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Frankenstein - Zweikampf der Giganten

Furankenshutain no Kaiju Sanda tai Gaira • 1966


Handlung

Ein amerikanischer Wissenschaftler (Russ Tamblyn) hat vor einigen Jahren aus Zellen eines Urmenschen einen Giganten geschaffen, der sich bald friedlich in die Berge zurückzog. Als nunmehr ein riesiges Ungeheuer das Land verwüstet, fällt der Verdacht sofort auf den braunen Koloß, was der Forscher aber ins Reich der Sage verweist. Und siehe da - das Monster ist mit grünem Zottelpelz bedeckt und aus dem abgestoßenen Gewebe des Braunen entstanden. Die Armee verletzt das Ungetüm schwer. Da taucht aber dessen Bruder auf, schleppt ihn ins Gebirge und pflegt ihn gesund. Leider reicht die Geschwisterliebe nicht aus, um den bösen Grünen zu bekehren. Denn der begibt sich nach seiner Genesung schnurstracks Richtung Tokio, um das begonnene Werk fortzusetzen. Der Braune folgt ihm, und mitten im Häusermeer der Metropole prügeln sich beide wie die Kesselflicker. Als sie ihre Schlacht im Meer fortsetzen, bricht ein Vulkan aus und begräbt die Riesen.

Kritik

Mit Frankenstein - Zweikampf der Giganten (Furankenshutain no Kaiju Sanda tai Gaira • J 1966) versuchte die Toho, an ihren ersten »Frankenstein«-Film des Vorjahres anzuknüpfen. Die Verantwortlichen des Studios hatten eigentlich einen Nachfolger zu Frankenstein - der Schrecken mit dem Affengesicht (Furankenshutain tai Baragon • J 1965) im Auge, aber hier erwies sich die erneute Kooperation mit American International Pictures als eher schwierig. Deren Produzent Henry Saperstein setzte durch, daß sämtliche Reminiszenzen an den Vorgänger aus dem Skript von Kaoru Mabuchi verschwanden und die Monstren eher dem traditionellen King Kong ähnelten als Dr. Frankensteins Geschöpf. Vielleicht ist gerade deshalb ein besonders farbenprächtiges Spektakel herausgekommen. Sanda und Gaira bzw. Gailah (deren Namen in der deutschen Verleihversion nicht genannt werden) stellen eine bunte Mixtur dar: Mit Haaren bedeckt und Visagen, die durchaus an den berühmten Unhold vom Genfer See erinnern, prügeln sie sich in exzellent konzipierten Miniatursets. Da sie zwar nicht aus Leichenteilen, wohl aber aus Zellgewebe entstanden sind, wirkt ihre menschliche Verhaltensweise auch gar nicht besonders aufgesetzt. Bemerkenswert ist zweierlei: Erstens findet in diesem Film eine Premiere in dem Sinne statt, daß die Armee ein Monster (den Grünen) mit konventionellen Mitteln besiegt, zweitens ist der amerikanische Wissenschaftler dem japanischen Militär in jeder Hinsicht geistig überlegen, was aber wohl auf den Einfluß der US-Produzenten zurückzuführen ist

Medieninfo

Auf Schleichwegen haben die Japaner es dann doch noch fertiggebracht, eine Verbindung zu ihrem ersten Frankenstein-Film herzustellen. Kumi Mizuno spielt wieder die Assistentin, und die ursprünglich nicht verwendeten Szenen mit dem Oktopus aus Frankenstein - der Schrecken mit dem Affengesicht (Furankenshutain tai Baragon • J 1965) tauchen in diesem Streifen auf. Weil das Publikum mit neuen Monstern nur schwer bei der Stange zu halten war, spielte der Film auch nicht den erhofften Gewinn ein. Es erwies sich, daß ein erfolgreiches Kaiju-Eiga-Spektakel mindestens einen bekannten Unhold aufbieten mußte, um die Jugendlichen ins Kino zu locken. Vielleicht treten Sanda und Gailah deshalb in keinem anderen Film mehr auf. Mit den beiden Toho-Versionen des Frankenstein-Mythos gewöhnte sich der deutsche Verleih eine üble Unsitte an. Von nun an war »Frankenstein« ein fester Bestandteil der Eindeutschung des Titels. Mag dies am Anfang noch durchaus gerechtfertigt gewesen sein, fragte man sich in späteren Jahren, ob Frankenstein tatsächlich irgendwann einmal King Kong gezeugt oder ein Ei gelegt hat.

• Thomas Deist

Siehe auch
Film-Index • Godzilla
Der erste Godzilla-Zyklus
Der zweite Godzilla-Zyklus
Kaiju Eiga - Der japanische Monsterfilm
Japanische Titel und Namen
Gummidrachen im Spielzeugland - Sinn und Unsinn der japanischen Monsterfilme
Film-Index • Dinosaurier • Prähistorik
DinoMedia • Dinosaurier in Literatur, Film und anderen Medien
Prehistoric News • Magazin für prähistorische Motive in den Medien
Leser-Service
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Credits

Originaltitel:Furankenshutain no Kaiju Sanda tai Gaira
Übersetzung:»Frankensteins Monster - Sanda gegen Gailah«
deutscher Titel:Frankenstein - Zweikampf der Giganten
US-Titel:War of the Gargantuas (1970)
Land und Jahr:J 1966
Technik:Farbe, Mono
Regie:Inoshiro Honda
Drehbuch:Kaoru Mabuchi (= Takeshi Kimura)
Inoshiro Honda
Vorlage:Reuben Bercovitch (Story)
Kamera:Hajime Koizumi
Schnitt:Ryohei Fujii
Frederic Knudtson
(US-Fassung)
Effekte:Eiji Tsuburaya (Effektregie)
Teruyoshi Nakano
(Effektregieassistenz)
Yasuyuki Inoue
(Spezialeffekte)
Fumio Nakadai
(mechanische Effekte)
Hiroshi Mukoyama
(optische Effekte)
Teisho Arikawa
(Effektkamera)
Sokei Tomioka
(Effektkamera)
Kuichiro Kishida
(Effektbeleuchtung)
Musik:Akira Ifukube
Ausstattung:Takeo Kita
Produktion:Toho
Tomoyuki Tanaka
Kenichiro Tsunoda
(ausführend)
Benedict Pictures Corp.
Henry G. Saperstein
Reuben Bercovitch
(ausführend, US-Fassung)
Uraufführung:31.7.1966
deutscher Kinostart:25.3.1968
US-Kinostart:29.7.1970
Länge:92 Minuten (japanische Fassung)
92 Minuten
(US-Fassung)
77 Minuten
(deutsche Fassung)
FSK:ab 12 Jahre

Darsteller

Dr. Paul Stewart:Russ Tamblyn
Akemi:Kumi Mizuno
Yuzo:Kenji Sahara
General:Jun Tazaki
Sänger:Kipp Hamilton
Wissenschaftler:Nobuo Nakamura
Fischer:Ikio Sawamura
Polizist:Yoshifumi Tajima
Seemann:Ren Yamamoto
Sanda:Hiroshi Sekita
Gaira:Haruo Nakajima
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