Godzilla - Duell der MegasaurierTokio in der heutigen Zeit: In einem riesigen UFO landen Menschen aus dem Jahre 2204 und erzählen den verdutzten Regierungsbeamten, daß es nur einen Weg gebe, ihr Land vor dem Untergang zu retten, nämlich die Zerstörung Godzillas. Also reist man in die Vergangenheit, in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, wo ein Saurier friedlich auf einer Insel lebt, bis er von den bösen Amerikanern schwer verletzt wird. Da jenes Eiland bald Testzone für atomare Waffen werden soll und somit auch Godzilla in Bedrängnis geraten würde, verfrachtet man den Saurier kurzerhand via Teleportation ins ungefährliche Eismeer. Just nach der Rückkehr in die Gegenwart stellen sich die wahren Absichten der Zeitreisenden heraus. Da es in der Zukunft nur noch wenige Staaten gibt, will man bereits jetzt eine weitere Expansion Japans verhindern. Deswegen haben die Schlauberger auf der Insel drei futuristische Haustiere zurückgelassen, die mittels atomarer Bestrahlung nunmehr zum dreiköpfigen Flugmonster Ghidorah geworden sind. Die Bestie greift Japan an. Aber siehe da: Vor Jahren ist im Eismeer ein Atom-U-Boot gesunken, so daß Godzilla also doch existiert. Beide Monster dreschen wild aufeinander ein, bis der Dreikopf die Segel streichen muß. Tokio ist Godzilla gnadenlos ausgeliefert, bis ein überlebender Zukunftsmensch tränengerührt in die Welt anno 2204 reist und den zusammengeflickten und mit Eisenkopf ausgestatteten Ghidorah in die Gegenwart zurückschickt, damit er Godzilla Mores lehrt. Nach diversen Schaukämpfen plumpsen die Ungeheuer ins Meer.

Zwei Jahre nach Godzilla, der Urgigant (Gojira tai Biorante J 1989), wieder kurz vor Weihnachten (ein beliebter Schachzug bei Toho - wir fragen uns nur, wann Godzilla gegen den Nikolaus kämpft) wurde dem staunenden Publikum die Neuauflage eines berühmten Zweikampfes beschert: Godzilla - Duell der Megasaurier (Gojira tai Kingugidora J 1991). Die Story an sich ist klar bei Befehl aus dem Dunkel (Kaiju daisenso J 1965) abgekupfert, aber stark verändert und mit diversen Überraschungen gespickt worden. Insbesondere die häufigen Zeitsprünge machen die Angelegenheit interessant, verkomplizieren sie aber auch oftmals. Einfallsreich ist vor allem der Ursprung und die »Geburt« Godzillas als atomar verseuchter Saurier. Trotz des relativen finanziellen Mißerfolges des vorausgegangenen Filmes (da war der Geist wohl doch überfordert!) hielt die Toho an Regisseur Omori fest. Selbst der steinalte Akira Ifukube ließ sich aus seinem Rentnerdasein aufrütteln und schrieb den Score; darüber hinaus konnte auch Tomoyuki Tanaka, der sich gerade von Toho getrennt hatte, noch einmal zur Zusammenarbeit überredet werden. Für die Tricks war erneut Koichi Kawakita zuständig, und es sind wirklich die besten, die je in einem japanischen Monsterfilm zu bewundern waren. Besonders beeindruckend ist der Auftritt des mechanischen Ghidorah, der sich mit Godzilla haarsträubende Zweikämpfe in Tokios Häusermeer liefert. Ähnlich wie bereits in Godzilla, der Urgigant (Gojira tai Biorante J 1989) legt der Film besonderen Wert auf die ganz spezielle Mystik Japans: War es dort der Glaube an Geister und die Seelenwanderung, so wird nunmehr Bezug genommen auf die Samurai-Tradition, und zwar in Form der Beziehung zwischen dem Industrieboß (der im Krieg zwar seine Soldaten um den Saurier trauern, diesen dann aber seinem Schicksal überließ) und Godzilla. Es gibt eine diesbezügliche Szene, die einzigartig ist: Als Godzilla das Hochhaus zerstören will, in dem sich sein einstiger, ungetreuer Kampfgefährte befindet, hält er für einen Moment inne und scheint ihn zu erkennen. Auch die menschlichen Akteure stehen im Vordergrund, insbesondere die Beziehung zwischen dem Helden und dem Mädchen aus der Zukunft ist hier zu erwähnen.
Thomas Deist
| Originaltitel: | Gojira tai Kingugidora |
| Übersetzung: | »Godzilla gegen Ghidorah« |
| deutscher Titel: | Godzilla - Duell der Megasaurier |
| Land und Jahr: | J 1991 |
| Technik: | Farbe, Panavision |
| Regie: | Kazuki Omori |
| Drehbuch: | Kazuki Omori |
| Kamera: | Yoshinori Sekiguchi |
| Effekte: | Koichi Kawakita |
| Musik: | Akira Ifukube |
| Produktion: | Toho Tomoyuki Tanaka Shogo Tomiyama |
| Uraufführung: | 14.12.1991 |
| deutscher Kinostart: | 26.3.1992 (Metropol) |
| deutscher Videostart: | 26.3.1992 (VPS Video) |
| Länge: | 103 Minuten (japanische Fassung) 103 Minuten (deutsche Fassung) 89 Minuten (US-Fassung) |
| FSK: | ab 12 Jahre |
| Emi Kano: | Anna Nakagawa |
| Kenchiro Terasawa: | Isao Toyohara |
| Miki Saegusa: | Megumi Odaka |
| Chiaki Moriyuma: | Kiwako Harada |
| Mazaki: | Katsuhiko Sasaki |
| Chuck Wilson: | Chuck Wilson |
| Premierminister: | So Yamamura |
| Yuzo Tsuchiashi: | Shoji Kobayashi |
| Yasuaki Shindo: | Yoshio Tsuchiya |
| Android M-11: | Robert Scottfield |
| Grenchiko: | Richard Berger |
| Takehito Fujio: | Tokuma Nishioka |
| Verteidigungsminister Takayuuki Segawa: | Kenji Sahara |
| Schiffskommandant: | Kent Gilbert |
| Godzilla: | Kenpachiro Satsuma |