HandlungZwei Armeepiloten entdecken auf einer fernen Insel zwei riesige Saurier, die sich bekämpfen. Beide schwimmen gen Japan, wo der Ringkampf in Osaka fortgesetzt wird. Als Folge bleiben Schutt und Asche zurück. Nachdem Godzillas Gegner (mit Namen Angurus) die Segel streichen muß, wird Godzilla selbst auf einer Arktisinsel mittels Raketenbeschuß unter Eislawinen begraben.
Nachdem das Japan-Monster in Godzilla (Gojira J 1954) seinen erfolgreichen Einstand gegeben hatte, wurde es nur ein Jahr später in Godzilla kehrt zurück (Gojira no Gyakushu J 1955) wiederbelebt. Viele etablierte Fachleute (so auch der Filmdienst) meinen, der zweite Godzilla-Streifen sei ein Schnellschuß der Produktionsfirma Toho gewesen. Von der zeitlichen Abfolge her wird man jenen Kritikern durchaus recht geben müssen. Aber der Film bietet trotzdem höchsten Unterhaltungswert, wenn auch wiederum nicht unbedingt für Kinder. Denn die Monsterkämpfe sind mitunter sehr brutal, die beiden Urzeitgiganten verbeißen sich oftmals regelrecht ineinander. Die Atmosphäre der bösartigen, allumfassenden Bedrohung dieses erneut in Schwarzweiß gedrehten Lichtspiels konnte glücklicherweise vom Vorgänger transferiert werden. Dafür garantierten schon die Macher des Erstlings: Eiji Tsuburaya als Effekt-Spezialist und Shigeru Kayama als Story-Supervisor. Nur ein wichtiger Posten wurde verändert: Da die Toho nach ihrem Millionending Godzilla (Gojira J 1954) wohl erkannt hatte, welches Potential der Kaiju Eiga beinhaltet, wollte man mit Blick auf die Zukunft schnell noch einen weiteren Regisseur neben Inoshiro Honda etablieren. So führte ein Herr namens Motoyoshi Oda Regie - es sollte allerdings sein einziges Werk im japanischen Monsterzyklus bleiben, denn der Nachzügler erwies sich wider Erwarten als nicht sonderlich erfolgreich, obwohl eine Tendenz für den weiteren Verlauf bereits zu diesem Zeitpunkt erkennbar war: Nicht ein Gigant, sondern gleich zwei wurden dem Zuschauer für sein Eintrittsgeld geboten. Godzillas Gegner Angurus - eine Art überdimensionaler Igel, in dem mit etwas Phantasie ein Ankylosaurus zu erkennen ist - sollte in den späteren Filmen unter ständiger Namensänderung (Angiras, Angirus, Anzilla ... auf japanisch: Angirasu) noch diverse Auftritte haben. Abschließend sei Godzilla kehrt zurück (Gojira no Gyakushu J 1955) noch ein Vorwurf gemacht: Viel zu oft wurden die Ungetüme von vorne, also frontal aufgenommen. Dadurch beraubt man sie ihres gigantischen Erscheinungsbildes, das in Godzilla (Gojira J 1954) noch durch geschickte Fotografie von »lower angles« aus erreicht wurde.
Nachdem sich die Japaner flugs die amerikanische Namenserfindung »Godzilla« hatten patentieren lassen, war die US-Firma Warner Bros. angesichts dieses Flops nicht bereit, auch nur einen weiteren Cent auszugeben. Daher nannte man den Fabeldrachen einfach in »Gigantis« um und betitelte den umgeschnittenen Streifen Gigantis the Fire Monster - sehr zum Vergnügen des heutigen Betrachters, wenn die Akteure mit ernster Miene behaupten, »der Gigantis habe eine jahrmillionenalte Vergangenheit«. Doch wo die Amerikaner recht haben, da haben sie nun mal recht, denn Godzilla war nach dem Ende des ersten Streifens eigentlich nur noch in Knochenform existent.
Ursprünglich war vorgesehen, nur die japanischen Monsterszenen für eine Produktion mit dem Arbeitstitel The Volcano Monsters zu verwenden, in dem zwei Ungeheuer San Francisco zertrümmern. Doch nachdem der inzwischen in den USA angelaufene Rodan / Die fliegenden Monster von Osaka (Radon J 1956) auch ohne zusätzliche Szenen - und dazu in Farbe - recht erfolgreich war, verzichtete man auf die kostspieligen Nachdrehs dieser Schwarzweiß-Produktion.
Thomas Deist
| Originaltitel: | Gojira no Gyakushu |
| Übersetzung: | »Godzillas Gegenangriff« |
| deutscher Titel: | Godzilla kehrt zurück |
| US-Titel: | Gigantis the Fire Monster (1959) Godzilla Raids Again (Video) |
| Land und Jahr: | J 1955 |
| Technik: | Schwarzweiß, Normalformat |
| Regie: | Motoyoshi Oda Hugo Grimaldi (US-Fassung) |
| Drehbuch: | Takeo Murata Shigeaki Hidaka |
| Vorlage: | Shireju Kayama |
| Kamera: | Seiichi Endo |
| Schnitt: | Kazuji Taira Hugo Grimaldi (US-Fassung) |
| Effekte: | Eiji Tsuburaja (Effektregie) Akira Watanabe (Spezialeffekte) Sadami Toshimitsu (Kostüm) Hiroshi Mukoyama M. Shirota |
| Musik: | Masaru Sato Paul Sawtell (US-Fassung) Bert Shefter (US-Fassung) |
| Ausstattung: | Takeo Kita Teruaki Abe |
| Produktion: | Toho Tomoyuki Tanaka Warner Bros. (US-Fassung) Edmund Goldman (US-Fassung) Paul Schreibman (US-Fassung) |
| Uraufführung: | 24.4.1955 |
| deutscher Kinostart: | 29.8.1958 |
| US-Kinostart: | 21.5.1959 |
| Länge: | 82 Minuten (japanische Fassung) 81 Minuten (deutsche Fassung) 78 Minuten (US-Fassung) |
| FSK: | ab 12 Jahre |
| Shoichi Tsukioka: | Hiroshi Koizumi |
| Kohei Yamaji: | Yukio Kasama |
| Hidemi Yamaji: | Setsuko Wakayama |
| Koji Kobayashi: | Minoru Chiaki |
| Yasuko Inouye: | Mayuri Mokusho |
| Shingo Shibeki: | Sonosuke Sawamura |
| Dr. Kyohei Yamane: | Takashi Shimura |
| Dr. Tadokoro: | Masao Shimizu |
| Polizeipräsident von Osaka: | Takeo Oikawa |
| Leiter der Zivilverteidigung: | Minosuke Yamada |
| Captain Terasawa: | Seijiro Onda |
| Tajima: | Yoshio Tsuchiya |
| Godzilla: | Haruo Nakayima |
| Angirasu: | Katsumi Tezuka |
| Erzähler: | Marvin Miller (nur US-Fassung) |
| Radiosprecher: | George Takei (nur US-Fassung) |