wachsender Begeisterung rezitieren, müssen aus Zeitgründen wegfallen. Zuschauer, die Buch, Hörspiel oder Fernsehmehrteiler nicht kennen, erfahren durch diesen Film wenig bis nichts über die Nützlichkeit von Handtüchern im Weltraum, warum der Babel-Fisch die Nicht-Existenz Gottes beweist, und auch nicht, dass Ford Prefect den Eintrag für die Erde von »Harmlos« auf »Überwiegend harmlos« umgetextet hat. Diese Versäumnisse können nur deshalb nicht als Frevel bezeichnet werden, weil Adams noch am Drehbuch mitschreiben konnte. Eine neue Szene, für die eigens John Malkovich verpflichtet wurde, wirkt zwischen den bekannten Handlungsteilen eher albern als skurril. Witzige Dialoge wie Ford Prefects Gespräch mit dem Kneipier vor dem Weltuntergang, zünden nicht mehr so, wie in den älteren Fassungen. Und schließlich gibt es ein noch eher verzeihliches neues Ende, das dem ersten Teil einen sinnvollen Abschluss verleiht.

Die Aktivposten dieses Films sind die starken Bilder, mit denen die BBC-Studios für die Fernsehfassung noch nicht aufwarten konnten. So sehen die Raumschiffe und Planetenlandschaften jetzt überzeugend aus und nicht wie aus Pappmaché gemacht. Die Aufnahmen von den Vogonen und ihrer Welt erinnern an die alptraumhaften Inszenierungen, die Terry Gilliam für Brazil und 12 Monkeys geschaffen hat, und sind damit äußerst sehenswert. Der optische und musikalische Einstieg in den Film, in dem die Worte »…und danke für den Fisch!« eine Rolle spielen, ist brillant. Den visuellen Höhepunkt bildet die Planetenwerft, in der Arthur Dent und Slartibartfast Abertausende von Kilometern in Sekunden durchmessen, um den Baufortschritt nicht am verkleinerten Modell, sondern an den Planeten selbst zu begutachten. Während Martin Freeman als Arthur und Mos Def als Ford eher blass bleiben, macht Bill Nighy aus der Rolle des Planetenkonstrukteurs das Kabinettstück, das man von ihm erwarten durfte. Daneben tritt noch Sam Rockwell hervor, der als Beeblebrox schön extrovertiert sein kann.

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Wer das Buch liebt, wird sich diesen Film ansehen. Ihm fehlen sicherlich viele Tugenden der Vorlage. Dafür werden aber etliche Szenen in bisher noch nicht gesehener Weise illustriert. Man darf vermuten, dass mit diesem Film das Buch vor allen Dingen auf dem US-amerikanischen Markt bekannter gemacht werden soll, der für abseitigen britischen Humor nicht unbedingt empfänglich ist. So kann man z. B. die Besetzung des Rappers Mos Def interpretieren. Für alle Nicht-Kenner der Materie kann dieser Film ein guter Grund sein, sich erstmals mit den Büchern von Douglas Adams zu befassen. Da hat es im Universum und anderswo schon Schlimmeres gegeben.

Arno BehrendALIEN CONTACT


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Credits

Originaltitel: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy
deutscher Titel: Per Anhalter durch die Galaxis
Land und Jahr: USA/GB 2005
Regie: Garth Jennings
Buch: Douglas Adams
Karey Kirkpatrick
Vorlage: Douglas Adams
Kamera: Igor Jadue-Lillo
Schnitt: Niven Howie
Musik: Joby Talbot
Produktionsdesign: Joel Collins
Kostüme: Sammy Sheldon
Produktion: Gary Barber
Roger Birnbaum
Nick Goldsmith
Jay Roach
Jonathan Glickman
Co-Produktion: Todd Arnow
Caroline Hewitt
Rebekah Rudd
Ausführende Produzenten: Douglas Adams
Robbie Stamp
Derek Evans
deutscher Kinostart: 9.6.2005 (Buena Vista)
Länge: 109 min.
FSK ab 6 Jahre

 

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Darsteller

Questular: Anna Chancellor
Ford Prefect: Mos Def
Trillian: Zooey Deschanel
Arthur Dent: Martin Freeman
Slartibartfast: Bill Nighy
Zaphod Beeblebrox: Sam Rockwell

 

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21.05.06 • 10.06.06