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CargoLifterPremiere: Freie Fahrt für großvolumige Fracht |
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[Fotos: CargoLifter AG] |
»Der CargoLifter wird mit seiner Größe und Leistungsfähigkeit
nicht nur alle bisherigen Luftschiffe in den Schatten stellen, sondern eine neue Ära des
Transports einleiten«, prognostiziert Dr. Carl von Gablenz, Vorstand der CargoLifter AG.
Der Logistikexperte und Mitgründer des Wiesbadener Unternehmens will kein weiteres
Gefährt für Werbe- oder Personenflüge auf den Markt bringen. »Unser Ziel ist es,
Luftschiffe erstmals für Groß- und Schwertransporte zu nutzen. Wir wollen nichts weniger
als ein neues Logistik-System auf Basis des Lighter-Than-Air-Prinzips!« Der 242 Meter lange CargoLifter CL 160 soll mit einer Geschwindigkeit von bis zu 135 Stundenkilometern großvolumige Lasten mit einem Gesamtgewicht von 160 Tonnen Tausende von Kilometer weit transportieren. Der Clou: Der CargoLifter befördert überdimensionales Frachtgut nonstop und punktgenau an nahezu jeden Zielort - unabhängig von der Qualität der Infrastruktur. Für die Industrie, insbesondere Großanlagenbauer, kann der CargoLifter schwerwiegende Probleme lösen. Harald Haspel, Transportlogistiker von ABB in Mannheim, erinnert sich z.B. an den Transport einer Gasturbine nach Neuseeland: »Das schwierigste Teilstück war das vom Firmengelände zum Wasser und vom Wasser zur Baustelle. Allein der Transport zwischen dem Hafen in Neuseeland und der Baustelle hat 1,2 Millionen Dollar gekostet. Der CL 160 braucht weder Brücken oder Straßen noch Landebahnen oder Flughäfen. Dadurch kann er Teile bis zu 50 x 8 x 8 Metern Größe nonstop von einem Winkel der Erde zum anderen transportieren«, so von Gablenz. Der CargoLifter verbessert die Transport-Effizienz und wird die globale Wettbewerbsfähigkeit ganzer Industriezweige wie z.B. dem Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland und Europa stärken. Durch die verkürzten Lieferzeiten werden deutsche Unternehmen eher internationale Ausschreibungen, z.B. in asiatischen Märkten, gewinnen. »Der CL 160 könnte zum Erfolgsfaktor für die erfolgreiche Globalisierung der deutschen Industrie avancieren«, ist von Gablenz überzeugt.
Große globale Nachfrage |
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Die Ladebucht des CargoLifter CL 160 hat mit 50 Metern Länge, jeweils
acht Metern Breite und Höhe das Volumen von 36 Standard-40-Fuß-Container. Der
CargoLifter erweitert damit das Nadelöhr existierender Transportketten. Er bietet die
Möglichkeit Frachten schnell, zuverlässig und umweltfreundlich zu transportieren und
damit den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. »Aufgrund von Marktstudien, z.B.
vom VDMA, gehen wir davon aus«, so von Gablenz, »daß der CargoLifter bei rund einem
Prozent der für das Luftschiff in Frage kommenden Transporte die bessere und
umweltfreundlichere Alternative sein wird.« Ziel von CargoLifter ist es, mit einer Flotte
von 44 Luftschiffen 12 Prozent des Gesamtmarktes abzudecken. Zentrale Innovation des CL 160 ist ein neu konzipiertes und zum Patent angemeldetes Lastaufnahmeverfahren. Dadurch entfällt das bislang übliche Umladen vom LKW auf Schiff oder Bahn. »Der CargoLifter macht als einziges Transportmittel aufwendige und zeitraubende Umschlagprozesse überflüssig!« Die Kombination von verschiedenen Transportmitteln wie z.B. Schiff oder Bahn mit dem CargoLifter ergibt neue Logistikketten. Frei nach der Devise »jedem, was er am besten kann«, lassen sich die jeweiligen Stärken der einzelnen Transportmittel am besten nutzen. So erfolgt unter Kosten-Nutzen-Aspekten eine optimale Anpassung an das Frachtgut, die Transportzeit oder die Infrastruktur.
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Der CargoLifter soll in vielen Bereichen flexibler, schneller und
umweltverträglicher als alle andere Transportmittel sein. »Ein herkömmlicher Transport
von 140 Tonnen Fracht bspw. von Deutschland nach Kasachstan braucht auf der Straße rund
60 Tage und kostet etwa 500.000 Mark. Mit dem CargoLifter ist die gleiche Fracht bereits
nach drei Tagen am Bestimmungsort - und das bei rund 20 Prozent niedrigeren Kosten«,
rechnet von Gablenz vor. »Der Vorteil liegt auf der Hand: Ob ein Kraftwerk nach drei
Tagen oder erst nach zwei Monaten ans Netz geht, ob eine Firma die Produktion nach drei
oder 60 Tagen aufnehmen kann hat Konsequenzen. Jeder Tag früher bedeutet bares Geld.«
Der CargoLifter soll laut von Gablenz aber auch auf kurzen Strecken zum Einsatz kommen. »Besonders schwere, überbreite oder überlange Transporte benötigen mit großem Logistikaufwand ausgearbeitete Streckenführungen, die nur wenige bzw. überwindbare Hindernisse haben. Jede zu niedrige oder enge Eisenbahnunterführung, jede Haarnadelkurve, jede nur mit begrenztem Gewicht befahrbare Brücke, jedes Gefälle oder jeder steile Anstieg verlangsamt und verteuert den Transport. Für den CargoLifter existieren diese Hindernisse nicht. Er ist geradezu prädestiniert, diese komplizierten Transporte zu übernehmen.« Aber nicht nur das: Schon beim Bau überdimensionierter Bauteile muß an den späteren Transport gedacht werden. Die Maschinen- oder Bauteile sind von Anfang so zu konstruieren, daß sie zerlegbar bzw. auf Straße oder Schiene transportierbar sind. Auch damit macht der CargoLifter Schluß: »Die gigantische Ladebucht und die Tragfähigkeit des CargoLifters«, erläutert von Gablenz, »lassen den Ingenieuren endlich Freiraum für eine optimale Fertigung und Montage - von überdimensionalen Turbinen oder Transformatoren bis hin zu fertigen Gebäuden oder Teilen ganzer Fabrikanlagen.« Weltweite Basen - Neue Märkte
Der CargoLifter wird nach den Vorstellungen seiner Initiatoren sowie der Partner aus der Industrie bereits ab dem Jahr 2001 den Frachtbetrieb aufnehmen. Eine zehn- bis zwölfköpfige Mannschaft wird dann an Bord den Fahrbetrieb, die Navigation sowie die Be- und Entladevorgänge übernehmen. Die Kosten für Entwicklung und Bau des ersten CargoLifter betragen etwa 240 Millionen Mark. Geht der CL 160 erst mal in Serie, belaufen sich die Stückkosten auf voraussichtlich 100 Millionen Mark. Zum Vergleich: Der Bau eines modernen Großflugzeugs kostet fast das Doppelte. »Für den Preis eines einzigen Jumbos«, so von Gablenz, »können wir den CargoLifter entwickeln und bauen.« Quelle: CargoLifter AG 11/1997
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