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King Kong

King Kong • USA/NZ 2005


Handlung

New York 1933: Auch die hübsche, aber recht unbekannte Schauspielerin Ann Darrow bekommt die große Wirtschaftskrise zu spüren, als das Theater schließt, in dem sie ihren Lebensunterhalt mit Varieté-Auftritten verdient. Als sie in ihrer Not einen Apfel stehlen will, kommt ihr zufällig der Regisseur Carl Denham zu Hilfe, der sie sofort für sein nächstes Filmprojekt engagieren will. Sie sagt erst zu, nachdem sie erfährt, dass der von ihr verehrte Autor Jack Driscoll mit von der Partie ist. In einer Nacht- und Nebelaktion legt der Kutter »Venture« unter dem Kommando von Captain Englehorn ab und entwischt knapp der Polizei, die Denham wegen unsauberer Finanzgeschäfte im Visier hat.

Unterwegs beginnen die Dreharbeiten mit Ann Darrow und dem Leinwandhelden Bruce Baxter, doch dann nehmen die Spannungen an Bord zu, als durchsickert, wohin die Reise gehen soll – nach Skull Island, einer auf keiner Karte verzeichneten geheimnisvollen Insel. Nach einer Irrfahrt durch Nebelbänke gelingt es der »Venture« mit knapper Not, an der Felsküste des Eilands festzumachen. Das erste Erkundungsteam bestaunt die riesige Mauer, die vor Urzeiten von den Einwohnern errichtet wurde. Plötzlich erwachen die scheinbar ausgestorbenen Ruinen zum Leben, das halbe Team wird niedergemetzelt, und Ann wird von den Inselbewohnern zum großen Tor gebracht.

Es kommt, wie es kommen muss: Wenig später taucht ein riesiger Gorilla aus dem Urwald auf und schnappt sich das »Jungfrauenopfer«. Während sich die Leute von der »Venture« auf die Suche machen und sich monströser Dinosaurier und Insekten erwehren müssen, kann Ann den Riesenaffen durch Tanzeinlagen und Jongleurtricks besänftigen. Dem mutigen Driscoll gelingt es, Ann aus den Fängen des Monstrums zu befreien, und als dieses die Verfolgung aufnimmt, kann es schließlich mit einer kräftigen Portion Chloroform zur Strecke gebracht werden.

Zurück in New York präsentiert Denham dem staunenden Publikum das »Achte Weltwunder« – den gigantischen Gorilla King Kong. Als ihm bei der Bühnenshow eine falsche Blondine präsentiert wird, rastet der Affe aus. Er reißt sich los und stapft durch die winterlichen Straßen der Metropole, um Ann zu suchen, bis es zur Wiederbegegnung kommt. Auf der Flucht vor anrückenden Militäreinheiten besteigt King Kong mit Ann im Arm das Empire State Building. Auf der schwindelerregenden Spitze des Wolkenkratzers kommt es zum Kampf gegen eine Staffel Doppeldecker, und schließlich stürzt King Kong tödlich verwundet in die Straßenschlucht.


Foto: UIP

Produktion

Erfolgsregisseur Peter Jackson bekundete, schon als kleiner Junge ein großer Fan von King Kong und die weiße Frau (King Kong • USA 1933) gewesen zu sein und wollte sich bereits in den 1990er Jahren an eine Neuverfilmung machen, als das Projekt vom Universal-Studio gestoppt wurde – auch, weil in jener Zeit gerade Mein großer Freund Joe (Mighty Joe Young • USA 1998) in die Kinos kam. Nach dem Abschluss seiner Herr-der-Ringe-Trilogie bekam er grünes Licht. Für 207 Millionen Dollar realisierte er den bis dahin teuersten Film aller Zeiten.

Der größte Teil der Produktionskosten ging erwartungsgemäß für die Effekte drauf. Das New York der 1930er Jahre, Skull Island, die Dinosaurier und nicht zuletzt King Kong – alles wurde mit enormem Aufwand am Computer realisiert. Doch beim Betrachten derart perfekter Filmillusionen stellt sich eine seltsame Wirkung ein: Man vermag kaum noch über krabbelnde Rieseninsekten, die wilde Stampede einer Brontosaurierherde oder die Vogelperspektive auf New York zu staunen, sondern nimmt diese Szenen beinahe als selbstverständlich hin.

Die Story des Films wurde im Gegensatz zum Remake von 1976 nicht in die Gegenwart verlegt, sondern hält sich ungewöhnlich genau an das Original von 1933. Dennoch gibt es immer wieder interessante Abweichungen. Die Anfangsszenen in New York sind viel ausführlicher gestaltet, die Figur des Jack Driscoll wurde verändert, die berühmte Szene mit der Hochbahn fehlt, dafür gibt es im Central Park eine nette Einlage auf dem Eis, und vieles andere. King Kong (2005) ist ein Remake im wahrsten Sinne des Wortes – ein Film, den nur ein Regisseur wie Peter Jackson, der sein Leben lang ein Fan geblieben ist, drehen konnte.


