HandlungVictor Frankenstein ist ein kleiner Junge, der mit seinen netten Eltern in der heilen Welt einer amerikanischen Vorstadtsiedlung lebt. Sein bester Freund ist der Hund Sparky, den er in einem selbstgedrehten Urzeit-Monster-Film als Dinosaurier mit Hörnern und Rückensegel auftreten läßt. Als Sparky beim Spielen vom Auto überfahren wird, nimmt das Drama seinen Lauf. Victor schöpft neue Hoffnung, als der Lehrer in der Schule einen toten Frosch mit Stromstößen »wiederbelebt«. Flugs sucht er sich ein paar Elektrogeräte zusammen und holt Sparkys Leiche vom Haustierfriedhof zurück, um ihn während eines nächtlichen Gewitters mit dem Funken der Schöpfung zu elektrisieren.
Das Experiment gelingt, doch Victors Eltern reagieren natürlich schockiert, als sie Frankensteins Monsterhund zu Gesicht bekommen. Als kurz darauf auch die Nachbarn wegen einiger mysteriöser Zwischenfälle unruhig werden, wollen Frankensteins Eltern sie von der Harmlosigkeit des wiederbelebten Hündchens überzeugen. Doch der Abend endet im Chaos, Sparky ergreift die Flucht, und Victor folgt ihm bis zum Minigolfplatz mit der Mühle. Es kommt, wie es kommen muß: Die erzürnten Nachbarn stecken die Mühle in Brand, aber im letzten Moment wird Victor von Sparky aus den Trümmern gezerrt, bevor der Hund selbst in den Flammen umkommt. Nun macht sich Bestürzung unter den Nachbarn breit, schließlich hat der Hund dem Jungen das Leben gerettet. Also werden rasch die Batterien aller Autos zusammengeschlossen und der Hund ein zweites Mal ins Reich der Lebenden zurückgeholt. Auch eine punkig frisierte Pudeldame ist zur Stelle, um das Happy-End perfekt zu machen.
Frankenweenie ist ein Frühwerk des exzentrischen und erfolgreichen Regisseurs Tim Burton aus dem Jahr 1984 und weist bereits all das auf, was die Handschrift dieses enfant terrible des Hollywood-Kinos ausmacht: die Lust am Morbiden, die mühelose Verbindung von Horror und Comedy, die sich doch erheblich vom typisch britischen schwarzen Humor unterscheidet. Bereits mit diesem Schwarzweißfilm, den Burton während seiner Lehrjahre in den Walt Disney Studios inszenierte, setzte sich der Regisseur zielsicher zwischen alle Stühle: Frankenweenie ist ein witziger Kinderfilm und gleichzeitig eine ernste Auseinandersetzung mit dem Tod - und natürlich eine geniale Parodie auf die klassischen Frankenstein-Verfilmungen. Besonders denkwürdig - geradezu surreal - ist der Moment, wenn in der Titelsequenz über den düsteren Bildern vom Haustierfriedhof der Schriftzug »Walt Disney Presents« erscheint. So verwundert es kaum, daß die Walt Disney Company über das Ergebnis so entsetzt war, daß Frankenweenie erst acht Jahre später aus dem Giftschrank geholt und der Öffentlichtkeit zugänglich gemacht wurde.
In Deutschland war das Werk im Rahmen der Retrospektive »Künstliche Menschen« zur Berlinale 2000 zu sehen.
| Originaltitel: | Frankenweenie |
| Land und Jahr: | USA 1984 |
| Regie: | Tim Burton |
| Drehbuch: | Lenny Ripps |
| Kamera: | Thomas Ackerman |
| Schnitt: | Ernest Milano |
| Effekte: | Allen Gonzales (Animation der visuellen Effekte) Haris Metz (Spezialeffekte) Roland Tantin (Spezialeffekte) |
| Musik: | Michael Convertino David Newman |
| Ausstattung: | Roger Shook John B. Mansbridge (Art director) |
| Produktion: | Disney Julie Hickson Rick Heinrichs (associate) |
| US-Uraufführung: | 1992 |
| Länge: | 27 Minuten |
| Victor Frankenstein: | Barret Oliver |
| Susan Frankenstein: | Shelley Duvall |
| Ben Frankenstein: | Daniel Stern |
| Mr. Chambers: | Joseph Maher |
| Ann Chambers: | Domino |
| Mrs. Epstein: | Roz Braverman |
| Mr. Walsh: | Paul Bartel |
| Frank Dale: | Jason Hervey |
| Mike Anderson: | Paul C. Scott |
| Mrs. Curtis: | Helen Boll |
| Kinder auf der Straße: | Bob Herron Donna Hall |