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Anfänge | Dinosaurier | Neue Welten | Techniken
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AnfängeEiner der ersten Filme, in denen in größerem Umfang am Computer entstandene Effekte eingesetzt wurden, war Tron (Tron USA 1981) aus den Walt Disney Studios. Trotz der relativ einfachen Machart konnte dieser ungewöhnliche Film mit beeindruckenden Bildern aufwarten. In den Folgejahren wurden einzelne Szenen in Die Rückkehr der Jedi-Ritter (Return of the Jedi USA 1982) und Star Trek 2 - Der Zorn des Khan (Star Trek II: The Wrath of Khan USA 1982) von Pixar, der CGI-Abteilung von George Lucas' Effektfirma Industrial Light & Magic (ILM), am Computer realisiert. In der Spielberg-Produktion Das Geheimnis des verborgenen Tempels (Young Sherlock Holmes USA 1985) tritt ein aus computeranimierten Glasscherben zusammengesetzter Ritter auf. Wesentlich beeindruckendere Effekte präsentierte James Camerons Unterwasserthriller Abyss - Der Abgrund (The Abyss USA 1989), wenn ein außerirdisches Wesen eine Art Tentakel aus Wasser formt, damit in die Unterwasserstation eindringt und am Ende ein menschliches Gesicht ausbildet. Der nächste Schritt war der flüssige Roboter T 2000 aus der Zukunft, der in Terminator 2 - Der Tag der Abrechnung (Terminator 2: Judgement Day USA 1991) Jagd auf seinen Kollegen Arnold Schwarzenegger macht und nach Belieben seine Gestalt verändert kann. |
![]() Foto: Pixar |
DinosaurierIm Jahr 1993 wurde Steven Spielbergs Thriller Jurassic Park (Jurassic Park USA 1993) realisiert, in dem Dinosaurier erstmals nicht durch Stop Motion, sondern durch Computeranimation zum Leben erweckt wurden. Dazu entwickelten die Techniker von ILM das Programm »Softimage«. Während es in Jurassic Park noch ganze sechs Minuten waren, die am Computer erstellt wurden, stieg der Anteil in Spielbergs folgendem Geisterspektakel Casper (Casper USA 1995) schon auf etwa 40 Minuten. Die Dinosaurier-Software wurde in The Flintstones - Die Familie Feuerstein (The Flintstones USA 1994) und vor allem im Fantasy-Abenteuer Dragonheart (Dragonheart USA 1996) weiterentwickelt, wo die Hauptfigur, der Drache Draco, komplett am Computer erstellt wurde. Weiter perfektioniert wurde die Computertricktechnik in zahlreichen Großproduktionen wie Steven Spielbergs Vergessene Welt: Jurassic Park (The Lost World: Jurassic Park USA 1997), Roland Emmerichs Godzilla (Godzilla USA 1998) oder George Lucas' Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung (Star Wars: Episode I - The Phantom Menace USA 1999). Filme wie Dinosaurier (Dinosaur USA 2000) und Jurassic Park 3 (Jurassic Park 3 USA 2001) demonstrieren anschaulich, daß Tricksaurier weiterhin die größte Herausforderung für die Computeranimation darstellen. |
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Neue WeltenIn der Zwischenzeit wurden auch im Bereich der reinen Computeranimation große Fortschritte erzielt. Ein Durchbruch war der mit vielen Preisen ausgezeichnete Kurzfilm Luxo Jr. (USA 1986), den der Regisseur John Lasseter für die inzwischen selbständig gewordene Firma Pixar realisiert hatte und in dem eine vollständig computeranimierte Schreibtischlampe zu bewundern ist. Nach Tin Toy (USA 1988) drehte derselbe Regisseur einige Jahre später für die Walt Disney Studios den Film Toy Story (Toy Story USA 1995), den ersten hundertprozentig am Computer animierten Langfilm. Bald darauf wurden nahezu gleichzeitig zwei Insektenfilme fertiggestellt: Antz (Antz USA 1998) aus der neuen Trickschmiede PDI und Das grosse Krabbeln (A Bug's Life USA 1998) von John Lasseter. Mit Toy Story 2 (Toy Story 2 USA 1999) inszenierte John Lasseter seinen dritten und den insgesamt vierten abendfüllenden Computerspielfilm. Die Firma Pixar ist mit Animationsprogrammen wie RenderMan längst Marktführer auf diesem Filmsektor. Wenig später holten PDI und DreamWorks mit Shrek - Der tollkühne Held (Shrek USA 2001) zum erfolgreichen Konterschlag gegen Disney aus. Trotz ständiger Fortschritte wirken die Bewegungsabläufe computeranimierter Figuren immer noch unnatürlich und puppenhaft. So