Foto: UIP

Schauspieler

Der Hauptdarsteller selbst wurde viel mehr als sein großes (und deutlich größeres) Vorbild an einen tatsächlichen Gorilla anlehnt. Dargestellt wird der 7,5 Meter hohe Affe von Andy Serkis, der in Jacksons Herr-der-Ringe-Trilogie bereits den Gollum gab. Auch in diesem Fall wurden die real mit dem Schauspieler gedrehten Szenen per Motion Capture auf ein computergenerieres Modell übertragen. Das wirkt gerade bei den Nahaufnahmen so realistisch, dass man völlig vergisst, es mit einer Trickfigur zu tun zu haben. Serkis orientierte sich bei Kongs Mimik und Körpersprache größtenteils an wirklichen Gorillas – ergänzt um einen kleinen Touch Menschlichkeit, was ihn weniger monsterhaft und damit noch überzeugender wirken lässt.

Außerdem durfte Serkis in der Rolle des Schiffskochs Lumpy ohne digitale Verfremdung sein Können unter Beweis stellen und brilliert in einer hinreißenden Charakterstudie mit Hängelid und Kippe im Mundwinkel. – Überhaupt wird in diesem Film geraucht, wie schon lange nicht mehr im Kino. Diesem Laster frönt auch der Deutsche Thomas Kretschmann in einer ähnlich sympathischen Charakterrolle als verwegener Captain Englehorn.

Naomi Watts als Ann Darrow schafft es nicht ganz, an Fay Wrays Charisma heranzukommen, aber sie bereichert die Figur um sehr viel Menschlichkeit. Sie agiert nicht nur als »Scream Queen«, sondern stellt überzeugend eine Frau dar, die in Extremsituationen zwischen Stolz, Angst und Faszination hin und her gerissen wird. Die starken sexuellen Untertöne fehlen in der Neufassung, so hat Jackson auch die berühmte Entblätterungsszene weggelassen.

Carl Denham erinnert auf den ersten Blick ein wenig an Peter Jackson, vor allem, was den Leibesumfang betrifft (obwohl dieser inzwischen kräftig abgenommen hat). Das eigentliche Vorbild für diese Figur ist eher jemand wie Orson Welles, ein Regisseur und Entrepreneur, der bereit ist, sein Projekt mit allen Tricks und Mauscheleien durchzuziehen.


Foto: UIP

Kritik

Insgesamt ist der neue King Kong eine Hommage, eine tiefe Verbeugung vor dem Original. In den drei Stunden Spieldauer findet sich alles, was ein großer Film braucht: Menschlichkeit, Nostalgie, Abenteuer, Brutalität, Liebe und Tragik. Dennoch gelingt es nicht recht, den Zuschauer wirklich in den Bann zu ziehen. Die phantastische Wirkung des Originals kehrt sich hier ins Gegenteil um, weil die Neuverfilmung etwas zu realistisch geraten ist. Eine Love Story zwischen einer Blondine und einem Riesenaffen ist nun einmal Trash pur und überzeugt nicht mehr, wenn man sie in höhere cineastische Sphären verlagert.

Bernhard KempenALIEN CONTACT

Siehe auch
Peter Jacksons King Kong [Computerspiel]
Web-Site
Leser-Service
Lieferbare Titel mit dem Stichwort King Kong

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Credits

Originaltitel:King Kong
deutscher Titel:King Kong
Land und Jahr:USA/NZ 2005
Regie:Peter Jackson
Buch:Peter Jackson
Fran Walsh
Philippa Boyens
Vorlage:King Kong und die weiße Frau(King Kong• USA 1933)
Kamera:Andrew Lesnie
Schnitt:Jamie Selkirk
Musik:James Newton Howard
Produktionsdesign:Grant Major
Maske, Modelle:Richard Taylor
Effekte:Joe Letteri
Produktion:Peter Jackson
Fran Walsh
Jan Blenkin
Carolynne Cunningham
Koproduktion:Philippa Boyens
Deutsche Bearbeitung, Buch und Dialogregie:Andreas Fröhlich
deutscher Kinostart:14.12.2005 (UIP)
Länge:188 min.
FSK:ab 12 Jahre

Darsteller

Carl Denham:Jack Black (Tobias Meister*)
Jack Driscoll:Adrien Brody (Jaron Löwenberg*)
Ann Darrow:Naomi Watts (Claudia Lössl*)
Captain Englehorn:Thomas Kretschmann (Thomas Kretschmann*)
Hayes:Evan Parke (Leon Boden*)
Preston:Colin Hanks (Julien Haggège*)
Jimmy:Jamie Bell (Nicolas Artajo*)
Bruce Baxter:Kyle Chandler (Erich Räuker*)
Choy:Lobo Chan (Weijian Liu*)
Lumpy:Andy Serkis (Andreas Fröhlich*)
Kong:Andy Serkis
Herb:John Sumner (Roland Hemmo*)
Mike:Craig Hall (Norman Matt*)
Manny:Willians Johnson (Jochen Schröder*)
Maude:Geraldine Brophy (Katarina Tomaschewsky*)
Weston:David Pittu (Till Hagen*)
Zelman:Pip Mushin (Hans-Jürgen Wolf*)
Harry:Mark Hadlow (Uli Krohns*)
Taps:David Denis (Daniel Fehlow*)
*) dt. Synchron
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