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Die Rückkehr des King Kong

Kingukongu tai Gojira • J 1962


Handlung

Während sich gewaltige Eismassen vom Südpol in Bewegung setzen, taut aus einem der Eisberge Godzilla auf, der dort seit seinem letzten Abenteuer schlummerte. Gleichzeitig begeben sich Beschäftigte eines Pharmakonzerns Richtung Südsee, um dort von einer Insel geheimnisvolle Beeren zu holen, die ein starkes Narkotikum enthalten. Man trifft dort nicht nur auf einen schleimigen Riesenoktopus, sondern auch auf den gigantischen Affen King Kong, der als Monstergott verehrt wird. King Kong wird mit dem Beerensaft betäubt und zu Werbezwecken nach Japan verfrachtet. Dort reißt sich der Riese los. Da gleichzeitig Godzilla in der Bucht von Tokio an Land geht, kommt es zum Unvermeidbaren: Die Ungeheuer treffen aufeinander. Zunächst scheint es so, als ob der Zottelpelz den Kürzeren zieht, dann aber bezieht Godzilla, den auch die oft bemühten Hochspannungsleitungen nicht aufhalten können, mächtig Dresche. Beide Bestien stürzen ins Meer, aber nur King Kong taucht wieder auf und schwimmt der Sonne entgegen.

Kritik

Sieben Jahre nach Godzilla kehrt zurück (Gojira no Gyakushu • J 1955) feierte Godzilla im sechsten Monsterfilm der Toho fröhliche Urstände und traf erstmals auf seinen amerikanischen Kollegen King Kong (der mit japanischen Silbenzeichen tatsächlich »Kingukongu« geschrieben werden muß, da japanische Wörter nicht auf »g« oder »ng« enden können • siehe: Japanische Titel und Namen).

Die Figur des Riesenaffen, die natürlich mit einem Schauspieler »ausgefüllt« war, wirkt im Vergleich zum Original aus dem Klassiker King Kong und die weiße Frau (King Kong • USA 1933) erbärmlich, gleicht eher einem billigen Jahrmarktsclown in schlampigem Kostüm; Godzilla hingegen ist gemein wie eh und je. Was an purem Monsterpotential aus diesem Ringkampf herauszuholen gewesen wäre, wird größtenteils der Komik geopfert. Bemerkenswert sind besonders die Szenen, in denen der Affe an Ballons aufgehängt (!) zum nächsten Schlachtfeld schwebt, sowie die finale Auseinandersetzung der Giganten, komplett mit Einlagen im griechisch-römischen Stil.

Bereits an Mothra bedroht die Welt (Mosura • J 1961) zeigte sich der Trend eindeutig zum Naiv-Komischen im Kaiju Eiga. Hier findet man die erste hundertprozentige Bestätigung. Auf den Betrachter wirkt das alles wie eine Riesengaudi, obwohl man durchaus in den beiden Ungetümen den Konflikt zwischen der amerikanischen Kultur (King Kong) und der amerikanischen Aggression (Godzilla) erblicken kann, worunter die Japaner jahrelang zu leiden hatten. Im übrigen wurde bei diesem Film zum ersten und letzten Mal im Kaiju Eiga ein echtes Tier (aufgemotzt durch einige Stop-Motion-Effekte) verwendet. Der Oktopand erzielte denn trefflicherweise auch die größte Wirkung.

Medieninfo

Dieser Film hat eine traurige Vorgeschichte: Willis O’Brien, Schöpfer von King Kong und die weiße Frau (King Kong • USA 1933) und Vater der Stop Motion, wollte auf seine alten Tage noch gerne ein phantastisches Projekt realisieren. Zunächst nannte er es King Kong Versus Frankenstein, woraus später King Kong Versus The Ginko und schließlich Prometheus Versus Frankenstein wurde. Der RKO-Justitiar Daniel O'Shea gab ihm den Tip, sich an Producer John Beck zu wenden. Dieser verkaufte die Idee hinter dem Rücken O'Briens einfach an die Toho. Was schließlich herauskam, hinterläßt zwiespältige Gefühle.