ist es kein Zufall, daß in Toy Story und Toy Story 2 Spielzeugpuppen als Protagonisten gewählt wurden, während man sowohl in Antz als auch Das grosse Krabbeln mit animierten Insekten arbeitete. Die große Stärke der Computergraphik liegt in der Erschaffung phantastischer Wesen und Welten. Dagegen zeigen die bisherigen Versuche, menschliche Figuren möglichst realistisch nachzubilden, eine erstaunliche Tendenz: Je perfekter sie umgesetzt werden, desto weniger überzeugend wirken sie. Die virtuellen Menschen in Shrek und Final Fantasy sind Fremdkörper in der Pixelwelt und demonstrieren, daß man sich immer weiter von der Vision entfernt, eines Tages Marilyn Monroe überzeugend vom Computer wiederbeleben zu lassen. Dieses Streben nach »Hyperrealismus« scheint in eine Sackgasse zu führen - ein Problem, das der Zeichentrickfilm nie hatte, weil er nie realistisch sein wollte. |
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![]() Der Spezialeffekte des Films Das fünfte Element (Le Cinquiéme Element F 1997) wurden von Mark Stetson betreut. Diese Szene wurde aus Miniaturmodellen, Matte-Paintings, computeranimierten Bildern und realen Statisten zusammengesetzt. Foto: Tobis Filmkunst |
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TechnikenZur Erzeugung eines »Computer Generated Image«, kurz »CGI« genannt, wird zunächst ein reales Modell dreidimensional eingescannt, womit der Computer über ein Bildgerüst verfügt, das bereits als Ganzes räumlich gedreht werden kann. Dieses Gerüst wird anschließend mit einer Haut überzogen, so daß es eine »feste« Oberfläche bekommt. Inzwischen werden solche Modelle auch schon komplett am Computer generiert. In der Layout-Phase werden die Bewegungsabläufe und Kameraperspektiven nach Drehbuch bzw. Storyboard bestimmt. Anschließend wird jede Szene beim »Rendering« mit passenden Hintergründen und Licht- und Schattenverhältnissen versehen. Als letzter Arbeitsschritt muß das fertige Bild noch auf Filmmaterial überspielt werden. Der auffälligste Unterschied zum klassischen Zeichentrickfilm ist der typische »3-D-Effekt« der Computeranimation, da sich die Figuren einigermaßen realistisch aus jeder räumlichen Perspektive darstellen lassen. Der immense Aufwand, der heutzutage immer noch für einen computeranimierten Film notwendig ist, wird daran deutlich, daß ein einziges Filmbild etwa fünf Megabyte Speicher frißt. Zur Ergänzung der computergenerierten Bilder werden häufig lebensgroße Modelle eingesetzt, wie im Film Jurassic Park (Jurassic Park USA 1993), wo nur dann Computeranimation eingesetzt wurde, wenn ein ganzer Dinosaurier zu sehen ist (z. B. der Apatosaurus und die Gallimimus-Herde), während einzelne Körperteile als Robotermodelle in voller Lebensgröße gebaut wurden (z. B. in der berühmten Szene, wo der Tyrannosaurus-Fuß sich in den Schlamm drückt). Die besten - und kostengünstigen - Ergebnisse lassen sich ohnehin nur durch eine geschickte Kombination von Computeranimation mit klassischen Tricktechniken erzielen, wie insbesondere George Lucas' Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung beweist, obwohl in diesem Film mit Jar-Jar Binks die erste voll computeranimierte Figur auftritt, die gleichrangig neben realen Schauspielern agiert. Von der reinen Computeranimation zu unterscheiden sind einzelne Computereffekte wie das »Morphing«, bei dem sich Gestalten mit fließenden Übergängen ineinander verwandeln lassen, oder die digitale Bildbearbeitung, durch die sich einzelne Elemente eines Bildes »retuschieren« lassen. Während die eigentliche Computeranimation hauptsächlich für phantastische Leinwandgeschöpfe verwendet wird, setzt man das »Morphing« häufiger in Fernsehproduktionen und vor allem in der Werbung ein (obwohl diese Mode seit Mitte der Neunziger wieder abgeflaut ist). Auf digitale Bildbearbeitungen wird mittlerweile in allen Medien zurückgegriffen, doch ihre eindrucksvollsten Resultate zeigen sich in Realfilmen wie Forrest Gump (Forrest Gump USA 1994), wenn Tom Hanks dem amerikanischen Präsidenten Kennedy die Hand schüttelt. |
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