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| Lexikon > Luftfahrt |
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| Als erste Präsidentenmaschine Amerikas wurde eine Boeing 314, die 1939
als Postfrachtmaschine gebaut worden war, zum Passagierflugzeug Clipper 314 umgerüstet.
Es gab nur zwölf dieser Maschinen, und eine davon, »Das fliegende Hotel«, brachte
Präsident Franklin D. Roosevelt zu seinen politischen Treffen, u.a. zu einem mit Winston
Churchill in Casablanca während des Zweiten Weltkrieges. 1944 wechselten die Flugzeuge,
und Roosevelt flog mit der ersten offiziellen Präsidentenmaschine, einer Douglas C-54
(DC-4) Skymaster, die den Spitznamen »Die heilige Kuh« trug. Nach Kriegsende machte die kommerzielle Luftfahrt einen Riesenschritt nach vorne. Die DC-6 (C-118) Liftmaster brachte ungekannten Komfort und verbesserte Sicherheit, und eine ihrer Maschinen wurde »Independence« getauft, nach der Heimatstadt ihres Hauptpassagiers, Präsident Harry S. Truman. Truman flog mit der »Independence« von 1947 bis 1953. Unter Eisenhower wurde die DC-6 dann von der Lockheed C-121 abgelöst, von der drei Maschinen - »Columbine« I, II und III - bis Mitte 1961 den Präsidenten um den Erdball brachten. Im September 61 weihte Präsident John F. Kennedy die erste offizielle »Air Force One« ein, eine Lockheed C-118, die ein Jahr später durch das erste kommerzielle Passagierflugzeug, eine Boeing 707, ersetzt wurde. In Militärkreisen nannte man die Maschine auch nach ihrer am Schwanzende aufgemalten Seriennummer die 26000. In dieser 26000 landete Kennedy am 22. November 1963 auf dem Love Field in Dallas, und seine Leiche kehrte darin später nach Washington zurück. Lyndon B. Johnson wurde an Bord der 26000 als 36. Präsident der USA in Dallas vereidigt, und etwa zehn Jahre später transportierte das gleiche Flugzeug auch seine Leiche zur Beerdigung nach Texas. Im Februar 1972 brachte die 26000 Präsident Nixon nach China. Die altgediente Maschine wurde schließlich durch die 27000 ersetzt, die am 19. Oktober 1981 die ehemaligen Präsidenten Nixon, Ford und Carter nach Kairo zum Begräbnis des ägyptischen Präsidenten Anwar As Sadat flog. Das aktuelle Modell, die VC-25A mit der Seriennummer 28000, wurde im September 1990 unter Präsident Bush in Betrieb genommen. Die »Air Force One« zählt heute neben dem Sternenbanner, dem Weißen Haus und dem Mount Rushmore zu den weltweit bekanntesten Symbolen der Vereinigten Staaten. Stationiert auf der Andrews Air Force Base in Maryland wird die »Air Force One« täglich gewartet, gleich ob sie auf einen Flug geht, von einem zurückkehrt oder nur im Hangar steht. Alle 154 Tage wird das Flugzeug komplett zerlegt und einer intensiven Inspektion unterzogen. Weil die 747 weltweit eingesetzt wird, steht ein »Air Force One«-Notreparatur-Netz an jedem Flughafen der Welt bereit. |
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![]() Die VC-25A, eine modifizierte Boing 747 Foto: US Air Force |
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| Tatsächlich ist die AFO ein fliegendes Präsidentenbüro, dafür
gebaut, den Präsidenten, die First Lady und den Regierungsstab überallhin zu bringen. An
Bord befindet sich eine Präsidentensuite, komplett mit Fernseh- und Videosystem und zwei
Couchs, die sich zu einem Doppelbett ausziehen lassen. An diesen Privatraum angeschlossen
ist ein Umkleideraum mit Dusche. Die AFO verfügt über zwei Bordküchen, in denen nach den gleichen Maßstäben wie im Weißen Haus 100 Mahlzeiten für Besatzung, Gäste, Stab und die First Family zubereitet werden können. Der größte Konferenzraum auf der AFO, der dem Kabinettsraum des Weißen Hauses ähnelt, beherbergt einen Tisch mit acht Stühlen, Dia- und Filmprojektoren und ausfahrbare Wandlandkarten. Ein Stabszimmer ist für drei Plätze eingerichtet, und kann im Notfall in einen Ärzteraum umgerüstet werden. Ein weiterer Konferenzraum ist für ausländische Ehrengäste gedacht und erlaubt die für wichtige internationale Entscheidungen nötige Privatsphäre. Einige Bereiche der AFO gleichen dennoch einer ganz normalen 747-Passagiermaschine: 34 Sitzplätze stehen für die Sicherheitsbeamten zur Verfügung und ein angrenzender Ruhebereich mit Naßräumen für die Besatzung. Insgesamt gibt es sechs Waschräume an Bord. Die AFO ist mit der sichersten und modernsten Gegensprech- und Telefonanlage der Welt ausgestattet. Die Kommunikationssysteme können rund um den Globus geschaltet werden, bis zu Space-Shuttle-Astronauten im Weltraum oder der Besatzung eines U-Bootes. Zusätzlich beinhaltet die Bordtechnik ein Kodier- und Dekodiersystem für geheime Nachrichten und zwei getrennte Fax-Leitungen. Darüber hinaus verfügt die AFO über die besten Sicherheitsvorkehrungen der Welt. Zwei Wochen vor jedem Einsatz wird ein eigenes Team damit beauftragt, die Logistik, inklusive der Koordination von Presse und Militär, zu übernehmen. Das Flugzeug ist gegen EMP (elektromagnetische Strahlung) gesichert, die nach einer Nuklear-Explosion jeden Halbleiter ausfallen lassen kann. Zudem ist es mit den modernsten Abwehrmaßnahmen der US-Luftwaffe ausgerüstet, die es sich im Notfall sogar selbst fliegen lassen. Im Falle eines Luftangriffs schaltet die 747-2 auf Autopilot und fliegt selbstständig Ausweichmanöver. Auch läßt sich die Maschine in der Luft auftanken. Doch neben allen technischen Details ist das Verblüffendste an der »Air Force One« wohl, daß es nicht eine, sondern zwei Flugzeuge gibt. Die Maschinen 28000 und 29000 stehen jederzeit zum Einsatz bereit Quelle: Buena Vista |
| Hersteller: | Boeing Airplane Co. |
| Antrieb: | 4 General Electric CF6-80C2B1 Düsentriebwerke |
| Schubkraft: | 25.515 kp pro Triebwerk |
| Länge: | 70,7 m |
| Höhe: | 19,3 m |
| Flügelspannweite: | 59,6 m |
| Geschwindigkeit: | 1.128 km/h (Mach 0.95) |
| Max. Flughöhe: | 13.667 m |
| Max. Gewicht: | 374,85 t |
| Flugreichweite: | 15.360 km |
| Besatzung: | 26 (insgesamt max. 102 Passagiere) |
| Inbetriebnahme: | 23.8.1990 (28000) 23.12.1991 (29000) |