Preiswerter, schneller und einfacher wie umweltfreundlicher

Interview mit Dr. Carl von Gablenz, Vorstand der CargoLifter AG vom 23.11.1997

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1. Der CargoLifter schwebt kräftig durch die Medien. Aber er ist heute nur eine Computersimulation. Ist es nicht vermessen, sicher zu sein, daß der CargoLifter 1999 tatsächlich abhebt?
Nein! Das ist tatsächlich nur eine Frage der Zeit. Die technischen Komponenten des CargoLifter sind alle bereits da. Hier geht es noch um Optimierung. Lediglich das Lastkaufnahmeverfahren ist völlig neu.
2. Da sind wir schon am Punkt. Wollen Sie tatsächlich 160 Tonnen Frachtgut, aufgehängt an zwei Seilen, über unseren Köpfen schweben lassen? Ist das nicht gefährlich?
Nein, das glaube ich nicht. Das russische Frachtflugzeug Antonow trägt 135 Tonnen und ein Jumbo-Jet transportiert bis zu 130 Tonnen. Außerdem haben wir uns auch längst daran gewöhnt, daß solche Objekte über uns fliegen.
3. Die Katastrophe von Lakehurst ist noch nicht vergessen. Wie steht es mit der Sicherheit des CargoLifter?
Eine Explosion des CargoLifter ist so gut wie ausgeschlossen. Seine Hülle ist mit nichtbrennbarem Helium gefüllt.
4. Was passiert, wenn die Hülle des CargoLifter ein Loch hat?
Der CargoLifter ist sicherer als jedes Flugzeug oder jeder Helikopter. Die Hülle ist in mehrere Kammern strukturiert. Wenn eine Kammer ein Loch hat, stürzt der CargoLifter nicht ab. Im übrigen entweicht das Helium nur ganz langsam.
5. Logistikexperten halten große Stücke vom CargoLifter. Mit 8 Metern Höhe, 8 Metern Breite und 50 Metern Länge des Frachtrahmens kann er auch Gegenstände wie ganze Turbinen für Kraftwerke mit einem Gewicht von 70 bis 75 Tonnen um die Welt transportieren. Funktioniert das tatsächlich?
Ja, fraglos! Nichts spricht dagegen. Der Transport mit dem CargoLifter wird preiswerter, schneller und einfacher sowie wesentlich umweltfreundlicher sein.
6. Was macht Sie da so sicher?
Bisher hat so ein Transport Wochen gedauert. Die Turbine mußte zerlegt werden. Für den Spezialtransport mußten auf dem Landweg besondere Routen ausgesucht, oder Umwege gefahren werden. Nur so konnten Brücken oder schlechte Straßen vermieden werden. Heute dauert der Transport von der Herstellerfirma bis zum Kraftwerk, also von Punkt zu Punkt noch 5 bis 6 Tage.
7. Kommen wir zu einem anderen Thema. Bis der erste CargoLifter fliegt, haben Sie 360 Mio. DM zu beschaffen. Die Plazierung Ihrer Aktien läuft aber nur schleppend. Haben die Investoren kein Vertrauen in den CargoLifter?
Im Gegensatz zu Ihren Informationsquellen muß ich sagen, daß die Plazierung der CargoLifter-Aktien sehr zufriedenstellend läuft. Wir haben in nur zwei Monaten über ein Viertel der 1,6 Millionen zu emittierenden Aktien verkauft. Unsere Aktie ist zwar ein Venture, aber ein hochinteressantes Papier mit viel Phantasie. Einige Großinvestoren stehen bei uns auf der Schwelle.
8. Auf der Schwelle heißt nicht, daß sie bereits gekauft haben. Bis wann werden diese Entscheidungen gefallen sein?
Wir führen die Gespräche nach unserer Hauptversammlung weiter. Unser Ziel ist, in der Kapitalbeschaffung immer im Rahmen des Projektplans zu liegen. Wir wollen so liquide sein, daß wir drei Monate ohne weitere Kapitalbeschaffung finanzieren können.
9. Wie steht es mit der Investitionsförderung durch das Land Brandenburg?
Der »letter of intent« mit der Brandenburgischen Landesregierung ist derzeit in der Ausarbeitung. Darin bekennt sich das Land Brandenburg voraussichtlich in vollem Umfang zum CargoLifter und unserem Bauvorhaben auf dem alten Militärflugplatz in Brand bei Berlin. Ferner wird der »letter of intent« die von uns beantragte Investitionsförderung, die Planungssicherheit und Erschließung des Geländes sowie das Engagement von Brandenburg für eine sogenannte Landes-/Bundesbürgschaft regeln. Wenn alles gutgeht, wird die Unterzeichnung noch dieses Jahr stattfinden. Das Land Brandenburg wird in Kürze nicht nur für die Investitionsförderung, sondern auch für eine Ausfallbürgschaft für die Baukosten der Halle zum Bau des CargoLifters entscheiden. Das ist mehr, als wir je vom Land Brandenburg erwartet haben.
10. Wenn alles gut geht, und der erste CargoLifter abhebt, werden Sie im Jahr 2000 an die Börse gehen?
Wir planen den Börsengang zwischen 1999 und dem Jahr 2001. Das hängt aber auch von der Börsenlandschaft ab. Zur Zeit wäre es kaum möglich, das von uns geführte Venture Capital an deutschen Börsen auf die Beine zu stellen.
11. Warum nicht auf dem »Neuen Markt«?
Der »Neue Markt« unterscheidet sich nicht wesentlich von der alten Börse. Ein echtes Venture läßt sich nicht plazieren. Dann gehen wir lieber den direkten Weg. So können auch Investoren aus dem Ausland ohne Umweg an unserem Projekt partizipieren.
12. Ihre Aktionärsliste weist prominente Namen auf. Wird bald neue Prominenz hinzukommen?
Lassen Sie sich überraschen!

Fotos: CargoLifter AG
 
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