Die sich anscheinend ewig haltende Geschichte, in der japanischen Version hätte Godzilla gesiegt, muß ins Reich der Sage verwiesen werden, denn es gibt keinen Japaner, der so etwas je gesehen hat. Hier wirkte es sich auch für den deutschen Verleih übel aus, daß die Amerikaner ihre Hand im Spiel hatten, und zwar im Rahmen einer Koproduktion. Sie schnitten (wie immer) in das japanische Original vollkommen überflüssige Szenen mit obskuren Reportern, die von keinem anderen als John Beck produziert worden waren. Leider ist nur die US-amerikanische Version in die Bundesrepublik gelangt.

• Thomas Deist

Siehe auch
Film-Index • Godzilla
Der erste Godzilla-Zyklus
Der zweite Godzilla-Zyklus
Kaiju Eiga - Der japanische Monsterfilm
Japanische Titel und Namen
Gummidrachen im Spielzeugland - Sinn und Unsinn der japanischen Monsterfilme
Film-Index • Dinosaurier • Prähistorik
DinoMedia • Dinosaurier in Literatur, Film und anderen Medien
Prehistoric News • Magazin für prähistorische Motive in den Medien
Leser-Service
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Godzilla
Lieferbare Titel mit dem Stichwort Dinosaurier

Credits

Originaltitel: Kingukongu tai Gojira
Übersetzung: »King Kong gegen Godzilla«
deutscher Titel: Die Rückkehr des King Kong
US-Titel: King Kong vs. Godzilla (1963)
Land und Jahr: J 1962
Technik: Farbe, Breitformat
Regie: Inoshiro Honda
Thomas Montgomery
(US-Fassung)
Drehbuch: Shinichi Sekizawa
Paul Mason
(US-Fassung)
Bruce Howard
(US-Fassung)
Vorlage: Willis H. O'Brien,
• »King Kong vs. Frankenstein«
• »King Kong vs. Prometheus«
(Story)
George Worthing Yates
(frühere Drehbuchfassung)
Kamera: Hajime Koizumi
Schnitt: Reiko Kaneko
Effekte: Eiji Tsurubaya (Effektregie)
Akira Watanabe
(Entwurf der Monsterkostüme)
Teizo Toshimitsu
(Entwurf der Monsterkostüme)
Teruyoshi Nakano
(Effektregieassistenz)
Yukio Manoda
(optische Effekte)
Taka Yuki
(optische Effekte)
Teisho Arikawa
(Effektkamera)
Kuichiro Kishida
(Effektbeleuchtung)
Hiroshi Mukoyama
(Mattekünstler)
Hisashi Shimonaga
(Toneffekte)
William L. Stevenson
(Toneffekte der US-Fassung)
Musik: Akira Ifukube
Robert Emmett Dolan
(US-Fassung)
Henry Mancini
(US-Fassung)
Milton Rosen
(US-Fassung)
Herman Stein
(US-Fassung)
Ausstattung: Takeo Kita
Teruaki Abe
Produktion: Toho
Tomoyuki Tanaka
Universal International
(US-Fassung)
John Beck
(US-Fassung)
Uraufführung: 11.8.1962
Wiederaufführung: 21.3.1970
19.3.1977
deutscher Kinostart: 23.8.1974
US-Kinostart: 3.6.1963
Länge: 98 Minuten (japanische Fassung)
91 Minuten
(US-Fassung)
82 Minuten
(deutsche Fassung)
FSK ab 12 Jahre

 

Darsteller

Osamu Sakurai: Tadao Takashima
Fumiko Sakurai: Mie Hama
Kazuo Fujita: Kenji Sahara
Kinzaburo Furue: Yu Fujiki
Mr. Tako: Ichiro Arishima
General Masami Shinzo: Jun Tazaki
Premierminister Shigezawa: Akihiko Hirata
Tamiye: Akiko Wakabayashi
Chikiros Mutter : Akemi Negishi
Medizinmann: Ikio Sawamura
Beamter: Ko Mishima
Dr. Makino: Tatsuo Matsumura
Beamter: Somesho Matsumoto
Hubschrauberpilot: Ren Yamamoto
Godzilla: Haruo Nakayima
Katsumi Tezuka
King Kong: Shoichi Hirose
Eric Carter: Michael Keith (US-Fassung)
Yutaka Omura: James Yagi (US-Fassung)
Dr. Arnold Johnson: Harry Halcombe (US-Fassung)
Erzähler: Les Tremayne (US-Fassung)

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