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Fantastic Four

Fantastic Four • USA 2005


Handlung

Der junge Astrophysiker Reed Richards muss sich einiges gefallen lassen, um sein neuestes Projekt umzusetzen: Um eine Strahlungswolke auf ihrem Weg an der Erde vorbei zu studieren, bittet er seinen alten Studienfreund Victor von Doom um Hilfe, der eine Orbitalstation sein eigen nennt, die sich zufälligerweise auf der Bahn der Wolke befindet. Von Doom, der Richards seit jeher sein Genie neidet, zeigt sich hämisch, aber hilfsbereit. Begleitet werden Reed Richards von seinem alten Freund Ben Grimm, von seiner Exfreundin Sue Storm, die unschöner Weise seit Neuestem mit von Doom liiert ist, und von ihrem jüngeren Bruder Johnny Storm. Natürlich kommt alles anders als geplant: Die Strahlungswolke trifft die Teilnehmer der Expedition mit voller Energie. Als die Fünf auf die Erde zurückkehren, zeigt sich bald die Wirkung: Reed, Sue und Johnny entwickeln außergewöhnliche Fähigkeiten, und Ben erfährt eine folgenreiche Verwandlung – seine gesamte Physiologie verwandelt sich in massives Gestein und verleiht ihm so neben übermenschlicher Stärke und Widerstandsfähigkeit dummerweise auch ein monströses Aussehen. Nach einigen ersten, eher unfreiwilligen Heldentaten werden die vier als die »Fantastic Four« zu Medienstars. Derweil erfährt jedoch auch von Doom einige Veränderungen, und er macht Reed nicht nur für den Fall seines Wirtschaftsimperiums verantwortlich, sondern darüber hinaus auch dafür, dass Sue sich von ihm zurückgezogen hat ...


Foto: Constantin

Kritik

Fantastic Four folgt halbwegs erfolgreich dem thematischen Schema der neueren Marvel-Superheldenfilm-Generation von Spider Man und X-Men: Wir erfahren, dass große Macht große Verantwortung mit sich bringt, dass sie einen manchmal zum gesellschaftlichen Außenseiter macht und dass Außenseiter zusammenhalten müssen. Die selbstironischen Zitate der Comicvorlage sind natürlich ohnehin ein Muss. Das alles ist unterhaltsam und nicht einmal ganz dumm, folgt aber zu sehr dem mittlerweile bekannten Schema, um wirklich aufsehenerregend zu sein.

Auffällig ist an Fantastic Four vor allem, dass sich der Film stärker als seine Vorläufer bemüht, gleichzeitig den alten Fans des Comics gerecht zu werden und eine Generation von Teenagern anzusprechen, die die Zeit nicht mehr erlebt haben, als MTV noch etwas Neues und Aufregendes war. Folgerichtig strotzt der Film vor pubertären Sprüchen, und Popsongs und Funsportarten werden wenig subtil eingestreut – der Draufgänger Johnny Storm beweist sich zum Beispiel als Snowboarder und Extrem-Biker. Das stört alles weniger, als man erwarten sollte – was vor allen Dingen daran liegt, dass die Hauptfiguren recht überzeugend, wenn auch ohne charakterliche Tiefe ausgearbeitet sind. In die Charaktereigenschaften und die Schwierigkeiten der Vier fühlt man sich als Zuschauer ohne Probleme ein: Reed ist der zurückhaltende, romantisch unterbelichtete, aber liebenswerte Intellektuelle; Sue Storm sorgt für soziale Kompetenz im Team; ihr Bruder Johnny gibt den leichtlebigen Frauenheld; und Ben ist das emotional verletzliche Ungeheuer und von allen Vieren derjenige, der sich am innigsten eine Rückverwandlung in sein altes Ich wünscht. Ganz klar, dass auch Ben schließlich erkennt, das seine Fähigkeiten ihm die Mission auferlegt haben, Gutes zu tun. Bis dahin kommt es allerdings immer wieder zu Auseinandersetzungen in der »Familie« der Fantastic Four, die erst beigelegt werden, als es darauf ankommt, dem vollständig ausrastenden Victor von Doom das Handwerk zu legen.

Fantastic Four ist damit im Großen und Ganzen befriedigend – eine solide Conmicverfilmung, die nur bedingt an ihre Vorbilder heranreicht, aber auf allen Ebenen unterhält.

Freunde des Comics werden allerdings insbesondere bei von Dooms »Origin«-Geschichte einige Abweichungen vom Original schlucken müssen. Insgesamt ist die Story dennoch gut an die Spielfilmdramaturgie angepasst worden. Die Mehrzahl der Menschen hierzulande, für die die »Fantastischen Vier« bislang wohl eher eine deutsche HipHop-Combo waren, werden sich ohnehin kaum an solchen Abweichungen stören.

• Jakob Schmidt • ALIEN CONTACT

 

Siehe auch
Lexikon: Batman - Amerikanischer Comic- und Filmheld
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Credits

Originaltitel:Fantastic Four
deutscher Titel:Fantastic Four
Land und Jahr:USA 2005
Regie:Tim Story
Buch:Michael France
Mark Frost
Vorlage:basierend auf dem Marvel Comic von
Stan Lee & Jack Kirby
Kamera:Oliver Wood
Schnitt:William Hoy
Musik:Miri Ben-Ari
John Ottman
Produktionsdesign:Bill Boes
Kostüme:Jose Fernandez
Wendy Partridge
Maske:Anthony Allen Barlow
Produktion:Bernd Eichinger
Avi Arad
Ralph Winter
Chris Columbus
deutscher Kinostart:14.7.2005 (Constantin)
Länge:108 min.
FSK:ab 12 Jahre

Darsteller

Reed Richards / Mr. Fantastic:Ioan Gruffud
Sue Storm / Invisible Woman:Jessica Alba
Johnny Storm / Human Torch:Chris Evans
Ben Grimm / The Thing:Michael Chiklis
Victor von Doom / Dr. Doom:Julian McMahon
Alicia Masters:Kerry Washington
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