- 1. Der CargoLifter schwebt kräftig
durch die Medien. Aber er ist heute nur eine Computersimulation. Ist es nicht vermessen,
sicher zu sein, daß der CargoLifter 1999 tatsächlich abhebt?
- Nein! Das ist tatsächlich nur eine Frage der Zeit. Die technischen Komponenten des
CargoLifter sind alle bereits da. Hier geht es noch um Optimierung. Lediglich das
Lastkaufnahmeverfahren ist völlig neu.
- 2. Da sind wir schon am Punkt. Wollen Sie tatsächlich 160 Tonnen
Frachtgut, aufgehängt an zwei Seilen, über unseren Köpfen schweben lassen? Ist das
nicht gefährlich?
- Nein, das glaube ich nicht. Das russische Frachtflugzeug Antonow trägt 135 Tonnen und
ein Jumbo-Jet transportiert bis zu 130 Tonnen. Außerdem haben wir uns auch längst daran
gewöhnt, daß solche Objekte über uns fliegen.
- 3. Die Katastrophe von Lakehurst ist noch nicht vergessen. Wie steht es
mit der Sicherheit des CargoLifter?
- Eine Explosion des CargoLifter ist so gut wie ausgeschlossen. Seine Hülle ist mit
nichtbrennbarem Helium gefüllt.
- 4. Was passiert, wenn die Hülle des CargoLifter ein Loch hat?
- Der CargoLifter ist sicherer als jedes Flugzeug oder jeder Helikopter. Die Hülle ist in
mehrere Kammern strukturiert. Wenn eine Kammer ein Loch hat, stürzt der CargoLifter nicht
ab. Im übrigen entweicht das Helium nur ganz langsam.
- 5. Logistikexperten halten große Stücke vom CargoLifter. Mit 8 Metern
Höhe, 8 Metern Breite und 50 Metern Länge des Frachtrahmens kann er auch Gegenstände
wie ganze Turbinen für Kraftwerke mit einem Gewicht von 70 bis 75 Tonnen um die Welt
transportieren. Funktioniert das tatsächlich?
Ja, fraglos! Nichts spricht dagegen. Der Transport mit dem CargoLifter wird
preiswerter, schneller und einfacher sowie wesentlich umweltfreundlicher sein.
- 6. Was macht Sie da so sicher?
- Bisher hat so ein Transport Wochen gedauert. Die Turbine mußte zerlegt werden. Für den
Spezialtransport mußten auf dem Landweg besondere Routen ausgesucht, oder Umwege gefahren
werden. Nur so konnten Brücken oder schlechte Straßen vermieden werden. Heute dauert der
Transport von der Herstellerfirma bis zum Kraftwerk, also von Punkt zu Punkt noch 5 bis 6
Tage.
- 7. Kommen wir zu einem anderen Thema. Bis der erste CargoLifter fliegt,
haben Sie 360 Mio. DM zu beschaffen. Die Plazierung Ihrer Aktien läuft aber nur
schleppend. Haben die Investoren kein Vertrauen in den CargoLifter?
- Im Gegensatz zu Ihren Informationsquellen muß ich sagen, daß die Plazierung der
CargoLifter-Aktien sehr zufriedenstellend läuft. Wir haben in nur zwei Monaten über ein
Viertel der 1,6 Millionen zu emittierenden Aktien verkauft. Unsere Aktie ist zwar ein
Venture, aber ein hochinteressantes Papier mit viel Phantasie. Einige Großinvestoren
stehen bei uns auf der Schwelle.
- 8. Auf der Schwelle heißt nicht, daß sie bereits gekauft haben. Bis
wann werden diese Entscheidungen gefallen sein?
- Wir führen die Gespräche nach unserer Hauptversammlung weiter. Unser Ziel ist, in der
Kapitalbeschaffung immer im Rahmen des Projektplans zu liegen. Wir wollen so liquide sein,
daß wir drei Monate ohne weitere Kapitalbeschaffung finanzieren können.
- 9. Wie steht es mit der Investitionsförderung durch das Land
Brandenburg?
- Der »letter of intent« mit der Brandenburgischen Landesregierung ist derzeit in der
Ausarbeitung. Darin bekennt sich das Land Brandenburg voraussichtlich in vollem Umfang zum
CargoLifter und unserem Bauvorhaben auf dem alten Militärflugplatz in Brand bei Berlin.
Ferner wird der »letter of intent« die von uns beantragte Investitionsförderung, die
Planungssicherheit und Erschließung des Geländes sowie das Engagement von Brandenburg
für eine sogenannte Landes-/Bundesbürgschaft regeln. Wenn alles gutgeht, wird die
Unterzeichnung noch dieses Jahr stattfinden. Das Land Brandenburg wird in Kürze nicht nur
für die Investitionsförderung, sondern auch für eine Ausfallbürgschaft für die
Baukosten der Halle zum Bau des CargoLifters entscheiden. Das ist mehr, als wir je vom
Land Brandenburg erwartet haben.
- 10. Wenn alles gut geht, und der erste CargoLifter abhebt, werden Sie
im Jahr 2000 an die Börse gehen?
- Wir planen den Börsengang zwischen 1999 und dem Jahr 2001. Das hängt aber auch von der
Börsenlandschaft ab. Zur Zeit wäre es kaum möglich, das von uns geführte Venture
Capital an deutschen Börsen auf die Beine zu stellen.
- 11. Warum nicht auf dem »Neuen Markt«?
- Der »Neue Markt« unterscheidet sich nicht wesentlich von der alten Börse. Ein echtes
Venture läßt sich nicht plazieren. Dann gehen wir lieber den direkten Weg. So können
auch Investoren aus dem Ausland ohne Umweg an unserem Projekt partizipieren.
- 12. Ihre Aktionärsliste weist prominente Namen auf. Wird bald neue
Prominenz hinzukommen?
- Lassen Sie sich überraschen!
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Fotos: CargoLifter AG |