Als es zu unerklärlichen Zwischenfällen in einem japanischen Bergwerk kommt, steigt ein Ingenieur hinab und erblickt zu seinem Entsetzen riesige Insektenlarven (im Original »Meganuron«) nebst einem monströsen Ei, aus dem alsbald ein überdimensionaler Flugsaurier schlüpft und das Gewürm verspeist. Ein zweiter Rodan (im Original »Radon«) gesellt sich hinzu; gemeinsam beginnen sie die Zerstörung der nahegelegenen Großstadt. Beide Ungeheuer fliegen mit Überschallgeschwindigkeit und erzeugen auf diese Weise Springfluten und Hurricans, ähnlich den Nachwirkungen einer Atombombe. Selbstverständlich ist das Militär machtlos, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als sich die Monstren zum Brüten ins Gebirge zurückziehen. Dort macht man ihnen mit vereinten Kräften unter Zuhilfenahme eines Vulkanausbruchs den Garaus.
Nachdem der zweite Godzilla-Film Godzilla kehrt zurück (Gojira no Gyakushu J 1955) im Vorjahr durchgefallen war, wurde das Erfolgsteam Inoshiro Honda und Ejii Tsuburaya reaktiviert, um den dritten Monsterfilm der Toho zu drehen - erstmals in Farbe und ohne Godzilla. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, zumal Miniatursets und Farbgebung hervorragend aufeinander abgestimmt worden sind. Die Rodans wirken überzeugend und stellen als gigantische Pterodaktylen eine originelle Neuerung des Riesendrachen à la Godzilla dar. Durch die Entscheidung zugunsten von Eastmancolor hat die Toho aber den Hang ihrer Kaiju-Eiga-Filme zur Bedrohlichkeit fast ganz abgelegt. Das destruktive Element des Monsters bleibt zwar erhalten, doch die Freude des Zuschauers an gigantischen Balgereien rückt bereits stärker in den Vordergrund.
Thomas Deist
Bei der Namensgebung für das Monster Radon stand nicht nur das radioaktive Edelgas gleichen Namens Pate, sondern auch die zweite und vierte Silbe des Flugsauriers Pteranodon. In der amerikanischen und deutschen Fassung vertauschte man die Vokale, so daß schließlich »Rodan« herauskam. Ob der Held der 1961 gestarteten deutschen SF-Serie Perry Rhodan nach diesem Monstrum benannt wurde, konnte nie eindeutig geklärt werden. Gelegentlich wird für diesen Film der Alternativtitel Sora no Daikaiju Radon angegeben. Möglicherweise handelt es dabei sich um einen später vergebenen Videotitel.
Radon trat in fünf weiteren Godzilla-Filmen auf - in San Daikaiju Chikyu Saidai no Kessen (J 1964), Befehl aus dem Dunkel (Kaiju daisenso J 1965), Frankenstein und die Monster aus dem All (Kaiju Soshingeki J 1968), mit Archivszenen in King Kong gegen Godzilla (Gojira tai Mekagojira J 1974) und in Gojira tai Mekagojira (J 1993) aus der zweiten Serie.
| Originaltitel: | Radon |
| Alternativtitel: | Sora no Daikaiju Radon |
| Übersetzung: | »Radon« »Großes Himmelsmonster Radon« |
| deutscher Titel: | Rodan Die fliegenden Monster von Osaka (TV) |
| US-Titel: | Rodan! The Flying Monster (1957) |
| Land und Jahr: | J 1956 |
| Technik: | Farbe, Mono |
| Regie: | Inoshiro Honda |
| Drehbuch: | Takeshi Kimura Takeo Murata |
| Vorlage: | Ken Kuronuma (Story) |
| Kamera: | Isamu Ashida |
| Schnitt: | Koichi Iwashita Robert S. Eisen (US-Fassung) |
| Effekte: | Eiji Tsuburaya (Effektregie) Akira Watanabe (Spezialeffekte) Hiroshi Mukoyama (optische Effekte) |
| Musik: | Akira Ifukube |
| Ausstattung: | Tatsuo Kita |
| Produktion: | Toho Tomoyuki Tanaka Frank King (US-Fassung) Maurice King (US-Fassung) |
| Uraufführung: | 26.12.1956 |
| deutscher Kinostart: | 26.9.1958 (Rank) |
| US-Kinostart: | 1957 |
| Länge: | 82 Minuten (japanische Originalfassung) 73 Minuten (deutsche Fassung) |
| | FSK ab 12 Jahre |
| Shigeru: | Kenji Sahara |
| Kiyo: | Yumi Shirakawa |
| Dr. Kashiwagi: | Akihiko Hirata |
| Polizeichef Nishimura: | Akio Kobori |
| Frau auf Hochzeitsreise: | Yasuko Nakata |
| Bergmann Osaki: | Minosuke Yamada |
| Reporter Izeki: | Yoshifumi Tajima |
| Mann auf Hochzeitsreise: | Kiyoharu Onaka |
| Soldat im Jeep: | Ren Yamamoto |
| Radon: | Haruo Nakajima |
| Sprecher der US-Fassung: | Keye Luke George Takei |