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Frankenweenie

USA 1984


Handlung

Victor Frankenstein ist ein kleiner Junge, der mit seinen netten Eltern in der heilen Welt einer amerikanischen Vorstadtsiedlung lebt. Sein bester Freund ist der Hund Sparky, den er in einem selbstgedrehten Urzeit-Monster-Film als Dinosaurier mit Hörnern und Rückensegel auftreten läßt. Als Sparky beim Spielen vom Auto überfahren wird, nimmt das Drama seinen Lauf. Victor schöpft neue Hoffnung, als der Lehrer in der Schule einen toten Frosch mit Stromstößen »wiederbelebt«. Flugs sucht er sich ein paar Elektrogeräte zusammen und holt Sparkys Leiche vom Haustierfriedhof zurück, um ihn während eines nächtlichen Gewitters mit dem Funken der Schöpfung zu elektrisieren.

Das Experiment gelingt, doch Victors Eltern reagieren natürlich schockiert, als sie Frankensteins Monsterhund zu Gesicht bekommen. Als kurz darauf auch die Nachbarn wegen einiger mysteriöser Zwischenfälle unruhig werden, wollen Frankensteins Eltern sie von der Harmlosigkeit des wiederbelebten Hündchens überzeugen. Doch der Abend endet im Chaos, Sparky ergreift die Flucht, und Victor folgt ihm – bis zum Minigolfplatz mit der Mühle. Es kommt, wie es kommen muß: Die erzürnten Nachbarn stecken die Mühle in Brand, aber im letzten Moment wird Victor von Sparky aus den Trümmern gezerrt, bevor der Hund selbst in den Flammen umkommt. Nun macht sich Bestürzung unter den Nachbarn breit, schließlich hat der Hund dem Jungen das Leben gerettet. Also werden rasch die Batterien aller Autos zusammengeschlossen und der Hund ein zweites Mal ins Reich der Lebenden zurückgeholt. Auch eine punkig frisierte Pudeldame ist zur Stelle, um das Happy-End perfekt zu machen.

Kritik

Frankenweenie ist ein Frühwerk des exzentrischen und erfolgreichen Regisseurs Tim Burton aus dem Jahr 1984 und weist bereits all das auf, was die Handschrift dieses enfant terrible des Hollywood-Kinos ausmacht: die Lust am Morbiden, die mühelose Verbindung von Horror und Comedy, die sich doch erheblich vom typisch britischen schwarzen Humor unterscheidet. Bereits mit diesem Schwarzweißfilm, den Burton während seiner Lehrjahre in den Walt Disney Studios inszenierte, setzte sich der Regisseur zielsicher zwischen alle Stühle: Frankenweenie ist ein witziger Kinderfilm und gleichzeitig eine ernste Auseinandersetzung mit dem Tod - und natürlich eine geniale Parodie auf die klassischen Frankenstein-Verfilmungen. Besonders denkwürdig - geradezu surreal - ist der Moment, wenn in der Titelsequenz über den düsteren Bildern vom Haustierfriedhof der Schriftzug »Walt Disney Presents« erscheint. So verwundert es kaum, daß die Walt Disney Company über das Ergebnis so entsetzt war, daß Frankenweenie erst acht Jahre später aus dem Giftschrank geholt und der Öffentlichtkeit zugänglich gemacht wurde.

In Deutschland war das Werk im Rahmen der Retrospektive »Künstliche Menschen« zur Berlinale 2000 zu sehen.

Bernhard Kempen


www.bahn.de

Credits

Originaltitel:Frankenweenie
Land und Jahr:USA 1984
Regie:Tim Burton
Drehbuch:Lenny Ripps
Kamera:Thomas Ackerman
Schnitt:Ernest Milano
Effekte:Allen Gonzales (Animation der visuellen Effekte)
Haris Metz
(Spezialeffekte)
Roland Tantin
(Spezialeffekte)
Musik:Michael Convertino
David Newman
Ausstattung:Roger Shook
John B. Mansbridge
(Art director)
Produktion:Disney
Julie Hickson
Rick Heinrichs
(associate)
US-Uraufführung:1992
Länge:27 Minuten

Darsteller

Victor Frankenstein:Barret Oliver
Susan Frankenstein:Shelley Duvall
Ben Frankenstein:Daniel Stern
Mr. Chambers:Joseph Maher
Ann Chambers:Domino
Mrs. Epstein:Roz Braverman
Mr. Walsh:Paul Bartel
Frank Dale:Jason Hervey
Mike Anderson:Paul C. Scott
Mrs. Curtis:Helen Boll
Kinder auf der Straße:Bob Herron
Donna Hall
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